Welche Art von Kopf­schmerz habe ich?

Um herauszufinden, welche Form von Kopfschmerz Sie haben, ist Ihr Arzt auf Ihre Beobachtungen und Ihren Bericht angewiesen. 

Um herauszufinden, welche Form von Kopfschmerz Sie haben, ist Ihr Arzt auf Ihre Beobachtungen und Ihren Bericht angewiesen. 

 Im Folgenden sind die häufigsten Kopfschmerzformen aufgeführt. Bevor Sie jedoch nach Übereinstimmungen mit beschriebenen Merkmalen suchen, sollten Sie sich darüber klar werden, wie Ihre Schmerzphasen in der Regel verlaufen.

Erst wenn Sie ein klares Bild von Ihren Schmerzen haben, können Sie sich unter Umständen in einer der unten aufgeführten Schmerzformen wiedererkennen. Es ist in jedem Fall sinnvoll, den typischen Verlauf der eigenen Kopfschmerzphasen aufzuschreiben und die Notizen mit in die Sprechstunde zu bringen.

Spannungskopfschmerz

Der Name Spannungskopfschmerz kommt ursprünglich von "Verspannung". Früher ging man davon aus, dass die Schmerzen im Kopf direkt durch verspannte Hals- und Schultermuskeln verursacht werden. Heute nimmt man an, dass der Schmerz mit einer Störung der schmerzverarbeitenden Zentren im Gehirn zu tun hat.

Insbesondere die Schmerzhemmung scheint gestört zu sein. Dies kann möglicherweise eine Art "Gewöhnung" sein, da der Spannungskopfschmerz am Anfang durch Ereignisse wie Stress oder Wetterwechsel ausgelöst wird. Im Verlauf verselbstständigt sich der dumpfe, drückende Schmerz jedoch, tritt auch ohne einen besonderen Auslöser ein und hält Stunden bis Tage an.

Nackenverspannungen, die auch durch Stress oder Wetterwechsel ausgelöst werden können, treten gehäuft bei Patienten mit Spannungskopfschmerz auf. Trotzdem scheinen sie nicht der Grund, sondern lediglich ein begünstigender Faktor für die Entstehung von Spannungskopfschmerz zu sein, da der Spannungskopfschmerz auch unabhängig von Nackenverspannungen auftritt.

Der Spannungskopfschmerz tritt normalerweise beidseitig auf und kann entweder nur die Stirn-, Schläfen- oder Scheitelregion, oder aber den ganzen Kopf betreffen. Der genaue Ort der Schmerzen ist häufig schwer zu beschreiben. Begleitende Krankheitszeichen wie Lärm- oder Lichtscheu treten manchmal, Übelkeit und Erbrechen dagegen sehr selten auf. Appetitlosigkeit kann vorkommen. Der Schmerz verstärkt sich durch körperliche Aktivität üblicherweise nicht.

Der Spannungskopfschmerz wird als chronisch, also als Dauerkopfschmerz, bezeichnet, wenn er an mindestens 15 Tagen pro Monat über ein Jahr regelmäßig auftritt.

Um zu klären, um welche Form von Kopfschmerz es sich bei Ihnen handelt, ist Ihre Beobachtung und Empfindung wegweisend. Häufig treten bei ein- und demselben Patienten Spannungskopfschmerzen und Migräne in Kombination auf. Nur wenn der Verdacht besteht, dass es sich nicht um Spannungskopfschmerzen, sondern um einen Kopfschmerz handelt, der durch eine andere Grunderkrankung hervorgerufen wurde, sind bildgebende Untersuchungsmethoden (also Untersuchungen, bei denen Bilder gemacht werden, zum Beispiel Röntgenbilder) notwendig.

Migräne

Die Migräne ist schon seit über 4.000 Jahren bekannt und seither mit den unterschiedlichsten Mitteln erforscht und behandelt worden. Migräne ist nach dem Spannungskopfschmerz die zweithäufigste Kopfschmerzform. Heute geht man davon aus, dass die Veranlagung zur Migräne vererbt werden kann. Man hat aber weder für die Schmerzen, noch für die Begleiterscheinungen wie Lichtscheu, Übelkeit und Migräne-Aura eine einheitliche gesicherte Erklärung gefunden.

