Ab dem Alter von 50 Jahren haben Frauen und Männer die Möglichkeit einer jährlichen kostenfreien Vorsorgeuntersuchung auf Darmkrebs durch den Arzt. Durch eine jährliche Wiederholung der Untersuchung besteht die Möglichkeit, den langsam wachsenden Tumor so frühzeitig zu erkennen, dass eine heilende Therapie noch möglich ist. Leider nehmen immer noch viel zu wenige Menschen diese Leistung in Anspruch.

Seit einigen Jahren haben Versicherte ab 55 Jahren zusätzlich Anspruch auf eine für sie kostenlose Darmspiegelung (Koloskopie) als Früherkennungsmaßnahme. Die gesetzlichen Krankenkassen haben diese Untersuchung ins Krebsfrüherkennungsprogramm übernommen. Bei unauffälligem Ergebnis und Beschwerdefreiheit kann die Untersuchung nach zehn Jahren wiederholt werden.

Wie kann man selbst Darmkrebs erkennen?

Immer noch wird Darmkrebs häufig erst sehr spät erkannt, wenn er schon weit fortgeschritten und eine heilende Operation nicht mehr möglich ist. Deswegen hat die Früherkennung des Tumors eine sehr große Bedeutung. Gerade in der Frühphase seines Wachstums macht der Tumor jedoch kaum Beschwerden.

Die folgenden Krankheitszeichen, die durch einen Darmtumor verursacht werden können, gelten als Spätsymptome:

  • Blut- und Schleimabgang beziehungsweise entsprechende Auflagerungen auf dem Stuhl sind ebenso wie ein Wechsel der Stuhlgewohnheiten - Durchfälle im Wechsel mit Verstopfung - Symptome für Darmkrebs.
  • Ein unbemerkter Blutverlust in den Stuhl führt zu einer Blutarmut (Anämie), die sich mit Leistungsabfall, Müdigkeit, Atemnot in Ruhe und bei Belastung und einem schnellen Pulsschlag äußern kann.
  • Ein ungewollter Gewichtsverlust kann auf eine chronische zehrende Krebserkrankung hinweisen.
  • Auch unklare Bauchschmerzen oder Bauchkrämpfe kommen gehäuft bei Darmkrebs vor.

Selbstverständlich können die oben genannten Symptome auch bei anderen Krankheiten auftreten. Dennoch sollte man eine bösartige Erkrankung durch ärztliche Untersuchungen ausschließen.

Was wird bei einer Darmkrebs-Früherkennungsuntersuchung gemacht?

Zur Darmkrebs-Früherkennung gehört neben einer allgemeinen körperlichen Untersuchung auch eine Befragung (Anamnese) durch den Arzt nach Veränderungen beim Stuhlgang und nach den Ernährungsgewohnheiten.

Die körperliche Untersuchung beinhaltet ab dem Alter von 50 Jahren die Austastung des Enddarms (rektale Untersuchung). Dabei dringt der Arzt vorsichtig mit dem Finger in den Anus ein und tastet den Enddarm nach abnormen Veränderungen aus. Mit dem Finger lassen sich mögliche Tumoren im unteren Darmbereich ertasten. Die rektale Untersuchung kann etwas unangenehm sein, ist aber im Allgemeinen schmerzfrei.

Zur jährlichen Vorsorgeuntersuchung gehört außerdem ab dem Alter von 50 Jahren die Durchführung eines Tests auf im Stuhl verborgenes, nicht sichtbares Blut (okkultes Blut). Dazu werden Testbriefe verwendet. Auf spezielle Felder des Testbriefs trägt man mit einem Spatel Proben von Stuhlgängen unterschiedlicher Tage auf. Beim Arzt oder im Labor wird eine Testlösung aufgetragen, die sich bei Kontakt mit dem roten Blutfarbstoff verfärbt (positives Testergebnis).

Dieser Test kann nicht nur bei Darmkrebs positiv sein, sondern auch unter anderen Umständen, zum Beispiel bei Entzündungen. Eine weitere Abklärung mit einer Darmspiegelung (Koloskopie) ist erforderlich.

Auch wenn dieser Test negativ ausfällt, sollten Menschen ab 55 Jahren die Möglichkeit zur Darmspiegelung im Rahmen der gesetzlichen Früherkennungsuntersuchungen wahrnehmen. Nach zehn Jahren kann sie wiederholt werden. In der Zeit dazwischen sind die Stuhltests nicht notwendig. Wird die Früherkennungsuntersuchung nicht in Anspruch genommen, sollte der Stuhltest mindestens alle zwei Jahre durchgeführt werden.

Warum ist eine Darmspiegelung sinnvoll?

Nur die Darmspiegelung (Koloskopie) erlaubt die direkte Betrachtung verdächtiger Bezirke im Darm. Aus solchen Bezirken können dann gegebenenfalls gleichzeitig Gewebeproben (Biopsien) zur Untersuchung unter dem Mikroskop entnommen werden.

Immer wieder gibt es einzelne kleinere gutartige Polypen im Darm, die mitunter nach Jahren entarten und deshalb als Darmkrebsvorstufe gelten. Sie können während der Koloskopie sofort abgetragen und anschließend untersucht werden.

Wer sollte besonderen Wert auf eine Darmkrebsfrüherkennung legen?

Bei Personen, die ein erhöhtes Krankheitsrisiko aufweisen, sind zusätzliche Untersuchungen sinnvoll. Dazu zählen zum Beispiel Menschen, die Angehörige ersten Grades haben, die an Darmkrebs erkrankt sind oder waren. Bei ihnen empfiehlt sich, eine Darmspiegelung dann durchzuführen, wenn sie ein Alter erreicht haben, das zehn Jahre unterhalb desjenigen liegt, in dem bei dem Angehörigen der bösartige Tumor entdeckt wurde. Die erste Koloskopie sollte jedoch spätestens im Alter von 40 Jahren erfolgen.

Auch Menschen, die an der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung Colitis ulcerosa leiden, sollten ab einer Krankheitsdauer von acht Jahren jährlich Darmspiegelungen vornehmen lassen, wenn ihr gesamter Darm von der Erkrankung betroffen ist; bei regionalem Befall des Darmes nach 15 Jahren Krankheitsdauer.

Für Patienten mit Morbus Crohn, einer weiteren chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, gibt es derzeit noch keine Empfehlungen, wie oft eine Darmspiegelung durchgeführt werden sollte. Wann diese Untersuchung nötig wird, kann man mit dem behandelnden Arzt besprechen.

Menschen, die an der erblichen familiären adenomatösen Polyposis leiden, haben ein besonders hohes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Bei ihnen und bei Menschen mit anderen selteneren Darmerkrankungen sollten Früherkennungsuntersuchungen wesentlich früher und häufiger durchgeführt werden als bei der Normalbevölkerung.

Was kann man selbst tun?

Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Ernährung einen wesentlichen Einfluss auf das Krebsrisiko nimmt und eine entsprechende Kost damit Chancen für die Krebsvorsorge eröffnet.

Die deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten empfiehlt eine ausgewogene, fleisch- und fettarme sowie faserreiche Kost und den vermehrten Verzehr von Obst und Gemüse.

Auch Übergewicht wird als Risikofaktor für die Entstehung von Darmkrebs angesehen. Übergewichtige können sich daher durch Gewichtsreduktion, zum Beispiel durch die Umstellung ihrer Ernährung sowie durch körperliche Bewegung, möglicherweise vor Darmkrebs schützen.

Überdies sollte man die angebotenen Früherkennungsuntersuchungen nutzen.