Eher zufällig stellten Ärzte fest, dass ein ursprünglich zur Behandlung von Depressionen eingesetztes Medikament, auch die Raucherentwöhnung unterstützen kann.

Die Mediziner bemerkten, dass der Wirkstoff Bupropion bei ihren rauchenden Patienten das Verlangen nach einer Zigarette minderte. Gleichzeitig traten weniger Entzugssymptome auf. Klinische Untersuchungen konnten diesen Befund bestätigen. Das Arzneimittel ist seit dem Jahr 2000 in Deutschland zur Raucherentwöhnung zugelassen.

Im Gegensatz zu Nikotinpflastern oder -sprays handelt es sich bei Bupropion um ein nikotinfreies Medikament. Wie es wirkt, ist im Einzelnen noch nicht genau bekannt. Wissenschaftler vermuten jedoch, dass die Substanz besonders die auf Noradrenalin oder Dopamin reagierenden Nervenzellen beeinflusst.

Eine Therapie ist nur unter ärztlicher Aufsicht möglich. Experten empfehlen, mit der Einnahme von Bupropion etwa eine Woche vor dem endgültigen Rauchstopp zu beginnen. Die Behandlungsdauer beträgt sieben bis neun Wochen. Eine Kombination mit einer Verhaltenstherapie ist sinnvoll, um die Erfolgsaussichten zu steigern.

Wegen seiner Nebenwirkungen ist Bupropion nicht unumstritten. Es kann unter anderem zu Unruhe, Ängsten und Schlafstörungen führen sowie zu Mundtrockenheit und Übelkeit. Patienten, die unter einer Epilepsie leiden, sollten Bupropion nicht nehmen, da es das Risiko für Krampfanfälle erhöht. Auch Patienten mit schwerer Leberzirrhose, Essstörungen, bipolarer Erkrankung oder abruptem Alkoholentzug sollten das Medikament nicht einnehmen.

Seit 2007 gibt es mit Vareniclin einen weiteren Wirkstoff zur Raucherentwöhnung. Dieses Medikament reduziert ebenfalls das Verlangen nach Nikotin und die Entzugssymptome. Die Behandlung erfolgt über etwa zwölf Wochen. Auch dieses Medikament kann schwere Nebenwirkungen hervorrufen, zum Beispiel Übelkeit, Depressionen, Suizidgedanken und Schwindelgefühle, möglicherweise auch Bewusstlosigkeit, Verwirrtheit, Sehstörungen und Herzrhythmusstörungen.

Wie bei anderen Therapien auch, gilt es daher, bei jedem einzelnen Patienten zu überprüfen, ob eine Behandlung mit Bupropion oder Vareniclin überhaupt infrage kommt. Die Gesamtkosten einer Behandlung mit Bupropion oder Vareniclin übernimmt der Betroffene.