Bei den aktuellen Ausbrüchen der Vogelpest wurde ein Virus vom Subtyp H5N8 festgestellt. Infektionen des Menschen mit H5N8 sind bisher nicht bekannt. Eine Übertragung des Erregers (H5N8) über infizierte Lebensmittel ist theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich.

Keine toten Vögel anfassen

Wer kranke oder verendeten Wildvogel findet, sollte einen direkten Kontakt vermeiden und sich an die zuständige Veterinärbehörde wenden.

Für die Übertragung anderer Subtypen (H5N1, H7N9) der Vogelgrippe von Vögeln auf den Menschen waren in der Vergangenheit fast ausschließlich direkte Kontakte mit infiziertem lebendem Geflügel verantwortlich. Für die Möglichkeit einer Infektion des Menschen durch rohe Eier oder Rohwursterzeugnisse mit Geflügelfleisch von infizierten Tieren gibt es bisher keine Belege.

Auf die Einhaltung von Hygieneregeln im Umgang mit und bei der Zubereitung von rohem Geflügelfleisch und Geflügelfleischprodukten sollte grundsätzlich geachtet werden.

Hygienevorschriften für die Zubereitung von Geflügelprodukten

  • rohe Geflügelprodukte und andere Lebensmittel getrennt lagern und zubereiten, insbesondere wenn Letztere nicht noch einmal erhitzt werden
  • Gerätschaften und Oberflächen, die mit rohen Geflügelprodukten in Berührung gekommen sind, gründlich mit warmem Wasser und Spülmittelzusatz reinigen
  • Verpackungsmaterialien, Auftauwasser u.ä. sofort entsorgen
  • Hände mit warmem Wasser und Seife waschen
  • Geflügelspeisen gründlich durchgaren. Das bedeutet, dass für mindestens 2 Minuten eine Kerntemperatur von 70 °C erreicht werden muss.
  • Eier sollten vor dem Verzehr gekocht werden, bis Eiweiß und Eigelb fest sind, d.h. je nach Größe für mindestens 6 Minuten.

Vogelgrippe gleich Geflügelpest (Hintergrund)

Die Vogelgrippe (aviäre Influenza) ist eine Form der Grippe, die von Grippeviren hervorgerufen wird, die normalerweise nur in Vogelbeständen, jedoch nicht beim Menschen vorkommen. Erkrankungen von Menschen sind bisher selten. Die Vogelgrippe muss sowohl von der gewöhnlichen (saisonalen) Grippe als auch von der sogenannten Neuen Grippe unterschieden werden. Schwere Formen der Vogelgrippe bei Vögeln werden auch als Geflügelpest bezeichnet.

Infektionen durch Grippeviren sind unter Vögeln, insbesondere Wasservögeln weit verbreitet. Die Tiere bilden ein natürliches Virusreservoir von hoher genetischer Vielfalt für Influenzaviren. Zumeist verlaufen die Erkrankungen bei Vögeln sehr leicht oder gänzlich ohne Symptome.

Aus Grippeviren der Subtypen H5 und H7 können sich jedoch auch stark krankheitsauslösende (hochpathogene) aviäre Influenzaviren entwickeln, die zu schweren Schäden an den Tierbeständen führen. Ein Großteil des infizierten Geflügels verendet an dieser "Geflügelpest". In Europa traten infizierte Tierbestände seit 2005 in Russland, Rumänien, der Ukraine, Kroatien, der Türkei, Zypern, Bulgarien, Griechenland, Italien, Deutschland und Frankreich auf.

Wie äußert sich die Vogelgrippe beim Menschen?

In den vergangenen Jahren wurde wiederholt beobachtet, dass die bei Vögeln vorkommenden Influenzaviren auch bei Menschen Erkrankungen hervorrufen. Menschen können in aller Regel nur sehr schwer durch Vogel-Influenzaviren infiziert werden, da die Oberflächeneigenschaften von aviären Influenzaviren und menschlichen Zellen nicht aufeinander abgestimmt sind.

Kommt es zu einer Infektion, treten erste Symptome der Vogelgrippe beim Menschen zwei bis fünf Tage nach der Infektion auf. Neben hohem Fieber, Husten und Atemnot sind auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall häufig. Kopf-, Hals- und Muskelbeschwerden, die für die normale Grippe typisch sind, treten nicht immer auf.

Wie häufig kommt die Vogelgrippe beim Menschen vor?

Erkrankungen an Vogelgrippe sind bisher praktisch ausschließlich bei sehr engem Kontakt zu infiziertem Geflügel aufgetreten, wie er außerhalb von Geflügelzuchtbetrieben in Europa nicht vorkommt. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bisher nur in wenigen Einzelfällen und unter speziellen Bedingungen beobachtet.

Weltweit kam es bisher zu etwas mehr als 800 Erkrankungen durch hochpathogene aviäre Influenza A(H5N1)-Viren, mehr als die Hälfte der erkrankten Menschen starb, so das Robert Koch-Institut mit Verweis auf aktuelle Statistiken der WHO. Infektionen mit Influenza A(H5N1) sind in verschiedenen Ländern Asiens, Afrikas und im Nahen Osten aufgetreten. In den vergangenen Jahren wurden die meisten Fälle in Ägypten, Vietnam, Indonesien, Kambodscha und der Volksrepublik China verzeichnet. Anfang 2014 gab es in Kanada einen aus China eingeschleppten Fall.

Seit die WHO erstmals April 2013 über Vogelgrippe-Fälle aus China berichtete, die durch ein neues, für Geflügel niedrig pathogenes Influenza A(H7N9)-Virus verursacht worden sind, haben sich darüber hinaus rund 600 Menschen mit A(H7N9) infiziert. Die meisten davon in China. Auch in Hong Kong sind einzelne Fälle aufgetreten. Außerdem gab es in Taiwan, Malaysia und in Kanada einzelne, aus China eingeschleppte Fälle. Bei etwa jedem fünften Erkrankten verlief die Erkrankung tödlich.

Einzelne humane Erkrankungen mit den aviären Influenzaviren A(H10N8) und A(H5N6) wurden in den vergangenen Jahren aus China berichtet.

Aktuelle Zahlen zu Erkrankungsfällen können Sie auf der Internetseite der Weltgesundheitsorganisation (WHO) abrufen sowie vertiefende Informationen finden Sie auf den Seiten des Robert Koch-Instituts (RKI).

Wie groß ist die Gefahr einer Pandemie?

Generell gilt, dass der für das Anheften an die Zellen des Wirtes notwendige Anteil des Virus nicht gut an menschliche Zellen angepasst ist. Es besteht aber die Gefahr, dass die Viren durch genetische Veränderungen die Fähigkeit erlangen, sich gut an menschliche Zellen anzuheften. Durch diese Änderung könnte eine effektive Übertragung von Mensch zu Mensch möglich werden und zu einer großflächigen, weltumspannenden Epidemie unter Menschen (einer so genannten Pandemie) führen.

Um derartige Veränderungen der Viren frühzeitig zu erkennen, werden weltweit sämtliche Erkrankungen von Menschen an Vogelgrippe erfasst und von Experten ausgewertet. In Deutschland besteht eine Meldepflicht für die Erkrankung.