Anonym und hilfreich

Bis heute sind Selbsthilfegruppen ein wichtiger Baustein der Suchttherapie. Regelmäßig treffen sich dort Menschen, die sich selbst eingestanden haben, süchtig zu sein. Anonymität ist eine wichtige Grundregel. Grund für den Wunsch, die bürgerliche Identität zu verbergen, ist, dass bei Bekanntwerden des Suchtproblems gesellschaftliche Nachteile befürchtet werden. Die Mitglieder einer Selbsthilfegruppe sprechen sich deshalb lediglich mit Vornamen an. So bleibt eine gewisse Anonymität gewahrt - was in Namen von Selbsthilfegruppen wie den "Anonymen Alkoholikern" oder den "Narcotics Anonymus" seinen Niederschlag findet.

Konfrontation mit der Wirklichkeit

Die Teilnahme an Selbsthilfegruppen setzt voraus, dass der Süchtige nüchtern erscheint, und dass er bereit ist, über sich und seine Probleme offen zu reden. Jeder Suchtkranke neigt dazu, sich seinen Konsum schön zu reden und die Schwierigkeiten zu bagatellisieren. Ein solches Täuschungsmanöver gelingt aber innerhalb einer Selbsthilfegruppe kaum. Nur zu gut kennt jemand, der selbst ein Suchtproblem hat, diese Strategie. Der Betreffende wird von der Gruppe dann mit der unangenehmen, weniger schönen Wirklichkeit konfrontiert und sieht im besten Fall ein, dass er sich mit der Verharmlosung nur schadet.

Weil alle das gleiche Problem haben, herrscht in vielen Selbsthilfegruppen eine große Solidarität unter den Teilnehmern. Über die Gruppe entstehen intensive Beziehungen, die helfen können, auch schwierige Phasen gemeinsam zu überstehen.

Adressen von Selbsthilfegruppen bekommt man über Suchtberatungsstellen, aber auch über die Stadtverwaltung. Vielerorts reicht auch ein Blick ins Telefonbuch und natürlich finden sich im Internet ebenfalls oft schnell passende Gruppen.