Anatomische Voraussetzungen kommen hinzu: Wenn kaum noch Kieferknochen vorhanden ist, zum Beispiel durch eine stark fortgeschrittene Parodontose (Erkrankung des Zahnhalteapparates), ist ein Implantat nicht sinnvoll. Eine Ausnahme stellen die subperiostalen (unter der Knochenhaut liegenden) Implantate und eine Verlegung des Kieferhöhlenbodens dar. Generell ist die Knochenmasse und -dichtigkeit und somit der Implantaterfolg im Unterkiefer etwas besser als im Oberkiefer.

Zudem sollten keine schweren Grunderkrankungen vorliegen, beispielsweise Bluterkrankungen (Leukämie), nicht eingestellte Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder chronische Störungen des Abwehrsystems. Auch rheumatische Erkrankungen, schwere Leber- und Nierenleiden, ein schlechter Allgemeinzustand und Alkohol- und Drogenabhängigkeit können eine Gegenanzeige gegen ein Implantat darstellen.  Bei regelmäßiger Einnahme von bestimmten Medikamenten (zum Beispiel Kortison) ist eine Implantation ebenfalls nicht ratsam.

Implantate bei Jugendlichen können wegen des starken Wachstums des Kiefers bei Mädchen erst ab circa 15 und bei Jungen ab 18 Jahren eingegliedert werden. Der darauf ruhende Zahnersatz sollte, außer bei Einzelzahnimplantaten, nachträglich dem wachsenden Kiefer angepasst werden können.

Die Implantat- und später die Zahnersatzversorgung stellen hohe Anforderungen an Zeit, Technik und Geschick des Arztes. Es müssen deshalb zahlreiche Termine eingeplant werden.