Bei Migräne handelt es sich um eine neurologische Erkrankung, bei der sich Veränderungen im Gehirn messen lassen. Nach dem aktuellsten Erklärungsmodell werden Nervenfasern, die an der Schmerzverarbeitung im Gehirn beteiligt sind, durch eine Entzündung (die nicht durch Bakterien oder Viren verursacht wurde) und eine Blutgefäßerweiterung gereizt. Diese Reizung wird als Migräneschmerz empfunden.

Auch wenn die Schmerzen häufig im Nacken beginnen und gleichzeitig Nackenverspannungen vorliegen, ist die Halswirbelsäule nicht Ursache für die Migräne. Hingegen können Migräneanfälle umgekehrt Nackenverspannungen auslösen.

Mit bildgebenden Untersuchungsmethoden (Röntgen, Computertomografie, Magnetresonanztomografie) sowie Verfahren, die die Funktion des Gehirns prüfen (Elektroenzephalografie, Positronenemissionstomografie), hat man versucht, typische Veränderungen oder Schäden bei Betroffenen nachzuweisen. Das ist jedoch nicht gelungen. Um zu klären, um welche Form von Kopfschmerz es sich bei Ihnen handelt, ist deshalb Ihre Beobachtung und Empfindung wegweisend.

Nur wenn der Verdacht besteht, dass es sich nicht um Migräne, sondern um einen Begleitkopfschmerz handelt, der durch eine andere Grunderkrankung hervorgerufen wurde, sind bildgebende Untersuchungsmethoden notwendig.

Migräneattacken treten in der Regel ein- bis sechsmal im Monat auf, manchmal kommt es auch zu mehreren Migräneattacken pro Woche. Sie machen sich durch starke bis sehr starke pochende, hämmernde und pulsierende Schmerzen bemerkbar, die sich langsam anbahnen und vier bis 72 Stunden anhalten. Typischerweise ist nur eine Seite des Kopfes betroffen, Schmerzen im gesamten Kopfbereich sind seltener.

Migräneschmerzen werden häufig von begleitenden Krankheitszeichen wie Lärm-, Lichtscheu, Übelkeit oder Erbrechen begleitet oder angekündigt. Auch extreme Müdigkeit, Hyperaktivität oder Heißhunger können einem Migräneanfall vorangehen. Solche Vorboten werden Prodromi genannt und sind nicht mit der Migräne-Aura zu verwechseln, die nur bei einem Teil (etwa zehn bis 15 Prozent) der Migränepatienten dem Schmerz vorausgeht.

Vorübergehende Sehstörungen (Flimmern, Schlieren, Linien, Gesichtsfeldausfälle), Kribbeln an Armen und Beinen und im Extremfall sogar leichte Sprachstörungen, wie zum Beispiel Wortfindungsstörungen oder in seltenen Fällen auch ein kompletter "Wortsalat", können zur Migräne-Aura gehören. Alle diese Erscheinungen verschwinden normalerweise nach spätestens einer Stunde wieder. Mit Verschwinden der Aura setzen die Kopfschmerzen ein.

Häufig treten bei ein- und demselben Patienten Migräne und Spannungskopfschmerzen in Kombination auf.

Ein Migräneanfall kann durch bestimmte Umstände (zum Beispiel Störung des Schlafrhythmus) ausgelöst werden. Versuchen Sie herauszufinden, was bei Ihnen das Auftreten eines Migräneanfalls begünstigt. Folgende biologische Faktoren und Umwelteinflüsse können einen Migräneanfall auslösen. Prüfen Sie, ob Sie einen oder mehrere davon auch bei sich beobachtet haben:

  • Hormonschwankungen bei Frauen
  • Vor und während der Periode ("menstruelle Migräne")
  • Bei der Ersteinnahme von Hormonpräparaten zur Empfängnisverhütung (Pille)
  • Nach den Wechseljahren
  • Stress
  • Situationen, die zur seelischen oder körperlichen Anspannung durch Stress führen
  • Entspannung nach Stress
  • Erwartungsangst, die Stress auslöst
  • Lärm, Flackerlicht, Aufenthalt in großer Höhe, Kälte oder verqualmten Räumen
  • Bestimmte Nahrungsmittel/Ernährung, beispielsweise bestimmte Käsesorten
  • Alkohol, besonders Rotwein
  • Schwankungen des Koffeinspiegels bei regelmäßigem Koffeingenuss (Kaffee oder schwarzer Tee)
  • Unterzuckerung (Schwankungen des Blutzuckerspiegels) zum Beispiel durch ausgelassene Mahlzeiten
  • Änderungen des Schlaf-Wach-Rhythmus, zum Beispiel Ausschlafen am Wochenende
  • Wettereinflüsse
  • Luft-, Licht- und Klimaeinflüsse

Die Attacken treten häufig in Phasen der Entspannung auf, etwa in den Abendstunden oder am Wochenende.

