Was ist eine Chon­dro­pa­thia patel­lae?

Die Chondropathia patellae bezeichnet einen stark schmerzhaften Zustand im Bereich der unteren Kniescheibe (Patella), der vor allem während des Wachstumsschubes in der Pubertät und bei Sportlern auftritt. Ursache ist ein Schaden des Knorpels (Knorpelerkrankung = Chondropathie) durch Fehlbelastung.

Die Kniescheibe ist durch eine lange Sehne mit dem großen Oberschenkel-Streckmuskel verbunden. Sie bildet zusammen mit dem Oberschenkelknochen und dem Schienbein das knöcherne Kniegelenk.

Die Knochen besitzen mit Knorpel bedeckte Gelenkflächen. Außerdem hat das Kniegelenk einen Bandapparat, bestehend aus Außen-, Innen- und Seitenbändern sowie eine Gelenkkapsel, zwei Menisken und zahlreiche Schleimbeutel.

Da der Knorpel an sich nervenlos ist und keine Schmerzen verursachen kann, vermutet man die Schmerzursache im Bereich des Kapsel-Band-Apparates beziehungsweise am Knochen.

Wodurch wird eine Chondropathia patellae ausgelöst?

Die Ursache der Chondropathia patellae ist im Einzelnen unbekannt. Häufig betroffen sind Kinder, vor allem Mädchen, in der Wachstumsphase. Zudem tritt sie bei Sportlern und bei Menschen auf, die beruflich bedingt die Knie oft beugen. Auch Verletzungen können zugrunde liegen. Wahrscheinlich ist die Ursache eine Über- oder Fehlbelastung an der Kniescheibe und den zugehörigen Muskel- und Sehnenansätzen.

Die Schmerzen treten meist nach längerer Kniebeugung auf, etwa nach langem Sitzen, und nach häufigen plötzlichen Bewegungen des Stoppens, zum Beispiel beim Treppensteigen, Tennis, Bergabgehen und Skifahren. Dabei lässt sich oft ein Reibegeräusch unter der Kniescheibe feststellen

Wie wird eine Chondropathia patellae festgestellt?

Der Arzt stellt die Diagnose meist schon anhand der geschilderten Krankengeschichte (Anamnese) und durch eine körperliche Untersuchung. Der Schmerz kann meist direkt der Kniescheibe zugeordnet werden. Bei Druck auf die Kniescheibe verstärken sich die Schmerzen typischerweise. Der Arzt kann bei der Tastuntersuchung kontrollieren, ob eine Instabilität oder Fehlstellung des Knies vorliegt.

Gelegentlich bildet sich ein Gelenkerguss. Röntgenaufnahmen des Kniegelenkes und Spezialaufnahmen der Kniescheibe zeigen in der Regel keine Auffälligkeiten, ermöglichen aber die Abgrenzung zu anderen Erkrankungen. Selten sind eine Spiegelung des Kniegelenks (Arthroskopie), etwa bei starken Beschwerden, oder eine Magnetresonanzuntersuchung des Knies nötig.

Wie wird die Chondropathia patellae behandelt?

Es ist wichtig, die Kniescheibe für einen gewissen Zeitraum zu schonen und stärkere Belastungen, vor allem Beugung, zu meiden. Eine Stabilisierung des Gelenks mittels Verbänden kann eine Entlastung unterstützen. Krankengymnastik, Krafttraining, vor allem des Oberschenkelmuskels, und Dehnübungen helfen, das Gelenk zu kräftigen und zu stabilisieren.

Treten die Beschwerden bereits während der Pubertät auf, heilt die Krankheit nicht selten auch ohne spezielle Behandlung aus, allerdings erst nach längerer Zeit. Dies erfordert Geduld von Arzt und Patienten.

Vorsicht mit sportlichen Betätigungen: Häufiges Springen, gewisse Gymnastik- und Turnübungen und Treppensteigen mit Lasten sind zu vermeiden.

Zusätzlich kann zeitweise die Einnahme von leichten Schmerzmitteln notwendig sein. Sie haben neben der schmerzstillenden Wirkung einen entzündungshemmenden Effekt, der Reizzuständen entgegenwirkt. Des Weiteren werden physikalische Methoden, zum Beispiel Ultraschall, Kälte- und Wärmetherapie oder Elektrotherapie, angewandt.

Bei länger dauernden Beschwerden haben sich auch spezielle Kniebandagen bewährt. Sie sollen die Kniescheibe in ihrem Gleitlager halten und ein Abweichen nach außen verhindern.

Was kann man selbst gegen die Beschwerden tun?

Auch bei Beschwerden, die keine spezielle Behandlung erfordern, können einige Maßnahmen sinnvoll sein:

  • Einseitige Kniebelastungen vermeiden
  • Einen Wechsel von Sitzen, Stehen und Gehen anstreben
  • Kniende Tätigkeiten meiden, Knieschoner verwenden
  • Erlernte krankengymnastische Übungen regelmäßig ausführen

Es ist ratsam, auf das Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen zu verzichten, damit die Bänder am Knie nicht zu stark belastet werden.