Das Spinaliom ist der zweithäufigste Hauttumor. Man schätzt, dass in mitteleuropäischen Regionen etwa 20 bis 30 von 100.000 Menschen pro Jahr neu daran erkranken. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 70 Jahren. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. In Ländern mit höherer Sonnenbestrahlung beispielsweise in Australien, ist diese Form des Hautkrebses noch wesentlich häufiger.

Wodurch entsteht ein Spinaliom?

Die häufigste Ursache für die Entstehung des Spinalioms ist eine jahrelange, übermäßige Sonneneinstrahlung. Vor allem UV-A- und UV-B-Strahlung kann die Hautzellen schädigen.

Da vor allem Gesicht und Hände intensiver Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, treten Spinaliome bevorzugt in diesen Regionen auf. Hellhäutige Menschen sind empfindlicher gegenüber UV-Strahlen und deshalb häufiger betroffen als dunkelhäutige Menschen.

Außer dem Sonnenlicht kennt man noch eine Reihe anderer Risikofaktoren für die Entstehung von Spinaliomen. Substanzen wie Arsen oder Teerprodukte können eine Entartung der Hautzellen hervorrufen. Ein Spinaliom an der Lippe von Rauchern kann Folge des Teerbestandteils im Tabakrauch sein. Auch humane Papillomaviren (HPV) können vermutlich ein Spinaliom auslösen, vor allem an den Geschlechtsorganen.

Weitere Ursachen, die das Risiko für ein Spinaliom erhöhen, sind zum Beispiel lang bestehende, chronische Wunden und Entzündungen, Narben, Verbrennungen oder Röntgenstrahlen.

Besonders gefährdet sind Menschen, deren Immunsystem durch Medikamente (zum Beispiel nach einer Organtransplantation) oder durch eine HIV-Infektion geschwächt ist.

Wie erkennt man ein Spinaliom?

Dieser Hautkrebs kann in Form von kleinen, derben Knötchen oder schuppenden roten Flecken auftreten. Die Oberfläche ist mitunter mit einer dicken und harten Hornschicht bedeckt. Diese lässt sich schlecht oder gar nicht lösen und es blutet beim Versuch sie abzuziehen. Im weiteren Verlauf entstehen oft größere Knoten, die in das umgebende Gewebe hineinwachsen können. Das Spinaliom befindet sich oberflächlich auf der Haut, sodass dieser Tumor früh festzustellen ist. Der Übergang vom Hautbereich, der vorgeschädigt ist, bis hin zum Krebs, erfolgt aber häufig unbemerkt.

Am häufigsten sind Spinaliome am Kopf zu finden, seltener an Handrücken, Fingern oder Unterarmen. Auch die Mundschleimhaut und die Geschlechtsorgane können betroffen sein.

Bei etwa fünf Prozent der Patienten bilden sich in anderen Organen Tochtergeschwülste (Metastasen) aus.

Wie wird ein Spinaliom diagnostiziert?

Ein Arzt wird die Hauterscheinungen zunächst untersuchen und den Patienten ausführlich befragen. Er sichert die Diagnose dann anhand einer Gewebeprobe (Biopsie), die er aus dem verdächtigen Hautbereich entnimmt und unter dem Mikroskop untersucht. Untersuchungen wie Röntgen, Ultraschall (Sonografie), Computer- oder Magnetresonanztomografie dienen vor allem zur Kontrolle, ob sich bereits Metastasen in anderen Organen gebildet haben.

Welche Behandlungsmethoden gibt es?

Ziel jeder Behandlung ist es, den Tumor vollständig zu entfernen und seine Ausbreitung zu verhindern. Je früher der Eingriff erfolgt, desto besser sind die Aussichten auf eine Heilung. Welche Behandlung geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren wie Tumorgröße und -lokalisation ab.

Operation

Die Operation gilt als bevorzugte Behandlungsmaßnahme. Dabei entfernt der Arzt den Tumor mit einem Sicherheitsabstand zum gesunden Gewebe sowie Lymphknoten, falls diese von entarteten Zellen befallen sind.

Strahlentherapie

Durch eine Strahlentherapie lassen sich Krebszellen abtöten. Sie kann allein oder zusätzlich zu einer Operation erfolgen. Auch eine Kombination mit der Chemotherapie ist möglich.

Weitere Verfahren

In manchen Fällen (zum Beispiel wenn eine Operation nicht möglich ist oder bei bestimmten Tumoren) können auch andere Methoden zum Einsatz kommen, zum Beispiel Vereisung (Kryotherapie) oder eine photodynamische Therapie. Bei der photodynamischen Therapie erhalten die Betroffenen ein Medikament, das die Krebszellen lichtempfindlich macht, anschließend erfolgt eine Bestrahlung, die diese Zellen abtöten soll.

Eine weitere Möglichkeit ist die Behandlung der betroffenen Hautstellen mit Cremes. Hierfür verwendet man entweder ein Zytostatikum (lokale Chemotherapie) oder ein Medikament, welches das Immunsystem der Haut aktiviert und so den Tumor bekämpft (lokale Immuntherapie).

Chemotherapie

Die Chemotherapie kommt vor allem bei fortgeschrittenen Tumorstadien zum Einsatz, wenn sich Tumorzellen in andere Organe ausgebreitet haben.Dabei erhält der Betroffene Medikamente, die das Zellwachstum hemmen (Zytostatika).

Was ist nach der Behandlung zu beachten?

Nach der Therapie eines Spinalioms müssen in regelmäßigen Abständen Kontrolluntersuchungen stattfinden, um die nicht selten wiederkehrenden Tumoren rechtzeitig erkennen und behandeln zu können.

Wie ist der Krankheitsverlauf?

Je früher Spinaliome der Haut erkannt und behandelt werden, desto besser sind die Heilungsaussichten. Tumoren mit einer Größe unter einem Zentimeter metastasieren selten und haben die beste Prognose. Die meisten Spinaliome werden in diesem Stadium erkannt und können daher gut behandelt werden. Wenn sich Tochtergeschwülste (Metastasen) ausgebildet haben, ist die Prognose wesentlich ungünstiger. Spinaliome bei immunsupprimierten Patienten (mit Unterdrückung der Immunreaktion zum Beispiel zur Verhinderung von Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantationen) können einen aggressiveren Krankheitsverlauf nehmen.

Wie kann man sich vor einem Spinaliom schützen?

UV-Strahlen sind der entscheidende Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs. Deshalb lässt sich das Risiko, an einem Spinaliom zu erkranken, vermindern, indem man ausgedehnte Sonnenbäder vermeidet und sich durch Kleidung und Sonnenschutzcremes vor den Sonnenstrahlen schützt. Um sogenannte Krebsvorstufen (Präkanzerosen) zu entdecken, sollte ein Hautarzt die Haut in regelmäßigen Abständen kontrollieren. So kann er die Präkanzerosen frühzeitig erkennen und entfernen. Seit dem 1. Juli 2008 haben gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre einen Anspruch auf eine Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs. TK-Versicherte können bereits ab einem Alter von 20 Jahren alle zwei Jahre an einem Hautkrebs-Screening bei einem Facharzt teilnehmen.

Bei beruflichem Kontakt mit krebsauslösenden Stoffen ist auf ausreichende Schutzmaßnahmen zu achten. Sinnvoll ist außerdem der Verzicht auf das Rauchen.