Ein malignes Melanom tritt vorwiegend auf Hautbereichen auf, die der Sonne ausgesetzt sind. Bei Frauen entwickeln sich Melanome bevorzugt an den Unterschenkeln, bei Männern eher am Rücken.

Melanozyten sorgen normalerweise dafür, dass sich die Haut bei Sonnenbestrahlung braun färbt. Das maligne Melanom - auch schwarzer Hautkrebs genannt - tritt bei hellhäutigen Menschen weltweit immer häufiger auf. In Deutschland erkranken jährlich etwa 28.000 Menschen neu an einem malignen Melanom.

Der genaue Entstehungsmechanismus maligner Melanome ist nicht bekannt. Wichtigster Risikofaktor ist die UV-Strahlung. Wiederholte schwere Lichtschäden der Haut insbesondere in der Kindheit, also übermäßige Sonnenbestrahlung mit Sonnenbränden, sowie übermäßiges Sonnenbaden im Urlaub steigern das Risiko, ein malignes Melanom zu entwickeln. Aber auch eine erbliche Veranlagung scheint eine Rolle zu spielen. Besonders hellhäutige Menschen, Personen, die in Regionen mit hoher Sonneneinstrahlung wohnen, sowie Menschen mit sehr vielen Muttermalen sind gefährdet.

Etwa jedes dritte maligne Melanom entwickelt sich aus vorbestehenden Muttermalen oder Leberflecken. Daher gilt ein besonderes Augenmerk der Zahl und dem Aussehen der Leberflecke am Körper. Grundsätzlich gilt zudem: Je mehr Leberflecken vorhanden sind, desto größer ist das Melanomrisiko.

Die Wahrscheinlichkeit, an einem malignen Melanom zu erkranken, ist etwa zwischen dem 40. und dem 50. Lebensjahr am größten.

Wie sieht ein malignes Melanom aus?

Maligne Melanome können unterschiedliche Formen annehmen. Anfangs sieht man oft nur einen kleinen, unregelmäßig begrenzten dunklen Fleck, einen glatt begrenzten schwarzen Knoten oder seltener einen rosa-grauen Fleck mit kleinem wallartigem Rand. Melanome ohne Farbstoff (Pigment) sind sehr selten, kommen aber vor. Auch sonst sind viele Abweichungen von dieser Beschreibung möglich.

Beginnt ein vorhandenes Muttermal zu jucken, zu nässen oder zu bluten, empfiehlt sich ein Arztbesuch. Ebenso sollten ein Dunklerwerden, ein Wachstum oder eine unterschiedliche Pigmentierung innerhalb eines Muttermals den Betroffenen zum Arzt führen.

Melanome können oberflächlich in die Breite und in die Tiefe in untere Hautschichten wachsen. Sind sie noch auf die Hautoberfläche begrenzt, sind die Behandlungsaussichten sehr gut, weil eine Bildung von Absiedelungen (Metastasen) noch nicht stattgefunden hat.

Wächst der Tumor jedoch in die Tiefe, kann es rasch zur Ausbildung von Absiedelungen und Tochtergeschwülsten kommen, zunächst in die umgebenden Hautareale und/oder die nächstgelegenen Lymphknoten. Außerdem streuen die bösartigen Zellen in innere Organe, bevorzugt in die Lunge, die Leber, die Knochen und ins Gehirn. In diesem Stadium sind die Chancen auf Heilung wesentlich schlechter. Daher ist die rechtzeitige Erkennung des Tumors äußerst wichtig.

Um Hautveränderungen frühzeitig zu erkennen, sollten Sie Ihre Haut einmal monatlich auf Veränderungen untersuchen. Außerdem sollte ein Hautarzt die Haut in regelmäßigen Abständen kontrollieren. Seit Juli 2008 haben gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre einen Anspruch auf eine Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs. TK-Versicherte können bereits ab einem Alter von 20 Jahren alle zwei Jahre an einem Hautkrebs-Screening bei einem Facharzt teilnehmen.

An welchen Stellen tritt diese Erkrankung am häufigsten auf?

Die meisten malignen Melanome treten in Körperregionen auf, die mit dem Auge sichtbar sind.

Melanome können am ganzen Körper auftreten. Sie finden sich oftmals in Gebieten, die dem Sonnenlicht besonders häufig und intensiv ausgesetzt sind, zum Beispiel der Unterschenkel bei Frauen oder der Rücken bei Männern.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Nicht selten genügt dem Hautarzt eine Betrachtung mit dem bloßen Auge, um den Verdacht auf ein malignes Melanom zu äußern.

Ergänzend betrachtet er die verdächtige Hautveränderung in starker Vergrößerung mithilfe des Auflichtmikroskops.

