Ein Facharzt für Hautkrankheiten nennt man "Dermatologe". Seine offizielle Berufsbezeichnung lautet: Facharzt für Haut-und Geschlechtskrankheiten. Der Dermatologe wird die Früherkennungsuntersuchung noch einmal wiederholen, um dem Verdacht des Hausarztes nachzugehen.

Sie können aber auch gleich zu einem Facharzt gehen, um sich untersuchen zu lassen. Nur er kann etwas Gewebe entnehmen und es genau untersuchen lassen. Erst danach haben Sie Gewissheit, ob Sie Hautkrebs haben.

Was zahlt die Techniker Krankenkasse?

Seit 1. Juli 2008 bezahlen die Krankenkassen die Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs jedes zweite Jahr ab dem Alter von 35 Jahren. Die Untersuchung beim Hausarzt wird ebenso von der TK bezahlt wie die beim Dermatologen. Allerdings müssen die Ärzte eigens zu dieser Untersuchung berechtigt sein (siehe "Wie finde ich den richtigen Arzt?").

Einige Ärzte bieten weitere Untersuchungen zur Hautkrebs-Früherkennung an, zum Beispiel die Auflichtmikroskopie. Bei dieser Untersuchung hält der Arzt eine beleuchtete Speziallupe über die Hautstelle, um sie besser betrachten zu können. Bitte klären Sie vorab mit Ihrem Arzt, welche Leistungen er über die TK-Gesundheitskarte abrechnet und welche Sie selbst bezahlen sollen, da es sich um eine IGeL-Leistung handelt. 

Weitere Informationen zur Kostenübernahme der Auflichtmikroskopie.

Darüber hinaus bietet die TK noch mehr: Sie hat einen Vertrag abgeschlossen, nach dem die Hautkrebs-Früherkennungsuntersuchung schon ab dem Alter von 20 Jahren bezahlt wird. An diesem Vertrag können nur Fachärzte für Haut- und Geschlechtskrankheiten teilnehmen. Auch hier gilt: Klären Sie bei der Terminabsprache ab, ob der Arzt an dem Vertrag teilnimmt und über die TK-Gesundheitskarte abrechnet.

Wie finde ich den richtigen Arzt?

Wer eine Hautkrebs-Früherkennungsuntersuchung in Anspruch nehmen will und die Kosten über die Krankenkasse abrechnen lassen möchte, muss zu einem Arzt gehen, der dafür die entsprechende Berechtigung von der Kassenärztlichen Vereinigung erhalten hat. Dafür müssen Fachärzte für Haut- und Geschlechtskrankheiten, hausärztlich tätige Fachärzte für Allgemeinmedizin, Internisten, praktische Ärzte und Ärzte ohne besondere Gebietsbezeichnung ein achtstündiges Fortbildungsprogramm absolviert haben.

Fragen Sie Ihren Arzt, ob er die Früherkennungsuntersuchung über die Versichertenkarte abrechnen darf.
Die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention hat zusammen mit der Deutschen Krebshilfe die Kassenärztlichen Vereinigungen aufgefordert, die Arztsuche zu erleichtern. Die aktuellen Online-Arztsuchen oder Servicetelefonnummern in den einzelnen Bundesländern finden Sie auf folgender Homepage:

Viele Arztpraxen haben auch eine eigene Homepage. Darauf sind meistens die Qualifikationen der Ärzte zu finden. Schauen Sie sich ruhig vor der Untersuchung auch die Praxisräume an. Sie sollten hell, warm genug und vor allem vor Blicken anderer geschützt sein.

Greifen Sie ruhig auch auf die Erfahrungen von Vertrauenspersonen zurück und holen Sie sich Rat: Informiert der Arzt ausführlich und verständlich? Gibt er Hinweise auf weitere Informationsquellen? Untersucht er respektvoll und freundlich? Wird die Intimsphäre gewahrt?

Was bedeutet nach einer medizinischen Untersuchung "positiv" und "negativ"?