Schokolade scheint nicht zu den auslösenden Faktoren zu gehören. Der eventuelle Heißhunger auf Süßigkeiten kann vielmehr als Ankündigung einer Migräneattacke angesehen werden.

Es ist wichtig zu wissen, dass eine Migräne weder lebensbedrohlich noch lebensverkürzend ist! Sie kann leider (noch) nicht ursächlich behandelt werden und ist eine chronische Erkrankung. Das heißt, dass es immer wieder zu Migräneattacken kommen wird. Aber mit Ihrer Einsatzbereitschaft und Ihrem Durchhaltevermögen ist es möglich, die Schmerzen zu mindern und die Häufigkeit ihres Auftretens zu senken!

Kopfschmerz durch übermäßige Schmerzmitteleinnahme

Auch, wenn es widersprüchlich klingt: Eine ständige Anwendung von Schmerzmitteln kann auf Dauer Kopfschmerzen verursachen. Patienten, die unter Kopfschmerzen leiden, neigen aus Angst vor neuen Schmerzattacken dazu, ihre Schmerzmittel übermäßig (zu häufig oder in zu großen Mengen) einzunehmen.

Dies kann allerdings nach einer gewissen Zeit dazu führen, dass man auf die Schmerzmittel gar nicht mehr verzichten kann. Verzichtet man doch einmal auf eine Einnahme, treten schneller als zuvor wieder Kopfschmerzen auf. Diese Schmerzen fühlen sich zwar zunächst genauso an wie immer, in Wirklichkeit handelt es sich aber um eine neue Kopfschmerzform: den sogenannten Medikamenten- beziehungsweise Entzugskopfschmerz.

Weil sich der Körper an die regelmäßige Schmerzmittelzufuhr gewöhnt hat, ist er süchtig und reagiert auf ein Weglassen der Schmerzmittel mit Entzugserscheinungen. Die Folge ist: Man greift schneller und regelmäßiger zu Schmerzmitteln, was dann in den Teufelskreis (siehe Abbildung 2) aus Medikamenteneinnahme und (Entzugs-)Kopfschmerz mündet. Irgendwann verselbstständigt sich der Kopfschmerz und wird zum Dauerkopfschmerz. Dieser mittelstarke Dauerkopfschmerz wird als dumpf bis bohrend beschrieben und ist manchmal von Übelkeit begleitet. Wenn Sie Ihre Situation hier beschrieben finden und Ihre Beschwerden täglich auftreten, sollten Sie darüber nachdenken, ob Sie bereits unter einem Medikamentenkopfschmerz leiden.

Besonders häufig wird der Medikamentenkopfschmerz durch Schmerzmittel ausgelöst, in denen mehrere Wirkstoffe miteinander kombiniert sind.

Die gewissenhafte Auflistung aller eingenommenen Medikamente und der Menge und Dauer der Einnahme ist zur Untersuchung und Behandlung dieser Kopfschmerzart unbedingt notwendig. Ihr Arzt oder Apotheker kann Ihnen bei solch einer Auflistung behilflich sein.

Nach der Einnahme mancher Arzneimittel können Kopfschmerzen auch als Nebenwirkung auftreten. Solch ein Kopfschmerz ist zum Beispiel der Nitratkopfschmerz, der zu Beginn der Behandlung mit bestimmten blutdrucksenkenden Mitteln auftritt. Häufig verschwinden diese Kopfschmerzen bei regelmäßiger Anwendung des Medikaments nach einigen Wochen von selbst.

Cluster-Kopfschmerz

Das Wort "Cluster" bedeutet "Haufen, Bündel". Wenn sich viele Kopfschmerzattacken in einem bestimmten Zeitraum häufen beziehungsweise "bündeln", wird dies daher als "Cluster-Kopfschmerz" bezeichnet.

Die Attacken treten mit einer Häufigkeit von einmal in zwei Tagen bis hin zu achtmal täglich auf und halten etwa 15 Minuten bis zu drei Stunden an. Oft werden die Patienten in den Nachtstunden von Schmerzanfällen heimgesucht, aber auch am Tage können Attacken vorkommen. Glücklicherweise haben die meisten Menschen vor und nach solchen Anfällen "Cluster-freie" Tage, Wochen oder sogar Monate.

