Die Frau erlernt die Technik der Selbstuntersuchung von ihrem Frauenarzt und sollte sie regelmäßig - möglichst einmal im Monat - anwenden. Die Selbstuntersuchung der Brust ist sinnvoll. Etwa 80 von 100 Frauen mit Brustkrebs haben ihren Tumor selbst beim Abtasten der Brust entdeckt. Wenn Frauen ihre Brust regelmäßig abtasten, können Sie Veränderungen wie zum Beispiel Knoten schneller wahrnehmen, weil ihnen der eigene Körper vertrauter ist.Eine spezielle Röntgenuntersuchung der Brust ist die Mammografie. Frauen zwischen 50 und 69 Jahren haben einen rechtlichen Anspruch auf diese Früherkennungsuntersuchung im Abstand von zwei Jahren.

Eine weitere Möglichkeit ist die Sonografie, eine Ultraschalluntersuchung der Brüste. Bei Veränderungen der Brust von Frauen unter 40 Jahren empfehlen Experten zunächst eine derartige Ultraschalluntersuchung. Die Sonografie eignet sich gut zur Beurteilung von Zysten und anderen gutartigen Veränderungen. Bösartige Veränderungen sind jedoch mit der Mammografie meist besser zu erkennen.

Besteht aufgrund der Untersuchungen der Verdacht auf einen Tumor, entnimmt der Arzt in der Regel eine Gewebeprobe. Unter dem Mikroskop kann ein entsprechend spezialisierter Facharzt, der sogenannte Pathologe, dann sehen, ob es sich bei den Zellveränderungen um einen gutartigen oder bösartigen Tumor handelt.

Ein anderes bildgebendes Verfahren ist die Magnetresonanz-Tomografie beziehungsweise MRT der Brust. Sie erfolgt jedoch nur in bestimmten Fällen und gehört nicht zu den Routinemethoden. Bei einem bereits diagnostizierten bösartigen Tumor kann der Arzt mit dieser Methode zum Beispiel erkennen, ob weitere Geschwülste in der Brust vorliegen.

Warum sind Brustuntersuchungen wichtig?

Viele Brusttumoren kann die Frau durch die Tastuntersuchung der Brust selbst erkennen. Wichtig ist, dass sie die Methode regelmäßig - das heißt mindestens einmal im Monat - und korrekt anwendet.

Mit der Mammografie lassen sich bereits sehr kleine Veränderungen im Brustgewebe darstellen.

Die Früherkennungsuntersuchungen sind wichtig, da der Arzt einen Tumor umso besser behandeln kann, je früher er ihn erkennt.

Welche Ursachen kann ein selbst ertasteter Knoten haben?

Ein Knoten in der Brust bedeutet nicht automatisch, dass Brustkrebs vorliegt. Denn abhängig von Zyklus und Lebensalter der Frau kommen verschiedene Erkrankungen als Ursache für die Knotenbildung infrage. Die Mastopathie beispielsweise ist eine vielfache Knotenbildung des Brustdrüsengewebes durch Bindegewebsumbau, der eine gestörte Balance der weiblichen Sexualhormone zugrunde liegt.

Die betroffenen Frauen haben besonders vor, aber auch beim Einsetzen der Periodenblutung Schmerzen in der Brust. Diese bilden sich im weiteren Verlauf des Zyklus zurück, um mit der nächsten Periode wieder - eventuell sogar verstärkt - aufzutreten. Therapeutisch kann der Frauenarzt zum Beispiel eine systemische (Tabletten oder Spritzen) oder eine örtliche (Salben oder Gel) Behandlung mit bestimmten Hormonen verordnen.

Zu häufigen gutartigen Veränderungen des Brustdrüsengewebes gehören auch die sogenannten Fibroadenome, bei denen ursächlich eine Vermehrung von Binde- und Drüsengewebe vorliegt. Bei der Selbstuntersuchung tastet sich der Knoten sehr derb, ist aber gut verschieblich - also nicht mit der Haut "verbacken" - und meist schmerzlos.

Bei Zysten der Brust handelt es sich um flüssigkeitsgefüllte Hohlräume des Brustgewebes. Kommt es zu einem Flüssigkeitsstau, können diese Zysten wachsen und Schmerzen verursachen.

Wie und wie oft sollte man die Brust untersuchen?

Es empfiehlt sich, die Untersuchung einmal im Monat durchzuführen. Der günstigste Zeitpunkt liegt zwischen dem dritten und siebten Tag nach Beginn der Monatsblutung. Denn in dieser Zeit ist das Drüsengewebe besonders weich.

Bei der Selbstuntersuchung sollte die Frau ihre Brüste zunächst mit in den Hüften aufgestützten Armen vor dem Spiegel unter anderem auf folgende Veränderungen hin betrachten:

  • Hauteinziehungen oder -vorwölbungen beziehungsweise eingezogene Brustwarzen
  • Hautveränderungen wie Rötung, Schuppung, Orangenhaut oder andere Verfärbungen
  • Veränderungen der Größe oder Form der Brust

Anschließend empfiehlt es sich, die Arme hinter dem Kopf zu verschränken und die Brüste erneut zu betrachten.

Im nächsten Schritt fasst die Frau ihre Brustwarze zwischen Daumen und Zeigefinger und prüft durch sanften Druck, ob Sekret austritt.

Dann tastet sie bei hängendem Arm ein Brustviertel nach dem anderen vom Brustrand zur Brustwarze hin langsam ab. Dabei ist es wichtig, auf derbe Stellen und knotige Veränderungen zu achten. Anschließend sollte die Frau die Untersuchung mit hinter dem Kopf verschränktem Arm wiederholen und auch die Achselhöhle auf Knoten abtasten.

Diese Untersuchungen sind auf beiden Seiten notwendig.

Die Tastuntersuchung beider Brüste und Achselhöhlen sollte die Frau dann noch einmal im Liegen wiederholen, da sich versteckte Veränderungen eventuell erst durch den Lagewechsel fühlen lassen.

Ein getasteter Knoten und jeder andere auffällige Befund sind dem Frauenarzt umgehend mitzuteilen.

Auf welche anderen Brustveränderungen sollte man achten?

Auch neu auftretende Seitenunterschiede der Brüste bezüglich Größe, Lage oder Form, sollte ein Frauenarzt abklären. Zudem sollte die Frau ihren Gynäkologen darauf aufmerksam machen, wenn sich die Brüste beim Heben der Arme unterschiedlich verhalten, was vor einem Spiegel gut zu beobachten ist.

Darüber hinaus erfordert einseitiger oder beidseitiger Flüssigkeitsabgang aus der Brustwarze, der verschiedenste Ursachen haben kann, eine weitere Abklärung durch den Frauenarzt.

Zu weiteren Veränderungen, die eine Frau mit einem Facharzt besprechen sollte, gehören einseitige oder beidseitige Schmerzen in der Brust, die sogenannte Mastodynie, sowie Einziehungen der Brusthaut oder der Brustwarze. Hierzu zählen auch ein rötlicher oder schuppiger Ausschlag um die Brustwarze herum sowie neu auftretende Verhärtungen oder Knoten in der Brust oder der Achselhöhle.