Auf diese Weise sollen insbesondere Fehlentwicklungen und mögliche Probleme in der Pubertät rechtzeitig erkannt werden, wenn sie sich noch relativ leicht beheben lassen.

Der Nutzen dieser Früherkennungsuntersuchungen

Für viele Krankheiten gilt: Je früher sie erkannt werden, desto größer sind die Heilungschancen. In der Pubertät werden zudem oft wichtige Entscheidungen getroffen - zum Beispiel für die spätere Berufswahl, bei der auch die Gesundheit eine wichtige Rolle spielen kann.

Im Hinblick auf die Entwicklung im Jugendalter bieten Früherkennungsuntersuchungen viele Vorteile:  

  • Krankheiten und Störungen können rechtzeitig erkannt werden.
  • Die Behandlung kann frühzeitig einsetzen und ist dadurch weniger aufwendig und belastend.
  • Es bestehen gute Heilungsaussichten.
  • Krankheitsfolgen können oft vermieden oder abgeschwächt werden. 

Früherkennung für Jugendliche - J1

Die Untersuchung erfolgt im Alter von 13 Jahren. Sie können diese bis zu zwölf Monate vor und nach der Altersgrenze in Anspruch nehmen. Die J1 umfasst eine differenzierte Erhebung der gesundheitlichen Vorgeschichte und eine klinisch-körperliche Untersuchung. Die Erfassung der Vorgeschichte konzentriert sich auf:

  • Auffällige seelische Entwicklungen und Verhaltensstörungen
  • Auffällige schulische Entwicklungen
  • Gesundheitsgefährdendes Verhalten (Rauchen, Alkohol- oder Drogenkonsum)
  • Chronische Erkrankungen

Bei der klinisch-körperlichen Untersuchung steht im Vordergrund: 

  • Erhebung der Körpermaße (Körperhöhe, Gewicht)
  • Verfrühte oder verzögerte Pubertätsentwicklung
  • Störungen des Wachstums oder der körperlichen Entwicklung (zum Beispiel Klein-/Großwuchs, Unter- /Übergewicht)
  • Bluthochdruck
  • Erkrankungen der Hals-, Brust-, Bauchorgane
  • Auffälligkeiten des Skelettsystems

Außerdem überprüft der Arzt den Impfstatus und empfiehlt gegebenenfalls Nachimpfungen. Er bespricht die Untersuchungsergebnisse mit dem Jugendlichen und gibt dabei Hinweise für eine gesundheitsfördernde Lebensführung. 

Früherkennung für Jugendliche - J2

Die Untersuchung erfolgt im Alter von 16 bis 17 Jahren. Diese Untersuchung ist ein besonderes Leistungsangebot der TK. Die J2 umfasst ebenfalls eine differenzierte Erhebung der gesundheitlichen Vorgeschichte und eine klinisch-körperliche Untersuchung.

Bei dieser letzten Vorsorgeuntersuchung im Jugendalter achtet der Arzt vor allem auf Sozialisations- und Verhaltensstörungen sowie auf Pubertäts- und Sexualitätsstörungen und leitet gegebenenfalls eine geeignete Behandlung ein.

Weitere Inhalte der Untersuchung und Vorbeugung sind zum Beispiel: 

  • Haltungsstörungen
  • Diabetes-Vorsorge
  • Kropfbildung
  • Überprüfung des Impfstatus

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der J2 ist die begleitende Beratung bei der Berufswahl, die dem Jugendlichen Hinweise und Unterstützung bieten soll.