Wenn Ihr Arzt einen Tumor an Ihrer Haut entdeckt, nennt er das Ergebnis "positiv", weil er etwas gefunden hat, wonach er gesucht hat. Findet der Arzt keine Anzeichen von Hautkrebs, nennt er das Ergebnis "negativ", weil er nicht gefunden hat, wonach er gesucht hat.

Wie läuft eine Untersuchung genau ab?

Ihr Arzt wird Ihre komplette Haut genau betrachten. Dazu müssen Sie sich ganz entkleiden. Der Arzt untersucht dann nicht nur Arme, Beine und den Rumpf Ihres Körpers, sondern auch Ihre Kopfhaut, Ihre Lippen und das Zahnfleisch, die Genitalien und auch die Fußsohlen. Dabei können Sie in der Regel stehen bleiben, manchmal ist es aber auch hilfreich, sich zu setzen.

Die ganze Untersuchung dauert nur wenige Minuten. Für die Untersuchung der Mundhöhle benutzt er einen Spatel, wie Sie ihn aus jeder Hausarztpraxis kennen, zum Beispiel um die Zunge anzuheben. Auch für die Untersuchung der Kopfhaut nimmt er zwei Spatel zur Hand, mit denen er die Haare etwas auseinanderdrückt.

Mir ist es peinlich, mich ganz auszuziehen. Geht das nicht auch anders?

Es ist ganz natürlich, dass Menschen sich nicht gerne vor Fremden ausziehen. Sprechen Sie Ihren Arzt darauf an, dass Sie sich schämen - ihn wird das nicht wundern.

Vermutlich würde es ihm ebenso ergehen. Erfahrungsgemäß vertreibt das offene Gespräch die Scheu. Eine Befragung unter Menschen, die eine Hautkrebs-Früherkennung haben machen lassen, hat gezeigt: Etwa 95 von 100 Menschen hatten die Untersuchung in positiver Erinnerung.

Was ist nach der Untersuchung?

Wenn Ihr Haus- oder Hautarzt (Dermatologe) keine Auffälligkeiten an Ihrer Haut findet, folgen keine weiteren Untersuchungen.


Sollte Ihr Hausarzt aber etwas Verdächtiges entdeckt haben, schickt er Sie zu einem Dermatologen, der die ganze Untersuchung noch einmal wiederholt. Wenn Sie gleich bei einem Hautarzt waren, werden Sie im Zweifel nicht weiter überwiesen und direkt in der Praxis weiterversorgt.

Bei der Operation der Tumore wird leicht unterschiedlich verfahren. Beim Basalzell-Karzinom und beim Stachelzell-Karzinom wird zunächst etwas Gewebe entnommen, eine "Probebiopsie" gemacht. Dann wird das Gewebe untersucht, um zu sehen, ob die Ärzte bei ihrem Verdacht auf weißen Hautkrebs richtig lagen. Wenn ja, werden alle erkrankten Teile der Haut per Operation entfernt.

Beim Verdacht auf schwarzen Hautkrebs, also auf das maligne Melanom, operiert der Arzt sofort und untersucht dann die herausgeschnittenen Teile. Wenn sich bei dieser Gewebeuntersuchung der Verdacht auf das maligne Melanom bestätigt, wird immer noch einmal nachoperiert, damit wirklich alle erkrankten Zellen entfernt werden.

Die OP-Wunde wird danach genäht und mit einem Pflaster verschlossen. Manchmal wird Ihnen Ihr Arzt eine Ruhepause gleich nach der OP empfehlen. Ein Schmerzmittel ist in der Regel nicht nötig, denn die Belastung durch Schmerzen ist meistens gering.

Wie werden Tumoren nach Größe und Stadium eingeteilt?

Art und Ausdehnung eines Tumors ermitteln die Mediziner per Gewebeuntersuchung. Das Ergebnis fassen sie im sogenannten "Staging" und "Grading" zusammen.

Das "Staging" beschreibt das Stadium der Erkrankung, also wie weit der Krebs fortgeschritten ist. Die Mediziner unterscheiden hier meistens sogenannte TNM-Stadien: T 1-4 = Ausdehnung des Tumors, N 0-3 = Befall von Lymphknoten und M 0-1 = Metastasenbildung. Je höher die Ziffer, umso weiter hat sich der Tumor ausgedehnt. Ein TNM-Staging könnte dann so aussehen: T2N0M1.

