Akute Vergiftung: schwere Schäden bis zum Tod

Opiate dämpfen das Atemzentrum und können je nach Dosis zum Tod führen. Die häufigsten Todesursachen sind Herz- oder Atemstillstand. Der Gebrauch von Opiaten kann zudem Krampfanfälle auslösen. Weitere Gefahren drohen durch wechselnden Substanzgehalt und Verunreinigungen. Aufgrund der Schwarzmarktsituation kann eine Portion zum Beispiel mehr oder weniger Wirkstoff als üblich enthalten. Überdosierungen dämpfen nicht nur das Atemzentrum, sondern können auch Bewusstlosigkeit auslösen. In diesem Zustand besteht dann die Gefahr an Erbrochenem zu ersticken.

Chronische Vergiftung

Zu den Folgen eines anhaltenden Substanzgebrauches gehören Blutdruckabfall, verlangsamter Herzschlag, ausgeprägte Schlafstörungen, starke depressive Verstimmungen, ständige Müdigkeit, Gewichtsverlust bis hin zur völligen Abmagerung, Appetitlosigkeit, Verstopfung, Impotenz, Frösteln und Zittern, Gangunsicherheit sowie Haarausfall.

Hohes Risiko für Infektionen und Schäden des Nervensystems

Für Opiatabhängige besteht ein hohes Risiko, sich mit gefährlichen Infektionskrankheiten wie Hepatitis B und C oder mit dem HIV-Virus anzustecken. Zu diesem Risiko tragen mehrere Faktoren bei, zum Beispiel ungeschützter Geschlechtsverkehr im Rahmen der Beschaffungsprostitution. Meist ist jedoch die Verwendung von gebrauchten Spritzen die Ursache für gefährliche Infektionen. Gefährdet sind deshalb vor allem Opiatabhängige, die sich ihren "Stoff spritzen", sogenannte Junkies. Gleichzeitig können sich an den Stellen, wo das Rauschgift gespritzt wurde, Abszesse bilden.

Die regelmäßige Einnahme von Opiaten ist nicht selten mit einer deutlichen Verminderung der Hirnleistungsfähigkeit verbunden. Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer sind gestört. Auch das Gedächtnis wird schlechter.

Im Verlauf der Suchterkrankung entwickeln Heroinabhängige zudem häufig Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen. Betroffene berichten von Schwindelgefühlen und Zittern der Hände. Lähmungen oder Störungen des Tastempfindens werden ebenfalls beschrieben.

Schwere psychische Probleme

Depressionen, Stimmungsschwankungen oder Selbstmordgedanken und -impulse sind mögliche psychische Auswirkungen der Opiatabhängigkeit. Zu dieser Entwicklung können sowohl der chronische Heroingebrauch wie auch die damit verbundene Beschaffungsprostitution und -kriminalität beitragen. Diese Beschwerden sind ernst zu nehmen und bedürfen einer begleitenden Behandlung durch einen entsprechend ausgebildeten Arzt. Ähnliches gilt für anhaltende Persönlichkeitsveränderungen sowie suchtbedingte Gleichgültigkeit und Abstumpfung.

Endstation Verelendung

Ohne eine möglichst frühzeitig einsetzende Behandlung ist bei Heroinabhängigen oft der Weg in den sozialen Abstieg, die Kriminalität und die Verwahrlosung vorgezeichnet.