Es gehört wie das Spinaliom zum hellen Hautkrebs und ist der häufigste semimaligne (halbbösartige) Hauttumor in Nordeuropa. Ein Basaliom bildet meistens keine Tochtergeschwülste (Metastasen), kann aber von der Haut ausgehend in Nachbargewebe wachsen und dort Knorpelgewebe und Knochen zerstören.

In Deutschland erkranken jährlich mehr als 230.000 Menschen erstmals an Hautkrebs. Etwa 60 Prozent dieser Krebserkrankungen entfallen auf das Basaliom. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Im Schnitt sind die Patienten etwa 60 Jahre alt. Vor dem 40. Lebensjahr ist ein Basaliom eher selten, doch steigt die Zahl der jüngeren Betroffenen tendenziell an.

Ein Basaliom kann in umliegendes Gewebe wie Knochen, Muskeln und Bindegewebe hineinwachsen und es zerstören. Es siedelt jedoch nur selten Tochtergeschwülste in andere Organe oder Körperregionen ab. Mediziner bezeichnen diese Eigenschaft als halbbösartig oder semimaligne.

Die Heilungschancen sind umso besser, je früher die Behandlung beginnt.

Wie entsteht ein Basaliom?

Ein Basaliom geht von den Zellen der Oberhaut, der Epidermis, und der Haarfollikel aus. Verschiedene Faktoren können dazu führen, dass diese Zellen entarten:

  • Lebenslang gesammelte UV-Strahlendosis: Vor allem UV-B-Strahlung, aber auch UV-A-Strahlung gelten als Hauptauslöser des Basalioms.
  • Dauerkontakt mit Chemikalien wie Arsen kann in sehr seltenen Fällen ein Basaliom verursachen.
  • Auch eine langfristige immunsuppressive Therapie, mit der aus therapeutischen Gründen das Abwehrsystem teilweise unterdrückt wird, kann ein Basaliom begünstigen.

Zur Risikogruppe gehören Menschen mit

  • zahlreichen Leberflecken,
  • sehr heller Haut,
  • erblicher Vorbelastung,
  • häufigen Sonnenbränden in der Kindheit. 

Woran kann ich ein Basaliom erkennen?

Sie sollten Ihre Haut regelmäßig selbst untersuchen, um ein Basaliom frühzeitig zu erkennen. Außerdem sollte ein Hautarzt die Haut in regelmäßigen Abständen kontrollieren. Seit Juli 2008 haben gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre einen Anspruch auf eine Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs. TK-Versicherte können bereits ab einem Alter von 20 Jahren alle zwei Jahre an einem Hautkrebs-Screening bei einem Facharzt teilnehmen.

Typische Anzeichen für einen hellen Hautkrebs können rötliche Verfärbungen und juckende oder blutende Stellen sein, die innerhalb von sechs Wochen nicht verheilen. Suchen Sie baldmöglichst einen Hautarzt auf, wenn Sie eine solche Hautveränderung entdeckt haben.

Ein Basaliom kann anfangs auch wie ein kleiner Pickel aussehen, der meistens von winzigen Blutgefäßen durchzogen ist. Später entstehen häufig zentrale Vertiefungen und es bildet sich ein Randwall. Typisch für ein Basaliom ist, dass dieser Randwall aus kleinsten Knötchen besteht, die wie Perlen aneinandergereiht sind. Die Geschwüre verkrusten häufig und können immer wieder bluten.

Wo treten Basaliome vornehmlich auf?

Basaliome wachsen meist an Körperstellen, die besonders häufig dem Sonnenlicht ausgesetzt sind. Dazu gehören Gesicht, Kopf, Dekolleté, Schultern, Nacken und Fußrücken.

80 Prozent der Basaliome finden sich am Kopf oder Hals, zum Beispiel als Tumoren der äußeren Nase oder des äußeren Ohrs. Etwa 20 Prozent entstehen an Stellen, die der Sonne eher weniger ausgesetzt sind, zum Beispiel am Körperstamm.

Welche Untersuchungen sind notwendig?

Dem Hautarzt genügt zumeist eine Betrachtung mit dem bloßen Auge (sogenannte Blickdiagnose), um den Verdacht auf die Diagnose Basaliom zu äußern.

Zusätzlich kann der Hautarzt die Hautveränderungen mit dem Auflichtmikroskop in starker Vergrößerung betrachten.

Zur Bestätigung der Diagnose entnimmt er Hautproben an den betroffenen Stellen. Ein speziell dafür ausgebildeter Arzt, ein Pathologe, untersucht diese Hautproben anschließend unter dem Mikroskop.