Je nachdem, ob er schon ein zweites Mal aufgetreten ist oder ob er zum Beispiel unter dem Mikroskop untersucht wurde, werden der TNM-Klassifikation noch kleine Buchstaben hinzugefügt. Es gibt vier solche Buchstaben.

Das "Grading" beschreibt die Aggressivität oder "Malignität“ des Tumors, also wie bösartig die Tumorzellen sind, und zwar in vier Stufen: G1-4. Bei G1 ähneln die Tumorzellen noch den normalen Zellen der Haut, sie sind also nicht so aggressiv, bei G4 unterscheiden sie sich stark von ihnen und gelten als aggressiv. Nach einer Operation wird auch ermittelt, ob ein Resttumor ("R“ für "Residualtumor“) zurückgeblieben ist. Die Ärzte unterscheiden hier zwischen den Stufen R0 (kein Resttumor), R1 (Resttumor, der unter dem Mikroskop zu erkennen ist) und R2 (Resttumor, der auch mit dem bloßen Auge zu sehen ist).

Was bringt mir die Untersuchung und kann sie auch schaden?

Wenn bei Ihnen ein Hautkrebs entstanden ist, kann ihn die Untersuchung schon in seiner Frühphase entdecken. Die Heilungschancen sind dann sehr groß.

Früherkennungsuntersuchungen haben aber auch Risiken. Das trifft auch für die Hautkrebs-Früherkennung zu. Im Folgenden stellen wir Ihnen den möglichen Nutzen und den möglichen Schaden getrennt dar.

Beides, Nutzen und Schaden der Früherkennung von Hautkrebs, ist bisher noch nicht ausreichend untersucht. Das bedeutet, es gibt noch keine Studien, die zum Beispiel eindeutig belegen, dass die regelmäßige Untersuchung Sie vor einem vorzeitigen Tod durch Hautkrebs oder vor entstellenden Operationen bewahren könnte.

Der mögliche Nutzen

Die Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs kann ...

... vielleicht Ihr Risiko senken, zu erkranken.

Die Früherkennung kann zusammen mit einer anschließenden Gewebeuntersuchung Hautkrebs entdecken.
Unklar ist, ob die Früherkennung verdächtige Hautveränderungen früh genug aufspüren kann, die später gefährlich geworden wären. Im Zweifel können die betroffenen Stellen entfernt werden und wachsen jedenfalls an dieser Stelle der Haut nie zu einem möglicherweise gefährlichen Krebs heran. Allerdings weiß man nicht, ob und wie viele verdächtige Hautstellen tatsächlich zu einem lebensbedrohlichen Problem geworden wären.

... vielleicht Ihr Leben verlängern.

Es ist möglich, dass die Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs Sie davor bewahrt, an einem malignen Melanom zu sterben. Ob es tatsächlich so ist, weiß man aber nicht.

... vielleicht Ihre Lebensqualität bewahren.

Wenn die Untersuchung einen Hautkrebs offenbart, kann unter Umständen eine frühe Operation verhindern, dass eine spätere Tumorentfernung - vor allem im Gesicht - hässliche Narben hinterlässt. Für die betroffenen Patienten wäre das sehr belastend. Hier kann die frühe Entdeckung des Hautkrebses Ihre Lebensqualität unter Umständen aufrechterhalten oder deutlich erhöhen.

Der mögliche Schaden

Die Früherkennungsuntersuchung als solche ist vollkommen unschädlich. Manchmal können aber die Ergebnisse der Untersuchung falsch sein. So besteht die Gefahr, nach der Früherkennungsuntersuchung ...

... behandelt zu werden, obwohl Sie gesund sind.

Aus Australien weiß man, dass Nichthautärzte, also zum Beispiel Hausärzte oder Frauenärzte, sich bei der Untersuchung häufiger irren: Von zwölf positiven Diagnosen waren elf falsch positiv. Das heißt, elf von zwölf Patienten mit der Diagnose Hautkrebs waren in Wirklichkeit gesund. Dennoch wurde allen Gewebe entnommen, und dabei elf von zwölf Untersuchten unnötige Sorgen und Gewebeentnahmen zugemutet.

