Der Befund ist "negativ" - kann ich trotzdem Brustkrebs haben?

Auch wenn Frauen ein unauffälliges Röntgenbild haben, können sie nicht ganz sicher sein, keinen Brustkrebs zu haben oder in den nächsten zwei Jahren an Brustkrebs zu erkranken. Warum ist das so? Das beste Röntgengerät und die erfahrensten Radiologen können nicht alle Tumoren aufspüren. Dafür gibt es unterschiedliche Erklärungen:

Es gibt Tumoren, die sich röntgenologisch nicht darstellen. Oder das Brustgewebe ist durch eine Hormontherapie in und nach den Wechseljahren so strahlendicht, dass auf dem Röntgenbild nur schwer etwas zu erkennen ist. Schnell wachsende Tumoren können sich aber auch in der Zeit zwischen den zweijährlichen Untersuchungen bilden. In diesen Fällen spricht man von Intervallkarzinomen.

Studienergebnis - Krebs trotz unauffälligem Befund

Beim Mammografie-Screening wird in etwa jede fünfte Brustkrebserkrankung nicht gefunden. Das heißt zwei von 1.000 Frauen müssen trotz unauffälligem Röntgenbefund in den folgenden zwei Jahren mit einer Brustkrebsdiagnose rechnen. Dies ergab eine erste Auswertung des deutschen Screening-Programms.

Von 878.764 Frauen, die im Zeitraum von 2005 bis 2008 am Mammografie-Screening-Programm teilgenommen haben, wurde bei 7.176 Brustkrebs diagnostiziert. Bei 2.036 Frauen wurde ein Tumor innerhalb des Zweijahresintervalls entdeckt, obwohl die vorausgegangene Screening-Untersuchung unauffällig war. Knapp die Hälfte der Tumoren war bereits im fortgeschritteneren Stadium. Ob die sogenannten Intervallkarzinome beim Screening übersehen wurden oder ob sie sich erst danach entwickelt haben, konnte die Studie nicht klären (Heidinger, O. et al., 2012).  

Ich bin zur weiteren Abklärung einbestellt: Was bedeutet das?

In etwa fünf Prozent der Fälle werden die Frauen nochmals in das Brustzentrum oder in die Klinik gebeten, weil beim Mammografie-Screening etwas Verdächtiges gefunden worden ist.

In der Regel erschrecken die Frauen. Doch ein solcher Termin zur weiteren Abklärung bedeutet noch keine Brustkrebsdiagnose. Vielmehr müssen ergänzende Untersuchungen wie Ultraschall, eine nochmalige Mammografie oder eine Biopsie (Gewebeprobeentnahme) gemacht werden, um diesen Verdacht entweder auszuräumen oder zu einer gesicherten Diagnose zu kommen.

Der Befund ist "positiv" - wie oft kommt ein falsch-positiver Befund vor?

In den meisten Fällen handelt es sich bei auffälligen Befunden um einen falschen Alarm (falsch-positiver Befund), das heißt, die Nachuntersuchung bestätigt den Verdacht nicht.

Die Zeit zwischen der erneuten Einladung und dem endgültigen Befund beschreiben Frauen oft als psychisch sehr belastend.

Studienergebnis

Von den Frauen, die zum ersten Mal am Screening teilnehmen, werden sechs von 100 Teilnehmerinnen zu weiteren Abklärungsuntersuchungen einbestellt.  Bei den folgenden Untersuchungen müssen drei von 100 Frauen mit einem Verdachtsbefund rechnen.

Ein bis zwei von 100 Frauen wird Gewebe entnommen, meist mithilfe einer Stanz- oder Vakuumbiopsie. Bei etwa der Hälfte der Frauen mit einer Gewebeprobeentnahme bestätigt sich der Verdacht nicht, das heißt, sie haben keinen Brustkrebs (Kooperationsgemeinschaft Mammographie, 2012).