Die Zähne werden dunkler und nehmen meist eine fleckige, gelblich-braune oder - bei abgestorbenen Nerven - eine gräuliche Farbe an. Eine Reinigung mit Polierpasten oder Pulverstrahlgeräten wirkt nur sehr oberflächlich und ist bei Zahnverfärbungen durch abgestorbene Zahnnerven nahezu völlig wirkungslos.

Chemisch unterscheidet man zwei Methoden der Zahnaufhellung: Bei der nur vorübergehend wirkenden Reduktionsbleiche werden Schwefelverbindungen verwendet, die den Zahnverfärbungen Sauerstoff entziehen. Da die so behandelten Zahnoberflächen zwangsläufig wieder mit Sauerstoff in Verbindung kommen, ist die Bleichwirkung nur von geringer Dauer.

Bei der beständigeren Oxidationsbleiche werden Wasserstoff-Peroxid oder verschiedene Chlorverbindungen eingesetzt. Sie setzen Sauerstoff frei, der die Farbstoffe durch einen Oxidationsprozess dauerhaft zerstört.

Die unterschiedlichen Bleaching-Verfahren

Bleichen "toter" Zähne ("Walking bleaching")

Meist verfärben Blutbestandteile und deren Zerfallsprodukte bei einer Wurzelkanalbehandlung (zum Beispiel beim Entfernen eines entzündeten Zahnnervs) oder unfallbedingte Einwirkungen die Zahnkrone nach einigen Jahren gräulich.

Der Zahnarzt eröffnet den toten Zahn und bringt in die Höhle des oberen Zahnnervs für drei bis fünf Tage einen mit Wasserstoffperoxid-Lösung getränkten Wattebausch ein. Zum Abschluss der Behandlung wird die Höhlung mit einem zahnfarbenen Füllungsmaterial verschlossen.

Bleichen in der zahnärztlichen Praxis ("Office bleaching")

Dabei bringt der Zahnarzt ein konzentriertes Aufhellungsmittel unter Schutz der Umgebung direkt auf den Zahn und aktiviert es kurz mit Licht oder Soft-Laser. Dabei zerfällt Peroxid und der entstehende aktive Sauerstoff entfaltet seine Bleichwirkung. Da in der Zahnarztpraxis stärkere Konzentrationen angewendet werden können, ist das Bleaching meist mit ein bis zwei Sitzungen erledigt.

Des Weiteren befinden sich Bleichsysteme auf dem Markt, die sich einer mit dem Bleichmittel beschickten Kunststoffschiene bedienen. Diese wird vom Zahnarzt eingesetzt und nach etwa einer Stunde wieder entfernt. Nach zwei- bis dreimaliger Wiederholung sind deutliche Erfolge sichtbar.

Bleichen zu Hause ("Home bleaching")

Nach der Unterweisung durch den Zahnarzt in der Praxis bekommt der Patient die zum Bleachen erforderlichen Materialien mit nach Hause. Dort muss er täglich eine für ihn angefertigte Schiene mit Bleichgel befüllen und eine bestimmte Zeit tragen. Die Anwendungszeit beträgt auch hier circa zwei bis drei Wochen.

Bleaching - zu Hause oder in der Praxis?

Das Bleichen verfärbter lebender (vitaler) Zähne ist entweder in der zahnärztlichen Praxis (Office bleaching) oder zu Hause (Home bleaching) möglich.

Bei beiden Verfahren muss vor dem eigentlichen Bleichen die Zahnoberfläche gründlich gereinigt werden. Außerdem muss sich das Zahnfleisch in einem gesunden Zustand befinden. Sollten in den Zähnen schon zahnfarbene Füllungen vorhanden sein, so werden diese naturgemäß nicht mitgebleicht. Eine Erneuerung dieser Füllungen ist nach der eigentlichen Bleichbehandlung dann ästhetisch von Vorteil.

Das Bleichmittel sollte auf keinen Fall mit dem Zahnfleisch in Kontakt kommen, da sonst schwere Schäden auftreten können. Deshalb ist eine Kontrolle und Überwachung durch den Zahnarzt unabdingbar. Nach Abschluss der Behandlung sollte unbedingt eine Härtung des aufgehellten Zahnschmelzes mit Fluoriden erfolgen.

Gewarnt wird vor Bleichverfahren für den Hausgebrauch. Produkte zum Aufhellen von Zähnen sind keine Kosmetika, sondern Medizinprodukte und unterliegen dem Medizinproduktegesetz. Ihre Anwendung darf nur in einer Zahnarztpraxis oder zu Hause unter zahnärztlicher Kontrolle erfolgen.