Die wirksamste Vorbeugung besteht darin, die Zähne regelmäßig gründlich zu putzen und mit Fluorid zu stärken. Auf eine gesunde Ernährung zu achten und nicht zu viel Süßes zu essen oder zu trinken, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Nicht zuletzt helfen zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen, Karies möglichst früh zu erkennen und zu behandeln.

Worauf kommt es bei der Ernährung an?

Bakterien im Zahnbelag und häufiger Zuckerkonsum sind die Hauptursache für schadhafte Zähne. Wer den Verzehr von gezuckerten Lebensmitteln, Getränken, Bonbons oder Kaugummi in Grenzen hält, kann deshalb Karies vorbeugen. Ab und zu süße Sachen zu essen, ist aber kein Problem, solange die Zähne gut gepflegt werden.

Problematisch wird es, wenn die Zähne ständig Süßem ausgesetzt sind. So können Kleinkinder schneller Karies bekommen, wenn ihr Nuckelfläschchen meistens zuckerhaltige Getränke oder Fruchtsäfte enthält. Eine gute Alternative sind ungesüßte Tees oder Wasser.

Eine Möglichkeit, die Zähne zu stärken, ist die Aufnahme von Fluorid etwa über fluoridhaltiges Speisesalz. Auch einigen Lebensmitteln ist Fluorid zugesetzt. Viele Mineralwässer sind gute Fluorid-Lieferanten. Dagegen enthält Leitungswasser in Deutschland verhältnismäßig wenig Fluorid.

Was ist beim Zähneputzen wichtig?

Zähneputzen verringert den Zahnbelag und sorgt dafür, dass die Zähne sauber aussehen und sich auch so anfühlen. Vor allem fluoridhaltige Zahnpasta hilft, Karies vorzubeugen: Beim Putzen nehmen die Zähne das Fluorid aus der Zahnpasta auf und werden dadurch widerstandsfähiger.

Es ist nachgewiesen, dass tägliches Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta Kinder und Jugendliche vor Karies schützen kann. Kinder brauchen beim Zähneputzen Anleitung durch Erwachsene, kleinere Kinder auch praktische Unterstützung. Auch wenn Kindergartenkinder sich schon selbst die Zähne putzen können, ist es oft noch nötig, dass ein Erwachsener nachputzt. Wichtig ist, die Zähne gründlich und zugleich so vorsichtig zu putzen, dass das Zahnfleisch unversehrt bleibt.

Zahnpasta

Fluorid-Zahnpasta kann die Zähne am wirksamsten stärken und schützt daher am besten vor Karies. Für Kinder werden je nach Alter unterschiedliche Pasten empfohlen: Für Kleinkinder gibt es besonders niedrig dosierte Zahnpasta. Diese enthält 0,05 Prozent Fluorid. Auf der Packung ist diese Menge oft auch mit "500 ppm" (parts per million) angegeben. Zahnpasta mit über 0,1 Prozent Fluorid (mehr als 1000 ppm) wird erst dann empfohlen, wenn die bleibenden Zähne durchbrechen. Dies ist meist ab etwa sechs Jahren der Fall.

Der Grund für die unterschiedliche Dosierung sind die möglichen Nebenwirkungen: Zu viel Fluorid kann dazu führen, dass sich weißliche Flecken oder Streifen auf den Zähnen bilden. Meist hat dies keine weiteren Folgen. Selten schädigt zu viel Fluorid jedoch den Zahnschmelz und macht anfälliger für Karies. Manche Menschen befürchten, dass Fluorid auch zu Knochenschwund führen oder die Nieren schädigen könnte. Dies kann normalerweise nicht passieren, denn dazu müssten täglich extrem hohe Dosen eingenommen werden.

Besonders bei kleinen Kindern ist es wichtig, das Fluorid richtig zu dosieren. Kleinkinder verschlucken häufig Zahnpasta. Wenn sie zusätzlich Fluoridtabletten einnehmen und im Haushalt fluoridhaltiges Speisesalz verwendet wird, nehmen sie leicht zu viel Fluorid auf. Zahnpasta enthält zudem Inhaltsstoffe, die nicht in größeren Mengen in den Magen gelangen sollten. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder früh lernen, die Zahnpasta auszuspucken. Solange sie dies noch nicht können, ist es besser, ihre Zähne nur mit sehr wenig Zahnpasta zu reinigen. Für Kinder, die Fluoridtabletten nehmen, ist fluoridfreie Zahnpasta besser geeignet.

Zahnseide, Zahnzwischenraumbürste und Mundwasser

Um Zahnfleischentzündungen vorzubeugen, kann es sinnvoll sein, Ablagerungen zwischen den Zähnen mit Zahnseide, einer Zahnzwischenraumbürste (Interdentalbürste), Zahnhölzern oder -sticks zu entfernen. Ob dies auch Karies vorbeugen kann, ist nicht erwiesen. Wichtig ist, die Ablagerungen vorsichtig zu entfernen, da man mit Zahnseide, Bürstchen und Sticks leicht das Zahnfleisch verletzen kann.

Ein anderes weit verbreitetes Zahnpflegeprodukt ist Mundwasser. Manche Produkte enthalten Fluorid. Auch regelmäßiges Spülen mit fluoridhaltigem Mundwasser kann vorbeugend wirken.