Die Schmerzen sind immer einseitig und betreffen die Augenhöhle und die Schläfenregion. Typischerweise berichten die Patienten eine Bewegungsunruhe ("pacing around") während der Attacken. Männer sind häufiger von den extrem heftigen, plötzlichen Schmerzen betroffen, die mit Tränen und Rötung der Augen, verengten Pupillen, Naselaufen, verstopfter Nase, Gesichtsrötung, Gesichtsschwitzen und/oder einem hängenden Augenlid einhergehen. Das Verhältnis von betroffenen Männern zu Frauen beträgt 3:1. Die Begleiterscheinungen können gemeinsam vorkommen oder auch einzeln auftreten.

Die Ursachen sind nicht eindeutig bekannt; möglicherweise spielen hierbei Veränderungen des Hirnstoffwechsels eine Rolle; Entzündungen in bestimmten Blutgefäßbereichen des Gehirns könnten dann die Folge sein.

Durch folgende Faktoren (Triggerfaktoren) können - laut einer von der CSG (Clusterkopfschmerz-Selbsthilfe-Gruppe) zusammengestellten Liste - Cluster-Kopfschmerzattacken ausgelöst werden:

  • Alkohol (50 Prozent)
  • Flackerlicht (32,9 Prozent)
  • Grelles Licht (23,7 Prozent)
  • Lebensmittelzusatzstoffe (22,4 Prozent)
  • Gerüche (19,7 Prozent)
  • Käse (bestimmte Sorten) (17,1 Prozent)
  • Laute Geräusche (auch Musik) (15,8 Prozent)
  • Tomaten (und daraus hergestellte Produkte) (13,2 Prozent)
  • Zitrusfrüchte (5,3 Prozent)

In Klammern ist jeweils angegeben, bei wie viel Prozent der Betroffenen durch den entsprechenden Triggerfaktor eine Attacke ausgelöst werden kann.

Begleitkopfschmerz

Es gibt eine Reihe von Erkrankungen, die mit Kopfschmerzen einhergehen:

  • Kopfschmerzen, die bei Erkältung/Grippe und Magen-Darm-Entzündung auftreten
  • Kopfschmerzen, die nach Alkoholexzessen auftreten (Katerkopfschmerz)
  • Kopfschmerzen, die durch Weit- oder Kurzsichtigkeit auftreten
  • Kopfschmerzen, die bei einer Nasennebenhöhlenentzündung auftreten

Die Erkrankungen, die diesen Kopfschmerzen zugrunde liegen, sollten behandelt werden. Es besteht jedoch in den oben genannten Fällen keine akute Gefahr für den Körper.

Kopfschmerzen durch ernste Grunderkrankungen

Im Folgenden finden Sie Kopfschmerzarten beschrieben, die auf eine ernste Grunderkrankung hinweisen können. Sollte eine der genannten Kopfschmerzarten bei Ihnen vorliegen, sollten Sie umgehend Ihren Arzt aufsuchen.

Warnhinweise

  • Kopfschmerzen nach allen Arten von Kopfverletzungen
  • Kopfschmerzen mit Seh-, Sprach-, Hör-, Gefühlsstörungen und Lähmungserscheinungen im Gesicht oder an den Gliedern (Ausnahme: Migräne-Aura - aber auch dann und ganz besonders, wenn diese Zeichen zum ersten Mal bei Ihnen auftreten, gilt: Sie sollten Ihren Arzt aufsuchen, der dann sicherstellt, dass es sich wirklich um eine Aura handelt und nicht um Zeichen einer anderen Grunderkrankung)
  • Kopfschmerzen mit gleichzeitiger Nackensteifigkeit und Fieber (können auf eine Hirnhautentzündung = Meningitis hinweisen)
  • Plötzliche starke Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit (können auf eine Hirnblutung hinweisen)
  • Plötzlich auftretende Kopfschmerzen mit bisher nicht bekannter Heftigkeit (können zum Beispiel durch einen erhöhten Augeninnendruck (grüner Star) verursacht werden)
  • Kopfschmerzen, die mit plötzlicher Bewusstlosigkeit einhergehen
  • Kopfschmerzen im Zusammenhang mit psychischen Auffälligkeiten
  • Neu auftretende Kopfschmerzen nach dem 40. Lebensjahr

Typische Merkmale

Wichtigste Merkmale von Spannungskopfschmerz, Migräne und Medikamenten- beziehungsweise Entzugskopfschmerz.

