Dabei können bereits kleinste Flüssigkeitsmengen eine für die Infektion ausreichend hohe Menge an Erkältungsviren enthalten.

Sind Kinder häufiger erkältet als Erwachsene?

Bis zum Eintritt in das Schulalter sind pro Kind im Jahr etwa sechs bis zehn Erkältungskrankheiten durchaus normal, die jedoch nicht immer einen schweren, fieberhaften Verlauf haben müssen. Die Zahl der Infekte nimmt dann in den Folgejahren ab. Ab dem zwölften Lebensjahr treten durchschnittlich nur noch ungefähr zwei bis vier solcher Infektionen jährlich auf. Erwachsene sind etwa zwei- bis dreimal im Jahr erkältet. Eine Erkältungskrankheit ist der häufigste Grund für Besuche beim Arzt, Fehlen in der Schule und Ausfallzeiten bei der Arbeit.

Erst ab etwa dem zwölften Lebensjahr hat sich das Immunsystem der kleinen Patienten aufgrund vorangegangener Infekte in der Regel ausreichend entwickelt, um Erreger erfolgreich zu bekämpfen. Eine weitere Ursache für die häufigen Erkältungskrankheiten im Kindesalter ist der enge Kontakt zwischen Kindern, beispielsweise in Kindergärten oder Schulen, wodurch sie sich leicht gegenseitig anstecken können.

Wie bemerkt man eine Erkältung?

Typischerweise treten zunächst unspezifische Allgemeinbeschwerden auf. Kleinkinder sind oft müde und quengelig.

Ältere Kinder geben zumeist eindeutige Symptome an wie Hals-, Kopf- oder Muskelschmerzen. Neben Husten, Schnupfen und Heiserkeit können Übelkeit, Appetitlosigkeit und Trinkschwäche sowie Blässe, Abgeschlagenheit und Luftnot auftreten. Ein geröteter Hals, eventuell mit entzündlich vergrößerten Gaumenmandeln, verursacht oft unangenehme Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. Bei Kindern kann auch Fieber bis etwa 39 Grad Celsius hinzukommen.

Welche Gefahren birgt eine Erkältung für Kinder?

In den meisten Fällen verlaufen Erkältungskrankheiten bei Kindern ohne Komplikationen. Schwerere Folgeerkrankungen wie zum Beispiel Lungenentzündungen, eitrige Mandelentzündungen, Entzündungen des Mittelohres oder der Nasen- beziehungsweise Stirnnebenhöhlen sind selten.

Verschlechtert sich das Allgemeinbefinden stark oder treten plötzliche Veränderungen wie zum Beispiel Nackensteife, Sehverschlechterung oder Lähmungen ein, kann dies für eine Hirn- oder Hirnhautentzündung (Enzephalitis, Meningitis) sprechen. In diesem Fall ist sofortige ärztliche Hilfe gefragt, die Behandlung sollte möglichst unverzüglich beginnen.

Wie kann man einer Erkältung vorbeugen?

Erkältungskrankheiten im Kindesalter kommen häufig vor und lassen sich nicht grundsätzlich vermeiden. Doch können Maßnahmen wie das regelmäßige Händewaschen mit Seife und Wasser oder das Reinigen von Oberflächen beziehungsweise Gegenständen, die mehrere Personen nutzen, etwa Küchenmöbel oder Telefone, sinnvoll sein. Daneben gilt es, den Kontakt zu Erkälteten möglichst zu vermeiden, auch wenn das nicht immer einfach ist. Menschen mit Erkältungen sollten Taschentücher beim Niesen oder Husten benutzen.

Maßnahmen wie regelmäßiges Spielen im Freien oder eine gesunde, vitaminreiche Ernährung stärken das Abwehrsystem und helfen so dabei, Erkältungskrankheiten vorzubeugen.

Ist der Nachwuchs erkältet, sollten Eltern auch bei scheinbar banalen Infekten darauf achten, die vom Arzt verordnete Behandlung zuverlässig durchzuführen. Hierzu zählen neben der Einnahme eventuell notwendiger Medikamente auch allgemeine Maßnahmen wie regelmäßige Temperaturkontrollen, körperliche Schonung und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Dies hilft, Komplikationen zu vermeiden.

Ätherische Öle, die häufig als Hausmittel gegen Erkältungen gelten, sind für Kinder nicht geeignet. Sie können für Kinder sogar lebensgefährlich werden. Denn die Öle könnten in konzentrierter Form inhaliert, auf die Haut oder Schleimhaut aufgetragen oder geschluckt, zu massiven Vergiftungserscheinungen führen.

Je nach Menge des Öls kann es bei Kindern zu Krampfanfällen, Schockreaktionen, Übelkeit, Bauchschmerzen und Schleimhautirritationen kommen. Und bei Säuglingen könnten ätherische Öle sehr schnell einen tödlichen Stimmritzenkrampf verursachen.

Mit Schmerzmitteln wie Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen und Paracetamol lassen sich erkältungsbedingte Schmerzen wie zum Beispiel Kopf-, Glieder- und Ohrenschmerzen lindern. Diese Schmerzmittel können zudem das Fieber senken.

Paracetamol bietet sich vor allem bei Kindern als Mittel der Wahl an, denn es ist besser verträglich als zum Beispiel Acetylsalicylsäure und Ibuprofen. Und für Kinder und Jugendliche kommt Acetylsalicylsäure bei fieberhaften Erkrankungen ohnehin nicht infrage, denn es kann bei ihnen eine sehr seltene, aber gefährliche Nebenwirkung hervorrufen, das sogenannte Reye-Syndrom. Dabei handelt es sich um eine sehr seltene, lebensbedrohliche Erkrankung, die vor allem zu einer Schädigung des Gehirns und der Leber führt.