Die Früh­er­ken­nung

Wer sich für die Darmkrebs-Früherkennung entscheidet, hat sich vielleicht gefragt: "Jetzt bin ich 56 und fühle mich gut, aber ich höre überall von der Darmkrebsgefahr. Könnte ich vielleicht krank sein?“ Vielleicht ist auch ein Freund oder jemand aus der Verwandtschaft erkrankt, und Sie machen sich Gedanken über Ihre Gesundheit. 

Sicher ist: Ein früh entdeckter Darmkrebs kann besser behandelt werden als ein spät entdeckter. Mehr noch: Darmkrebs gilt als Tumorerkrankung, die oft verhindert werden kann - vorausgesetzt, sie wird früh genug erkannt.

Früherkennung ist nicht Vorsorge

Früherkennung schützt nicht unbedingt davor, zu erkranken. Sondern Früherkennung bedeutet, nach einer bestimmten, bereits ausgebrochenen Krankheit zu suchen oder nach einem möglichen Anzeichen von ihr, um sie so früh wie möglich behandeln zu können.

Bei der Darmspiegelung werden zum Beispiel Adenome gesucht, weil einige von ihnen zu Krebs werden können. Vorsorge dagegen bedeutet, eine Krankheit bereits im Voraus zu verhindern. Mit dem regelmäßigen Zähneputzen können Sie zum Beispiel Zahnkaries vorbeugen. Bei der Darmspiegelung geht manchmal Früherkennung in Vorsorge über.

Wenn der Arzt bei der Spiegelung die Darminnenwand durch die Kamera nur betrachtet, so ist das Früherkennung. Wenn er dabei aber ein Adenom oder einen Polypen findet und entfernt, so ist das Vorsorge. Denn dann wird das spätere Auftreten einer Krebserkrankung an dieser Stelle erschwert oder verhindert.

Kostenlose Früherkennungsuntersuchungen

Ab einem bestimmten Lebensalter können Sie zwei Arten der Früherkennungsuntersuchungen auf Darmkrebs kostenlos wahrnehmen.

  • Die Untersuchung auf verstecktes Blut im Stuhl, sogenanntes okkultes Blut (Schnelltest)
  • Die Darmspiegelung, bei der ein Arzt Ihren Dickdarm mit einer kleinen Kamera untersucht, die er an einem Schlauch in den Darm eingeführt hat.

In besonderen Fällen werden auch andere Untersuchungsmethoden angewandt, allerdings selten zur Früherkennung.

Was bezahlt die TK?

Die TK zahlt den Schnelltest auf nicht sichtbares Blut im Stuhl (okkultes Blut), und zwar jedes Jahr zwischen dem 50. Geburtstag und dem 54. Geburtstag. Ab dem 55. Geburtstag bezahlt sie insgesamt zwei Darmspiegelungen, sogenannte Koloskopien, das sind endoskopische Untersuchungen des gesamten Dickdarms. Zwischen den beiden Untersuchungen müssen zehn Jahre vergangen sein. Wenn Sie die beiden Koloskopien nicht in Anspruch genommen haben, können Sie alternativ hierzu alle zwei Jahre den Schnelltest durchführen.

Was Menschen oft fragen

Kann ich mich überhaupt vor Darmkrebs schützen? 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht. Selbst wenn bei einem Menschen schon Polypen entfernt wurden, ist er nicht vor Darmkrebs geschützt. Aber wahrscheinlich ist neben der Früherkennung ein „gesundes Leben“ das beste Mittel, das Darmkrebsrisiko zu senken.

Einige Studien deuten darauf hin, dass eine Ernährung mit wenig Fleisch, dafür mit viel Vollkornbrot und Gemüse, viel Bewegung und der Verzicht auf Tabak und Alkohol das Darmkrebsrisiko senken.