Die Parkinson-Krankheit wird auch als Schüttellähmung bezeichnet. Etwa 1 bis 1,5 Prozent der über 60-Jährigen sind betroffen.

Was sind die Symptome der Parkinson-Krankheit?

Die Parkinson-Krankheit ist durch Bewegungslosigkeit und Bewegungsstarre (Akinese) gekennzeichnet. Zusätzlich tritt mindestens eines der drei folgenden typischen Symptome auf:

  • Rigor: Steifheit und Starre durch eine erhöhte Muskelspannung
  • Tremor: Zittern, das vor allem in Ruhe auftritt
  • Posturale Instabilität: mangelnde Stabilität der aufrechten Körperhaltung

Die Patienten bemerken, dass ihre Schrittlänge kleiner wird, und haben das Gefühl, dass ihre Füße am Boden festkleben. Oft haben sie Startschwierigkeiten beim Gehen. Insgesamt fallen die Bewegungen schwerer und sind verlangsamt. Der Körper ist nach vorn oder zur Seite geneigt.

Außerdem können weitere Symptome hinzukommen: Im Gesicht fallen eine Verarmung der Mimik und eine gesteigerte Talgproduktion auf (Salbengesicht). Auch die Sprache wird leiser, heiser und klingt monoton, sodass die Betroffenen oft schwer zu verstehen sind. Die Patienten können nicht mehr richtig schlucken, sodass der Speichel aus dem Mund läuft. Das Schriftbild verändert sich: Es wird kleiner und unleserlicher.

Ebenso wie die körperliche Beweglichkeit kann auch die geistige Flexibilität eingeschränkt sein, was sich durch Schwierigkeiten beim Erfassen neuer Situationen und eine Verlangsamung des Denkens bemerkbar macht. Parkinson-Patienten haben ein erhöhtes Risiko, eine Demenz (Verlust der intellektuellen Funktionen wie Denken, Erinnern und Verknüpfen von Denkinhalten) zu entwickeln. Häufig leiden die Betroffenen auch unter depressiven Verstimmungen bis hin zu schweren Depressionen. Auch Schlafstörungen können auftreten.

Zusätzlich können Empfindungsstörungen, Schmerzen, eine Veränderung des Blutdrucks, Störungen von Temperaturregulation, Harnblasen- und Darmfunktion und sexuellen Funktionen auftreten. 

Wie entsteht Morbus Parkinson?

Beim Morbus Parkinson liegt ein Mangel des Botenstoffs Dopamin im Gehirn vor. Ursache ist der Untergang von Hirngewebe in einer bestimmten Hirnregion (Substantia nigra), in der das Dopamin gebildet wird. Es kommt zu einem stetigen Verlust von Nervenzellen im Gehirn, die Dopamin enthalten. Der Dopaminmangel beeinflusst weitere Botenstoffe, was durch komplexe Wechselwirkungen zu den Krankheitssymptomen führt.

In 75 Prozent der Fälle lassen sich keine Ursachen für das Entstehen der Erkrankung finden (idiopathisches Parkinson-Syndrom).

Morbus Parkinson kann genetisch bedingt sein. Patienten mit genetischem Parkinson-Syndrom erkranken meist schon vor dem 40. Lebensjahr daran.

Auch andere neurologische Erkrankungen können Ursache des Morbus Parkinson sein, zum Beispiel bei einer Demenz vom Lewy-Körper-Typ.

Sind äußere Ursachen für die Erkrankung nachweisbar, wie etwa eine Vergiftung des Gehirns durch schädigende Substanzen wie Mangan, Methanol, Zyanid oder Kohlenmonoxid, spricht man von einem symptomatischen Parkinson-Syndrom. Auch häufige, rasch aufeinanderfolgende schwere Erschütterungen des Kopfes (zum Beispiel bei Boxern), Durchblutungsstörungen, Tumoren und Entzündungen können ein symptomatisches Parkinson-Syndrom auslösen.

Wie wird die Erkrankung diagnostiziert?

Die Diagnose der Parkinson-Krankheit stellt der Arzt in erster Linie anhand der typischen Beschwerden. Ein ausführliches Gespräch des Arztes mit dem Betroffenen und seinen Angehörigen steht deshalb am Anfang der Diagnostik. Es können weitere Untersuchungen folgen, um die Erkrankung sowie deren Ausmaß festzustellen beziehungsweise andere Ursachen für die Beschwerden auszuschließen. Dazu zählen unter anderem:

  • Eine ausführliche körperliche und neurologische Untersuchung
  • Eine Kernspintomografie (MRT) des Gehirns zum Ausschluss anderer neurologischer Erkrankungen (zum Beispiel Schlaganfall, Tumoren)
  • Ein L-Dopa-Test (Besserung der Symptome nach Gabe der Vorstufe von Dopamin)
  • Bei Bedarf beziehungsweise bei besonderen Problemen in der Diagnose: Neuropsychologische Untersuchungen, Elektroenzephalogramm (EEG), Ultraschalluntersuchung der Arterien, Elektrokardiogramm (EKG), SPECT-Bildgebung (Single-Photonen-Emmissions-Computer-Tomografie) oder PET (Positronen-Emissions-Tomografie) zur Beurteilung des Ausmaßes des Zellverlustes in der Substantia nigra (besonders zur Diagnose früher Krankheitsstadien), Ultraschalluntersuchungen des Gehirns, Riechtests und andere Untersuchungen 

Wie kann die Parkinson-Krankheit behandelt werden?

