Bezahlt meine Krankenkasse die Mammografie?

Die TK übernimmt generell die vertraglichen Kosten für eine Mammografie, wenn die weitere Abklärung eines ertasteten Knotens oder sonstigen Befundes medizinisch notwendig ist (diagnostische Mammografie). Dies gilt auch für Frauen mit einem besonders hohen familiären Risiko für Brustkrebs.

Anders ist es bei der Mammografie zur Früherkennung von Brustkrebs. Die Früherkennungsmammografie ist nur im Screening-Zentrum und nur für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren kostenlos. Die Frauen haben alle zwei Jahre Anspruch darauf, im Rahmen dieses Früherkennungsprogramms untersucht zu werden.

Keine Kosten können übernommen werden, wenn Sie nicht dieser Altersgruppe angehören oder wenn Sie sich in einer radiologischen Praxis röntgen lassen, die nicht am organisierten Früherkennungsprogramm teilnimmt.

Ich bin 42 Jahre. Ist die Mammografie zur Früherkennung für mich geeignet?

Es ist nach wie vor umstritten, ob die Früherkennungsmammografie die Brustkrebssterblichkeit auch bei Frauen unter 50 senken kann.

Jüngere Frauen werden durch Röntgenstrahlen mehr geschädigt. Ihr Brustgewebe ist dichter, weshalb häufiger Brusttumoren übersehen werden; andererseits werden Frauen oft durch unklare Verdachtsbefunde alarmiert, die sich hinterher als unberechtigt herausstellen.

Wegen der unklaren Schaden-Nutzen-Bilanz verbietet die deutsche Röntgenverordnung ein Screening unter 50. Trotzdem bieten viele Ärzte den Frauen eine Früherkennungsmammografie als "Vorsorge" an und lassen sich diese privat als "individuelle Gesundheitsleistung" ("IGEL-Leistung") bezahlen.

Wie hoch ist die Strahlenbelastung durch die Mammografie?

Wie hoch die Belastung durch Röntgenstrahlen ist, kann derzeit nur geschätzt werden. Je jünger die Frau ist, desto strahlenempfindlicher ist ihr Brustgewebe. Dies ist unumstritten. So ist die Strahlenbelastung im Alter zwischen 20 und 29 Jahren etwa zehnmal so hoch wie für Frauen, die älter als 50 Jahre sind. Frauen, in deren Familie häufig Brustkrebs vorkommt und die ein erhöhtes genetisches Risiko haben, an Brustkrebs zu erkranken, sind vermutlich besonders strahlenempfindlich.

Außerdem muss die Strahlendosis umso höher sein, je dichter das Brustgewebe ist, damit eine optimale Bildqualität erreicht werden kann. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Röntgenarzt kleine Abweichungen in der Brust nicht erkennen kann.

Auch häufiges Mammografieren kann Krebs verursachen. Experten schätzen, dass bei regelmäßiger Mammografie ab dem 40. Lebensjahr pro 10.000 Frauen mit 1,5 bis 4,5 zusätzlichen Brustkrebserkrankungen zur rechnen ist.

Deshalb rät das Bundesamt für Strahlenschutz zur Vorsicht. Grundsätzlich darf eine Röntgenuntersuchung laut Röntgenverordnung nur gemacht werden, wenn ein konkreter Krankheitsverdacht besteht. Für das flächendeckende Brustkrebs-Screening wurde die Röntgenverordnung eigens geändert. Hier gilt: Im Rahmen der Screening-Programme der gesetzlichen Krankenversicherung dürfen Mammografien auch zur Früherkennung durchgeführt werden, aber nur bei Frauen zwischen 50 und 69 und nur in den Screening-Zentren, die einer besonderen Qualitätskontrolle unterliegen.