Frage

Frage MigräneMigräne Spannungs- 
kopfschmerz
Spannungs- 
kopfschmerz Kopfschmerzen durch Medikamente

In welchem Bereich des Kopfes treten die

Schmerzen auf?

überwiegend einseitig, selten beidseitig

ganzer Kopf, Hinterkopf, Scheitelregion, Stirn

ganzer Kopf, meist
beidseitig

Wie lange dauern die Schmerzattacken?

vier bis 72 Stunden

vier bis 72 Stunden Stunden bis ein TagStunden bis ein Tag Dauerschmerz

Wie häufig treten die Schmerzen auf?

ein- bis sechsmal pro Monat (nie täglich)

gelegentlich bis täglich

Dauerschmerz

Wie stark sind die

Schmerzen?

stark

leicht bis mittel

mittel bis stark

Wie fühlt sich der

Schmerz an?

pochend, hämmernd, pulsierend

dumpf, drückend

dumpf, bohrend, stechend

Gibt es Begleiterscheinungen?

Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit

kaum

leichte Übelkeit und Lichtscheu

Wodurch werden die Schmerzen ausgelöst?

Alkohol, Stress, Hormonschwankungen (siehe oben), Wochenende

zunächst Stress und Wetterwechsel, später ohne Auslöser

ständige
Schmerzmittelein-
nahme

Sonstiges

während eines Migräneanfalls: Aufsuchen ruhiger und dunkler Räume

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imitiert zunächst den zugrunde liegenden
Kopfschmerz (zum Beispiel Migräne)

Abbildung 3 verdeutlicht noch einmal die verschiedenen Bereiche, in denen die unterschiedlichen Kopfschmerzformen auftreten:

Migräne

  • Pochender, pulsierender, hämmernder Schmerz, meist halbseitig, selten beidseitig
  • Begleiterscheinungen: Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit
  • Dauer der Schmerzattacke: vier bis 72 Stunden

Spannungskopfschmerz

  • Dumpf-drückender Schmerz in der Stirn-, Schläfen- und/oder Scheitelregion,
  • Oft gesamter Kopf, beidseitig, haubenförmig
  • Kaum Begleiterscheinungen
  • Dauer der Schmerzattacke: mehrere Stunden bis zu einem Tag 

Wann muss ich zum Arzt gehen?

Der Erfolg einer Kopfschmerzbehandlung steht und fällt mit dem frühzeitigen Behandlungsbeginn, der Erkennung der vorliegenden Kopfschmerzform und der guten Zusammenarbeit von Arzt und Patient.

Kopfschmerzen, die so stark sind, dass Sie sich dadurch beeinträchtigt fühlen, sollten Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Viele Menschen, die an schweren dauerhaften Kopfschmerzformen leiden, gehen nie oder erst sehr spät zum Arzt. Ihre Umwelt bestärkt sie in dem Glauben, Kopfschmerzen seien keine Krankheit. Das ist jedoch ein Vorurteil. Die meisten Kopfschmerzformen sind behandlungsbedürftige Erkrankungen, die dem Arzt vorgestellt werden sollten.

Sie sollten auf jeden Fall mit Ihrem Arzt Kontakt aufnehmen, wenn

  • Sie an mehr als zehn Tagen im Monat Kopfschmerzen haben,
  • Sie Ihre Schmerzmittel immer häufiger (öfter als zehnmal im Monat) oder in immer größeren Mengen einnehmen müssen,
  • Sie zusätzlich zu den Kopfschmerzen einen steifen Nacken und/oder Fieber haben,
  • Ihre Kopfschmerzen stärker werden, häufiger auftreten oder sich die Schmerzart ändert (zum Beispiel von pochend-pulsierend zu dumpf-drückend),
  • Ihr Kopfschmerz im Zusammenhang mit Kurzatmigkeit, Fieber auftritt und/oder mit Krankheitszeichen, die Ihre Augen, Ohren, Nase oder Hals beeinträchtigen,
  • Ihr Kopfschmerz von starker Übelkeit begleitet wird,
  • Ihre Kopfschmerzen gemeinsam mit Sehstörungen auftreten,
  • die Ursache Ihres Kopfschmerzes eine Kopfverletzung ist.