Die Beurteilung nach dem Aussehen erfolgt anhand der ABCDE-Regel. Beurteilt werden:

  • "A" = Asymmetrische Form (Maligne Melanome wachsen bevorzugt in eine Richtung. Daher ist eine Hautveränderung mit asymmetrischer Form verdächtig.)
  • "B" = Begrenzung unregelmäßig (Ein malignes Melanom geht ohne Übergang in die gesunde helle Haut über. Seine Begrenzung ist unscharf.)
  • "C" = Colour (Farbe) unregelmäßig (Maligne Melanome habe eine in sich uneinheitliche Färbung. So reicht die Hautkrebs-Farbe von rötlich über braun und schwarz bis grau, in seltenen Fällen auch weißlich.)
  • "D" = Durchmesser größer als zwei Millimeter 

Manchmal tritt noch ein fünfter Aspekt zur Beurteilung eines Hautmals hinzu:

  • "E" = Erhabenheit (wenn eine Stelle über die Hautoberfläche nach oben gewachsen ist, also über die restliche Hautoberfläche hinausragt.)

Je mehr Kriterien positiv sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um ein malignes Melanom handelt.

Der Arzt kann das mithilfe der digitalen Auflichtmikroskopie gewonnene Bildmaterial speichern, um festzustellen, ob sich Pigmentflecken mit der Zeit verändern.

Besteht der Verdacht auf ein malignes Melanom, schneidet der Arzt den veränderten Bereich der Haut heraus und untersucht das Gewebe genau unter dem Mikroskop.

In einigen Fällen, zum Beispiel bei großflächigen Tumoren im Gesicht, entnimmt er nur eine Gewebeprobe, die er anschließend ausführlich untersucht.

So kann der Arzt die Diagnose sichern. Sollte sich bei der Untersuchung herausstellen, dass sich an einem der Schnittränder bösartig veränderte Zellen befinden, ist eine Nachoperation erforderlich.

Um zu untersuchen, ob sich der Krebs schon im Körper ausgebreitet hat, sind weitere Untersuchungen erforderlich. In Abhängigkeit vom Tumorstadium und vom Risiko für Absiedelungen, kommen Verfahren wie Ultraschalluntersuchungen der Lymphknoten oder die Entfernung und mikroskopische Untersuchung der Lymphknoten infrage. Darüber hinaus können Ultraschalluntersuchungen der Bauchorgane, eine Magnetresonanztomografie oder eine Positronen-Emissions-Tomografie/Computertomografie (PET/CT) zum Einsatz kommen. Eine Knochenszintigrafie zum Ausschluss von Knochenmetastasen kann ebenfalls erforderlich sein. Außerdem untersucht der Arzt bestimmte Tumormarker im Blut, zum Beispiel das S100-Protein.

Die fünf Melanomstadien

Fasst man die Einzelmerkmale Dicke, Lymphknotenbefall und Fernmetastasen zusammen, kann man Melanome in fünf Stadien einteilen, die mit römischen Ziffern bezeichnet werden:

  • Im Stadium 0 ist die Rede von einem Melanoma in situ, das heißt, der Krebs ist begrenzt und wenig aktiv. Nur ein Teil dieser frühen Tumore entwickelt sich weiter. Im Stadium I ist der Tumor nicht dicker als zwei Millimeter, es liegt kein Lymphknotenbefall vor und es gibt auch keine Fernmetastasen.
  • Im Stadium II ist der Tumor dicker als zwei Millimeter, Lymphknoten sind nicht befallen, und es liegen auch keine Fernmetastasen vor.
  • Im Stadium III gibt es bereits Lymphknoten-Metastasen, aber keine Fernmetastasen.
  • Im Stadium IV finden sich auch Fernmetastasen.

Diese Stadien können jeweils in A, B und C unterteilt sein, in Abhängigkeit davon, wie dick der Tumor genau ist und ob eine geschwürige Veränderung vorliegt. Als Faustregel ist festzuhalten: Die Prognose ist umso besser, je kleiner die Stadien-Ziffer ist. Eine Ausnahme von dieser Regel ist das Stadium IIC, das eine schlechtere Prognose hat als das Stadium IIIA.

Wie wird ein malignes Melanom behandelt?

Nach Abschluss der Diagnostik erfolgt die Therapie. Wann welches Verfahren eingesetzt wird, hängt von verschiedenen Faktoren, wie zum Beispiel Größe und Stadium des Tumors und Bestehen von Tochtergeschwülsten, ab. Mitunter werden einige Behandlungsmöglichkeiten auch kombiniert eingesetzt.

Operation

Die Operation ist die wichtigste Behandlungsmaßnahme beim malignen Melanom. Für den Eingriff reicht oft eine lokale Betäubung aus. Der Arzt entfernt den Tumor mit einem Sicherheitsabstand. Je nach Tumorgröße entfernt er wenige Zentimeter gesundes Gewebe um die Geschwulst herum, um einem Wiederauftreten vorzubeugen.

