Sobald aber nahezu das gesamte Denken und Verhalten eines Menschen nur noch um seine Arbeit kreisen, kann eine Arbeitssucht bestehen. Bald spricht der Betroffene von nichts anderem mehr oder er verliert zunehmend das Interesse an anderen Dingen. Er arbeitet immer länger, auch am Wochenende oder während eines Urlaubs.

Arbeitet der Betroffene nicht, entwickelt er möglicherweise Entzugssymptome wie Herzrasen, Schweißausbrüche oder Luftnot. Soziale Probleme sowie psychische Störungen sind weitere mögliche Symptome, die auch gemeinsam vorkommen können.

Arbeitssüchtige sind perfektionistisch. Sie mischen sich in Arbeitsbereiche anderer ein. Andererseits meidet der Betroffene das Gespräch und die Zusammenarbeit mit den Kollegen, seine Kommunikationsfähigkeit geht mehr und mehr verloren.

Arbeitssucht kann Menschen in Führungspositionen betreffen. Diese können Arbeit dann oft nur schwer an ihre Untergebenen abgeben, verlangen aber gleichzeitig "unendlichen“ Einsatz von allen Beteiligten. Auf lange Sicht schädigt die Suchterkrankung die körperliche und seelische Gesundheit der Betroffenen erheblich. Unbehandelt droht einigen von ihnen Arbeits- und Berufsunfähigkeit, in Einzelfällen wurden tödliche Verläufe beschrieben.  

Das Erfüllen von drei Kriterien ist erforderlich:

  • Kontrollverlust
  • Abstinenzunfähigkeit
  • Dosissteigerung

Allerdings ist unklar, wie viele dieser Kriterien in welchem Ausmaß und in welchem Zeitraum vorhanden sein müssen, damit Arbeitssucht diagnostiziert werden kann.

Häufig geht eine Arbeitssucht mit einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung einher.

Zuverlässige Messinstrumente zur Diagnose der Arbeitssucht gibt es wenige. Ein Beispiel zur Erfassung der Erkrankung ist die "Skala für Arbeitssucht", der 20 Aussagen um das Thema Arbeit zugrunde liegen, die jeweils mit "ja“ oder "nein“ beurteilt werden müssen. Entsprechend der erreichten Punktzahl lässt sich die Schwere der Sucht einordnen. Für eine differenzierte Beurteilung wünschen sich Experten die Weiterentwicklung dieses Messinstruments.