Zahnseide, Bürstchen und Mundwasser kommen allerdings erst für ältere Kinder und Jugendliche infrage. Für kleinere Kinder ist ihre Anwendung noch zu schwierig und sie könnten Mundwasser verschlucken.

Fluorid für Kleinkinder: In welcher Form?

In Deutschland gibt es unterschiedliche Empfehlungen zur Kariesprophylaxe bei Kleinkindern. Zahnärztinnen und -ärzte raten, den Kleinen schon früh die Zähne mit fluoridhaltiger Zahnpasta zu putzen. Kinderärztinnen und -ärzte empfehlen häufig, Kleinkindern zunächst Fluoridtabletten zu geben und die Zähne nur mit etwas fluoridfreier Zahnpasta zu putzen.

Fluoridtabletten enthalten eine feste Dosis Fluorid (0,25 mg). Die Tablette wird am besten gelutscht, damit das Fluorid einwirken kann. Studien haben gezeigt, dass die regelmäßige Einnahme von Fluoridtabletten das Risiko für Karies bei Kindern senkt. Dies gilt vor allem, wenn das Leitungswasser - wie in Deutschland - kaum Fluorid enthält. Der Vorteil von Tabletten gegenüber Zahnpasta im Kleinkindalter: Die tägliche Fluoriddosis lässt sich besser steuern. Zudem ist unklar, ob Kinder-Zahnpasta mit wenig Fluorid (unter 0,05 Prozent oder 500 ppm) Karies überhaupt wirksam vorbeugt.

Häufig ist es schwierig, kleinen Kindern gründlich genug die Zähne zu putzen - und wie schon erwähnt, verschlucken kleine Kinder die Zahnpasta oft. Deshalb spricht einiges dafür, zunächst Fluoridtabletten zu geben und die Zähne zusätzlich mit etwas fluoridfreier Zahnpasta zu reinigen. Sobald die Kleinen sich gut die Zähne putzen lassen und die Zahncreme ausspucken, kann womöglich auf die Tabletten verzichtet und auf fluoridhaltige Zahnpasta umgestiegen werden. Meist gelingt dies im Alter zwischen zwei und vier Jahren.

Was kann man von Fluoridlack und Fluoridgel erwarten?

In der Zahnarztpraxis können Fluoridlacke oder -gele auf die Zähne aufgetragen werden. Die Mittel können mehrere Monate vor Karies schützen. Allerdings ersetzen sie weder das Zähneputzen noch eine zahnfreundliche Ernährung. Kindern und Jugendlichen, die ihre Zähne ohnehin gut putzen, bringen Gele und Lacke wahrscheinlich nur einen geringen zusätzlichen Schutz. Nützlicher sind sie für Menschen mit schlechter Mundhygiene oder schon beginnender Karies.

Die Behandlung wird für Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 17 zweimal im Jahr von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Fluoridgel kann man auch rezeptfrei in der Apotheke kaufen und einmal wöchentlich zu Hause auftragen.

Was ist eine Fissurenversiegelung und wann kommt sie infrage?

Karies bedroht vor allem die Backenzähne. Bakterien können sich in den Vertiefungen, den Furchen oder Grübchen der Zähne festsetzen. Bei Kindern, die anfällige Zähne oder sehr ausgeprägte Furchen haben, kann die Zahnärztin oder der Zahnarzt auf die großen Backenzähne eine Dichtmasse auftragen, damit sich dort keine Bakterien ansiedeln.

Diese Versiegelung ist schmerzlos, dauert nur wenige Minuten und kann das Kariesrisiko senken. Versiegelungen halten meist mehrere Jahre. Bei Kontrolluntersuchungen kann überprüft werden, ob sie noch intakt sind. Wenn bei sechs- bis 17-jährigen Kindern und Jugendlichen bleibende Backenzähne (Molaren) behandelt werden, übernehmen die Krankenkassen die Kosten.

Wie oft zur zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchung?

Zweimal im Jahr, einmal oder weniger? Die Frage, wie oft man zur zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchung gehen sollte, wird seit mehr als 30 Jahren international von Expertinnen und Experten diskutiert. Die häufigste Empfehlung ist wahrscheinlich, alle sechs Monate zur Zahnärztin oder zum Zahnarzt zu gehen. In manchen Ländern wird Menschen mit gesunden Zähnen und intaktem Zahnfleisch jedoch empfohlen, sich nur einmal jährlich oder alle zwei Jahre vorsorglich untersuchen zu lassen. Menschen mit Zahnproblemen wird aber geraten, öfter zur Vorsorge zu gehen.

Allgemein könnte eine regelmäßige zahnärztliche Untersuchung bedeuten, dass Zahnprobleme früher behandelt werden. Ein weiterer Vorteil wäre, wenn die Vorsorgeuntersuchung mehr Menschen dazu bewegen könnte, besser auf ihre Zähne und ihr Zahnfleisch zu achten. Bisher hat aber keine Studie gezeigt, dass es für die Zahngesundheit allgemein besser wäre, alle sechs Monate zur Untersuchung zu gehen. Für Menschen, die ihre Zähne und ihr Zahnfleisch ohnehin sehr sorgfältig pflegen, sind häufige Zahnarztbesuche womöglich weniger nützlich als für Menschen, die ihre Zahnpflege eher nachlässig betreiben. Daher ist es vielleicht am besten, den persönlichen Vorsorgebedarf mit der Zahnärztin oder dem Zahnarzt zu besprechen.