Wenn bei der operativen Entfernung von malignen Melanomen größere Wunden und Defekte entstanden sind, kann der Arzt diese durch eine Hauttransplantation oder andere chirurgische Verfahren behandeln.

Wenn ein Risiko besteht, dass die benachbarten Lymphknoten ebenfalls befallen sind, untersucht man auch die Wächter-Lymphknoten (Sentinel). Diese werden genau untersucht. Sind sie bereits befallen, entfernt man auch die anderen Lymphknoten der Region.

Strahlentherapie

Bei einigen Melanomen ist eine Operation nicht geeignet. Dann kommt eine Bestrahlung infrage. Auch bei Patienten, bei denen die Lymphknoten befallen sind oder die Fernmetastasen entwickelt haben, kann nach der Operation eine Strahlentherapie sinnvoll sein.

Immuntherapie

Eine andere Form der Behandlung ist die Immuntherapie. Patienten mit fortgeschrittenem malignem Melanom erhalten nach der Operation einen Wirkstoff, zum Beispiel Interferon-alpha, der das Abwehrsystem stimuliert. Ziel ist es, noch vorhandene Krebszellen abzutöten. Bei Patienten mit Fernmetastasen, die nicht operiert werden können, kann zu diesem Zweck auch ein monoklonaler Antikörper zum Einsatz kommen.

Monoklonale Antikörper entsprechen im Prinzip den Antikörpern unseres Immunsystems. Das Spezielle an ihnen ist, dass sie gezielt gegen ein Molekül wirken, das zum Beispiel an der Oberfläche von Krebszellen sehr häufig vorkommt. Auch können sie im Labor in einer Kultur identischer Zellen - daher "monoklonal" - in unbegrenztem Maße erzeugt werden. Im Fall des Melanoms kommt der Antikörper Ipilimumab infrage. Er hat die Wirkung, dass aktive, aber gehemmte T-Zellen des Immunsystems enthemmt werden und Krebszellen attackieren können. Leider spricht nur ungefähr einer von sechs Patienten objektiv auf die Therapie an. Auch setzt der Therapieerfolg häufig erst langsam ein. In Studien konnte jedoch gezeigt werden, dass im Falle eines Ansprechens die Wirkung dann lange anhält.

Chemotherapie

Auch eine Chemotherapie kommt möglicherweise infrage. Hierbei werden Medikamente, die das Zellwachstum hemmen (Zytostatika), eingesetzt. Diese Behandlung ist besonders bei schnell wachsenden Zellen, zu denen Krebszellen gehören, wirksam.

Therapie mit Medikamenten, die gezielt den Tumor angreifen

Bei Patienten mit Fernmetastasen können darüber hinaus weitere Medikamente zum Einsatz kommen, die gezielt den Tumor angreifen. Dabei handelt es sich um Medikamente, die bestimmte Signalwege, die für die Entwicklung und das Fortschreiten des Tumors von Bedeutung sind, hemmen.

Wie gut sind die Behandlungserfolge?

Bei frühzeitiger Behandlung und vollständiger Entfernung des malignen Melanoms ist die Prognose gut. Hat das Melanom bereits Metastasen gebildet, so ist die Prognose ungünstig.

Experten empfehlen eine intensive Nachsorge, insbesondere in den ersten fünf Jahren nach der Operation. In diesem Zeitraum treten Studien zufolge 80 Prozent aller Metastasen auf. Die Patienten sollten innerhalb der ersten zehn Jahre regelmäßig Kontrolluntersuchungen durchführen lassen. Wie intensiv sie sich gestalten, hängt unter anderem von den ursprünglichen Tumoreigenschaften, wie Größe, Lymphknotenbefall oder bereits vorhandene Metastasen ab.

Bei allen Patienten erfolgt eine körperliche Untersuchung. Abhängig vom Stadium des Tumors und der seit der Operation vergangenen Zeit können Untersuchungen wie die Bestimmung von S100B im Blut, Ultraschalluntersuchungen der Lymphknoten und weitere bildgebende Verfahren hinzukommen. Auch bei der Nachsorge gilt: Zweit-Melanome oder Metastasen sind nur bei frühzeitiger Erkennung mit Erfolg behandelbar. Es ist daher notwendig, die Nachsorgetermine konsequent wahrzunehmen.

Was sollte sonst noch beachtet werden?

Nach einer Erkrankung an einem malignen Melanom muss der Betroffene noch konsequenter als ohnehin empfohlen auf Sonnenschutz achten.

Wichtig ist, dass man sich selbst genau beobachtet und untersucht. Bei auffälligen neu aufgetretenen oder auch sich verändernden alten Hauterscheinungen sollte man sofort den Arzt aufsuchen.