Bei der Parkinson-Krankheit ist für die Therapie besonders wichtig, dass sie frühzeitig einsetzt, altersgerecht ist und Wirkung zeigt.

Methoden, die die medikamentöse Therapie unterstützen, wie Krankengymnastik, Massagen, Bäder sowie Sprach- und Ergotherapien, sollten frühzeitig zum Einsatz kommen.

Medikamente

Die individuelle medikamentöse Behandlung zielt darauf ab, die Beschwerden zu lindern und die Krankheit hinauszuzögern. Folgende Medikamente stehen zur Verfügung:

  • L-Dopa: Diese Vorstufe des Dopamins wird im Körper in die wirksame Form umgewandelt. Parkinson-Patienten können L-Dopa in Form von Tabletten einnehmen oder in bestimmten Fällen auch über Infusionspumpen erhalten. Um Nebenwirkungen abzuschwächen und um die Wirksamkeit zu verbessern, gibt man zusätzliche Präparate.
  • Dopamin-Agonisten: Dabei handelt es sich um Medikamente, die ebenso wie Dopamin die Dopamin-Rezeptoren stimulieren. Je nach Substanz stehen Tabletten, Pflaster, Spritzen oder Infusionen zur Verfügung.
  • Medikamente, die den Dopaminabbau hemmen.
  • Amantadinsalze: Diese verringern die erregende Wirkung des Botenstoffes Glutamat.
  • Substanzen, die den Gegenspieler des Dopamins, das Acetylcholin, in seiner Wirkung blockieren (Anticholinergika). 

Bei der Therapie sollte zudem Berücksichtigung finden, dass Morbus Parkinson auch für Angehörige äußerst belastend sein kann. Maßnahmen wie zum Beispiel eine zeitweise Tagesbetreuung des Patienten können für die Angehörigen psychisch entlastend sein.

Welche Nebenwirkungen hat die Behandlung?

Während der medikamentösen Behandlung können Nebenwirkungen wie Bewegungsstörungen, Übelkeit und Erbrechen sowie Kreislauf- oder Verdauungsstörungen auftreten. Manchmal klagen Betroffene über psychische Symptome wie Verwirrtheitszustände, Wahnvorstellungen, Halluzinationen und Depressionen oder Schlafstörungen. Auch Müdigkeit und Schlafattacken können vorkommen. Außerdem können Verhaltensstörungen wie Spielsucht, Kaufsucht, krankhaftes Essverhalten sowie Hypersexualität auftreten. Bei einigen Dopamin-Agonisten, die nur in Ausnahmefällen zum Einsatz kommen, kann eine Bindegewebsvermehrung an den Herzklappen oder im Bereich der Lungen auftreten.

Werden die Medikamente nach längerer regelmäßiger Einnahme plötzlich abgesetzt, kann eine rasche Verschlechterung der Beweglichkeit mit Schluckstörungen, Herzrasen und starkem Schwitzen auftreten. Eine solche Parkinson-Krise kann auch durch die Einnahme bestimmter zusätzlicher Medikamente oder durch schwere Infektionskrankheiten ausgelöst werden.

Tiefe Hirnstimulation

Bei sehr schweren und medikamentös nicht beherrschbaren Symptomen kann man über eine Operation nachdenken. Dabei wird versucht, durch spezielle Verfahren bestimmte Hirnbereiche zu beeinflussen.

Bei der elektrischen Hirnstimulation werden operativ Elektroden an bestimmte Hirnbereiche angelegt. Über einen Impulsgeber, ähnlich einem Herzschrittmacher, der unter die Haut im Brustraum eingepflanzt wird, werden diese Areale stimuliert, sodass besonders Patienten mit starkem Zittern weniger Medikamente benötigen.

Bei Patienten mit einer Parkinson-Krankheit, die mit Medikamenten schwierig zu behandeln ist, kann die tiefe Hirnstimulation die Beschwerden besser lindern als Medikamente. 

Stammzelltherapie

In den vergangenen Jahren wurden im Rahmen von klinischen Studien versuchsweise dopaminproduzierende Zellen transplantiert (Stammzelltherapie). Dieses Verfahren ist aber noch nicht so weit entwickelt, dass es eine echte Alternative für die bisherigen therapeutischen Möglichkeiten darstellt. Experten der Deutschen Parkinson-Gesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Neurologie warnen Parkinson-Patienten davor, sich einer Therapie mit Stammzellen zu unterziehen: "Die Risiken einer solchen Behandlung stehen in keinem Verhältnis zu einem nur vermuteten Nutzen."

Kann Morbus Parkinson geheilt werden?

Die Parkinson-Erkrankung ist derzeit nicht heilbar. Medikamente und regelmäßige krankengymnastische Übungen können die Krankheitssymptome aber mildern und das Fortschreiten der Krankheit hinauszögern.

Besonders wichtig ist, dass die Betroffenen möglichst lange aktiv bleiben. So können sie den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen.