Abtasten

Die Tastuntersuchung macht meistens der Hausarzt. Er tastet mit dem Zeigefinger nach Tumoren im Enddarm. Ungefähr 100 von 1.000 Darmtumoren wachsen in Reichweite des Fingers. Die Tastuntersuchung ist Teil der normalen Krebsfrüherkennung, die die Kassen im Rahmen des Check-ups ab dem 50. Lebensjahr bezahlen.

"Kleine" Darmspiegelung (Sigmoidoskopie)

Sie funktioniert genauso wie die "große“ Darmspiegelung. Aber sie wird mit einem kleineren Untersuchungsgerät gemacht und geht viel schneller. Sie brauchen keine Beruhigungsmittel einzunehmen und nur milde Abführmittel. Bei der Sigmoidoskopie betrachtet der Arzt nur die letzten 40 bis 60 Zentimeter des Darms.

Test auf Zellen mit veränderten Genen im Stuhl

Darmkrebs entsteht durch Genveränderungen in den Zellen der Darmschleimhaut. Auch solche Krebszellen werden genauso wie die gesunden Zellen täglich neu gebildet, und die alten werden abgestoßen und ausgeschieden. Gentests versuchen, sie im Stuhl nachzuweisen. Wahrscheinlich ist das eine gute Methode. Sie ist aber noch nicht ausgereift. Deshalb bezahlen die Krankenkassen den Test in der Regel nicht, wenn er zur Früherkennung eingesetzt wird.

Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel

Für die Untersuchung muss der Darm, wie bei der Darmspiegelung, zunächst mit einem Abführmittel gereinigt werden. Dann wird ein Kontrastmittel durch den After in den Darm gespritzt. Es legt sich auf die Darmwände und kann von einem Röntgengerät besonders gut erkannt werden.

Man kann durch das Röntgen auch Stellen einsehen, die eine Darmspiegelung nicht erreicht. Aber dieser sogenannte "Kontrasteinlauf“ ist nicht genau genug, um kleinere Veränderungen, kleinere Polypen oder Adenome zu entdecken. Sollten Veränderungen entdeckt werden, so wird meistens eine Darmspiegelung empfohlen, um Gewissheit über die Gesundheit des Darms zu erhalten.

Virtuelle Darmspiegelung

Hochleistungsröntgengeräte können Scheibe für Scheibe des Körpers elektronisch abfotografieren und auf einem Bildschirm darstellen. Ein Computer errechnet aus den vielen Scheiben sogar ein dreidimensionales Bild. Größere Polypen und Tumore können so im Darm entdeckt werden. Entzündliche Veränderungen der Darmschleimhaut und kleinere Polypen können jedoch nicht so zuverlässig erkannt werden. Die Vorbereitung für diesen Test ist genauso wie für die normale Darmspiegelung. Die Betäubung entfällt natürlich.

Die Kapselendoskopie

Die Kapselendoskopie ist eine Untersuchung des Dickdarms mithilfe einer zwei Zentimeter langen Kapsel, die geschluckt wird und dann durch den Verdauungstrakt wandert. In der Kapsel befindet sich eine kleine Kamera samt Lichtquelle und Funkvorrichtung.

Im Laufe der sieben bis acht Stunden dauernden Wanderung funkt die Kapsel Tausende von Fotos "nach draußen“. Auch bei dieser Untersuchung muss der Darm vorher gesäubert werden. Zurzeit wird untersucht, welchen Nutzen diese Untersuchung im Vergleich zur Darmspiegelung hat.