Wie infiziert man sich mit Leptospirose?

Verursacht wird die Erkrankung durch das Bakterium Leptospira interrogans, das über infizierte Körperflüssigkeiten wie Urin, Blut oder Speichel von Nagetieren wie Ratten, seltener auch von Säugetieren, zum Beispiel Hunden oder Schweinen, ins Wasser oder in den Erdboden gelangt.

Der Mensch steckt sich üblicherweise durch kleine Verletzungen der Haut, Schleimhaut oder Bindehaut an. Eine Tröpfcheninfektion über Sekrettröpfchen in der Atemluft ist auch möglich. Die Zeit zwischen dem Kontakt mit dem Bakterium und den ersten Krankheitszeichen (Inkubationszeit) beträgt zwei bis 30 Tage, in der Regel maximal ein bis zwei Wochen.

Bei Leptospirose handelt es sich um eine nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtige Erkrankung.

Wer ist besonders gefährdet?

Viele Berufsgruppen können mit dem Erreger Kontakt haben, zum Beispiel Fleischer, Tierärzte und Laborpersonal. Am häufigsten sind Kanal-, Feld- oder Abwasserarbeiter betroffen. Aber auch Angler und Wassersportler sind gefährdet. In Deutschland erkranken jährlich circa 40 bis 50 Menschen an einer Leptospirose.

Wie bemerkt man eine Leptospirose?

Die Leptospirose beginnt meist plötzlich mit grippeähnlichen Symptomen, zum Beispiel sehr hohem Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Hautausschlag und einer Entzündung der Augenbindehäute. Starke Wadenschmerzen können auftreten. Oft kommt es nach kurzfristiger Besserung der Beschwerden zu einem erneuten Fieberanstieg und einer Entzündung der Leber, Nieren (nachlassende Urinproduktion und Ausscheidung blutigen Urins), Hirnhäute oder des Herzmuskels. Blutgerinnungsstörungen, Störungen des Magen-Darm-Traktes und der Atemwege können auftreten. In der überwiegenden Zahl der Fälle verläuft die Leptospirose allerdings als vorübergehende, gutartige Fiebererkrankung.

Wie wird die Leptospirose diagnostiziert?

Der Verdacht auf eine Leptospirose wird im Wesentlichen aufgrund der charakteristischen Symptome und des Verlaufs geweckt. Gesichert wird die Diagnose im frühen Stadium der Erkrankung durch den direkten Nachweis des Erregers in Blut, Urin oder Gehirnflüssigkeit (Liquor) des Erkrankten. Der Körper des Patienten produziert außerdem bestimmte Eiweißstoffe, sogenannte Antikörper, die sich gegen die in den Organismus eingedrungenen Erreger wenden. Im Verlauf können im Blut diese Antikörper gegen den Erreger mittels Laboruntersuchungen nachgewiesen werden und auch zur Diagnosefindung dienen.

Wie wird die Leptospirose behandelt?

Zur Abtötung der Bakterien werden Antibiotika eingesetzt, hochdosiertes Penicillin G und alternativ Tetracycline oder Erythromycin. Die Behandlung dauert in der Regel zehn bis 14 Tage. Bei Befall verschiedener Organe kommen, je nach Beschwerden, weitere Therapien zum Einsatz.

Welche Komplikationen gibt es?

Als Komplikationen können Leber- und Nierenversagen sowie Blutungen auftreten. Nimmt die Erkrankung einen schweren Verlauf, kann sie in mehr als 20 Prozent der Fälle zum Tode führen.

Wie kann man sich vor Leptospirose schützen?

Bei gefährdeten Berufsgruppen, wie zum Beispiel Kanalarbeitern und Laborpersonal, vermindert eine angemessene Schutzkleidung aus zum Beispiel Gummistiefeln, Gummihandschuhen oder einer Schutzbrille das Infektionsrisiko deutlich. Haus- und Nutztiere können gegebenenfalls geimpft werden.

Das Abwasser in Schlachthöfen und Schweinezuchtbetrieben ist zu desinfizieren.

Das Baden in Gewässern, die nicht zum Baden freigegeben sind, ist zu vermeiden.

Besonders gefährdete Menschen können sich durch eine aktive Impfung schützen.

Als Leptospirose-Risikogebiete gelten Überschwemmungsgebiete und Regionen, in denen schlechte hygienische Verhältnisse herrschen.