Konisation

Bei der Konisation wird ein Stück des Gebärmutterhalses als Kegel mit Messer oder Laser herausgeschnitten oder eine Scheibe mit einer elektrischen Schlinge abgetragen (LEEP, LLETZ). Je nachdem, wie viel am Gebärmutterhals weggeschnitten wurde, verkürzt sich der Gebärmutterhals.

Anschließend wird der restliche Gebärmutterhalskanal ausgeschabt (Zervix-Kürettage). Der Pathologe beurteilt, ob der gesamte auffällige Gewebebereich bei der Konisation entfernt wurde. Größe und Form des Kegels hängen vom Ort und der Ausdehnung der Zellveränderungen ab.

Will die Frau noch Kinder haben, sollte nur ein flacher Kegel herausgeschnitten werden. Der Eingriff findet unter Vollnarkose ambulant oder stationär statt. Durchschnittlich sind Frauen zwei Wochen krankgeschrieben, kommt es zu Komplikationen, entsprechend länger.

Destruierende Verfahren

Wenn die Lupenbetrachtung (Kolposkopie) und die Gewebeprobe nur eine geringe Ausbreitung der Zellveränderungen anzeigen, empfehlen manche Experten, diese Region mit Laser zu verschmoren oder zu vereisen. Der Eingriff gilt als schonender, da nur die obersten Zellschichten zerstört werden und es daher zu weniger Komplikationen kommen soll. Wissenschaftlich eindeutig belegt ist das allerdings nicht.

Ein Problem ist, dass bei diesen Verfahren keine Gewebekontrolle möglich ist und somit ein beginnender Gebärmutterhalskrebs eventuell übersehen werden könnte.

Was ist nach dem Eingriff zu beachten?

Frauen sollten sich nach einer Operation am Gebärmutterhals schonen und körperliche Anstrengungen vermeiden. Einige Tage nach dem Eingriff kann die Frau einen unangenehm riechenden Ausfluss haben. Bis die Wunde am Muttermund verheilt ist, kann es bis zu vier Wochen dauern. So lange sollte die Frau auf Geschlechtsverkehr verzichten. Wann der nächste PAP-Abstrich zu empfehlen ist, hängt vom Befund der Gewebeprobe ab.

Wie gut sind die Heilungschancen nach einer Konisation?

Nach der operativen Entfernung des auffälligen Gewebes normalisiert sich der PAP-Abstrich meist wieder. Allerdings entwickeln sich bei 1 von 100 Frauen mit einem CIN-3-/CIS-Befund erneute Zellveränderungen, sogenannte Rezidive. Das Risiko ist in den ersten zwei Jahren nach dem Eingriff am höchsten.

Welche Probleme können nach einer Konisation auftreten?

Allgemein gilt die Entfernung des auffälligen Gewebes als harmlos. Allerdings zeigen aktuelle Studien, dass insbesondere die Konisation mit dem Messer, aber auch mit Laser oder Schlinge zu Komplikationen führen kann. Unter anderem ist dies auch davon abhängig, wie viel Gewebe am Gebärmutterhals entnommen worden ist.

Die Langzeitfolgen des Eingriffs sind noch wenig erforscht.

Operative Risiken

Bei 4 von 100 Frauen kommt es bei beziehungsweise nach der Konisation zu Komplikationen:

  • Starke Nachblutungen, die möglicherweise eine Nachoperation und selten eine Bluttransfusion notwendig machen
  • Selten: Verkleben des Gebärmutterhalses, sodass sich zum Beispiel Schleim und Menstruationsblut in der Gebärmutter stauen
  • Entzündungen
  • Selten: Verletzungen der Blase oder des Mastdarms

Langzeitfolgen

Die Verkürzung des Gebärmutterhalses kann auch zu Problemen in der Schwangerschaft und bei der Geburt führen. Gründe sind die höhere Infektionsneigung, vorzeitige Wehen und die damit verbundene Frühgeburtlichkeit. Durch die Narbenbildung kann es auch zu Problemen bei der Geburt kommen.

Die Auswirkungen des Eingriffs auf die Fruchtbarkeit sind bisher noch nicht systematisch untersucht worden, werden aber angenommen. Ungünstig auswirken kann sich eine narbige Verengung am Gebärmutterhals, eine sogenannte Zervixstenose.

Ebenso wenig ist bekannt, inwieweit eine Konisation die Lebensqualität der Frauen, ihre psychische Verfassung und ihr sexuelles Empfinden beeinflusst. Vereinzelt berichten Frauen nach einer Konisation über Schmerzen beim Sex und die Austrocknung der Scheide mit häufigeren Infektionen - aber auch das ist bisher nicht wissenschaftlich untersucht worden.

Wie viele Frauen haben nach einer Konisation Probleme in der Schwangerschaft?

Von 100 konisierten Frauen haben etwa 10 Frauen einen vorzeitigen Blasensprung, bei nicht konisierten Frauen sind es dagegen nur 2 von 100. 12 von 100 Frauen mit Konisation gebären ihr Kind zu früh. Sonst sind es etwa 7 von 100 Frauen.

Die Neugeborenen haben häufiger ein geringeres Geburtsgewicht und müssen auf der Intensivstation behandelt werden. Auch sterben die Kinder öfter bei oder in den Tagen nach der Geburt: Bei Frauen ohne Konisation sind es weniger als 1 Kind auf 100 Geburten, bei Frauen mit Konisation wird die Zahl mit 1 bis 6 Kindern angegeben.

Allerdings ist in den Studien nicht geklärt, ob diese Probleme nur auf die Konisation zurückzuführen waren oder ob noch zusätzliche Ursachen vorgelegen haben.