Bei sehr weit fortgeschrittener Erkrankung kann der Arzt mithilfe von bildgebenden Verfahren wie Magnetresonanz- und Computertomografie abschätzen, ob bereits angrenzende Knochen vom Krebs betroffen sind.

Wie behandelt der Arzt ein Basaliom?

Die beste und sicherste Therapie ist, das Basaliom operativ zu entfernen. Wichtig ist, dass nach der Operation keine Tumorreste mehr zurückbleiben. Findet der Pathologe an den Schnitträndern des entnommenen Gewebes Tumorreste, folgt eine Nachoperation, um das Basaliom vollständig zu entfernen.

Entstehen bei der Operation eines Basalioms größere Hautdefekte, verschließt der Arzt diese durch eine Hauttransplantation oder andere chirurgische Verfahren.

Komplikationen der Operation sind unerwünschte Blutungen und im Anschluss daran Nachblutungen, Infektionen der Wunde, Wundheilungsstörungen sowie überschießende Narbenbildung.

Gibt es weitere Therapiemöglichkeiten?

Kann ein Patient zum Beispiel wegen seines hohen Alters nicht operiert werden, stehen andere Therapieverfahren zur Verfügung:

  • Strahlentherapie
  • Vereisung oder auch Kryotherapie von kleineren, oberflächlichen Tumoren, insbesondere an den Augenlidern und bei Patienten höheren Alters
  • Immunologische Therapie mit einer Salbe, deren Wirkstoff das Immunsystem der Haut dazu anregt, gegen den Tumor vorzugehen
  • Photodynamische Therapie: Bei diesem Verfahren wird eine Salbe auf die betroffene Haut aufgetragen, deren Inhaltsstoff die kranken Zellen aufnehmen. Der Hautarzt bestrahlt die vorbehandelte Stelle anschließend mit einer speziellen Lampe, woraufhin die kranken Zellen zerfallen. Die gesunden Zellen sind von dieser chemischen Reaktion weitgehend nicht betroffen. Anschließend bildet sich in der Regel eine Kruste, unter der gesunde Haut nachwächst.
  • Örtlich begrenzte Chemotherapie mit speziellen Salben

Alle diese Behandlungsmethoden haben gegenüber der Operation den Nachteil, dass keine Aussagen darüber möglich sind, ob der Tumor vollständig zerstört oder entfernt wurde.

Wie gut sind die Behandlungserfolge?

Da Basaliome meistens keine Tochtergeschwülste bilden, ist die Prognose gut. Der Krankheitsverlauf ist bei über 90 Prozent der Betroffenen günstig. Dennoch kann das Basaliom erneut wachsen, vor allem innerhalb der ersten beiden Jahre nach der Operation. In diesen Fällen ist in der Regel eine erneute Operation notwendig.

Welche Auswirkungen hat ein Basaliom auf die Lebensführung?

Nach einer Basaliombehandlung ist konsequenter Sonnenschutz besonders wichtig.

In den ersten drei Jahren nach der Therapie sollten Betroffene einmal im Jahr, bei Vorliegen von Risikofaktoren auch öfter, zur Nachsorgeuntersuchung zum Hautarzt gehen. Wenn neue Basaliome auftreten - sei es im Bereich der Operationsnarbe oder an anderer Stelle - dann am häufigsten in den ersten drei Jahren nach der Therapie. Auch anschließend sollten Betroffene ihre Haut engmaschig selbst untersuchen und sie lebenslang regelmäßig vom Hautarzt kontrollieren lassen.

Wie kann ich mich vor Hautkrebs schützen?

UV-Strahlung gilt als Hauptrisikofaktor für Hautkrebs. Schützen Sie daher sich und Ihre Kinder vor Sonnenbränden und intensiver Sonnenstrahlung. Beachten Sie folgende Ratschläge im Umgang mit der Sonne:

  • Gewöhnen Sie die Haut langsam und behutsam an die Sonne.
  • Vermeiden Sie Aktivitäten im Freien in der Zeit zwischen elf und 15 Uhr.
  • Setzen Sie Babys keiner direkten Sonnenbestrahlung aus und lassen Sie Kleinkinder nur bekleidet in der Sonne spielen.
  • Kleidung, Kopfbedeckung und Sonnenbrille schützen am besten vor schädlichen UV-Strahlen.
  • Verwenden Sie Sonnenschutzmittel mit einem hohen Lichtschutzfaktor.
  • Meiden Sie Sonnenstudios, denn sie fördern die Entstehung von Hautkrebs.