Aus Schleswig-Holstein weiß man: Nur fünf von 100 Verdachtsdiagnosen von Hautärzten auf den schwarzen Hautkrebs haben sich bei der anschließenden Gewebeuntersuchung auch bestätigt. Das heißt: Bei 95 von 100 Verdachtsdiagnosen haben sich die Ärzte geirrt, und es wurde umsonst Gewebe entfernt, um es zu untersuchen. Beim Basalzell-Karzinom lag der Arzt bei 39 von 100 Verdachtsfällen falsch. Beim Stachelzell-Karzinom wurden 36 von 100 verdächtigen Hautstellen zu Unrecht für Krebs gehalten und umsonst Proben aus der Haut geschnitten.

... nicht behandelt zu werden, obwohl Sie krank sind.

Umgekehrt können Ärzte auch Entwarnung geben, aber zuvor einen Tumor übersehen haben. Sie als Untersuchter fühlen sich dann gesund und sind beruhigt, sind aber in Wahrheit krank. Es gibt hier unterschiedliche Studien mit unterschiedlichen Ergebnissen. Im besten Fall wird einer von 20 bösartigen Tumoren übersehen, im schlimmsten Fall fünf von 20 - je nach Studie. Für Deutschland gibt es bis jetzt keine verlässlichen Zahlen.

... nutzlos behandelt zu werden, wenn Sie krank sind.

Unter Umständen kann der Arzt auch einen Krebs, der sich zuvor nicht bemerkbar gemacht hat, zwar entdecken, aber nicht mehr heilen. Der betroffene Mensch wird also ziemlich sicher an der Krankheit sterben. Dennoch wird er unter Umständen in anstrengende Behandlungsprogramme eingegliedert. Sie können sein seelisches und körperliches Befinden über die ohnehin schwere Krankheit hinaus sehr belasten. Verlässliche Zahlen über solche Folgen nach der Hautkrebs-Früherkennung gibt es aber leider nicht.

Bleiben bei jeder Operation Narben zurück?

Bei einer Operation, auch bei kleinen, bleiben immer auch Narben an der Haut zurück. Aber nach kleineren Operationen sind sie sehr klein, so klein, dass sie mit der Zeit fast unsichtbar werden. Nur ein Hautarzt kann sie dann noch erkennen.

Ist Früherkennung Vorsorge?

Die Früherkennung schützt Sie nicht unbedingt davor, an Krebs zu erkranken. Sie soll nur Krebs möglichst in einem Frühstadium erkennen. Vorsorge dagegen verhindert, dass eine Krankheit ausbricht. Hautkrebs können Sie wahrscheinlich vorbeugen, indem Sie übermäßige Sonnenbestrahlung Ihrer Haut vermeiden. Beim Hautkrebs geht die Früherkennung manchmal in Vorsorge über.

Es kann Vorsorge sein, wenn eine verdächtige Stelle entfernt wird, die später tatsächlich bösartig geworden wäre. Angaben darüber, wie oft so etwas geschieht, gibt es derzeit noch nicht.

Wo bekomme ich weitere Informationen und Beratung?

Weitere Informationen und Unterstützung erhalten Sie von Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen:

  • Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) e. V.

            Cremon 11
            20457 Hamburg
            Tel. +49 (0) 40 - 209 13-160
            Fax +49 (0) 40 - 209 13-161
            www.hautkrebs-screening.de

  • Deutscher Krebsinformationsdienst

             Info-Tel. 0800 - 420 30 40
             www.krebsinformationsdienst.de

  • Deutsche Krebsgesellschaft

            Tiergarten Tower Straße des 17. Juni 106-108
            10623 Berlin
            Tel. 030 - 322 93 29 0
            Fax 030 - 322 93 29 66
            www.krebsgesellschaft.de

  • Deutsche Krebshilfe

            Buschstraße 32
            53113 Bonn
            Tel. 02 28 - 729 90-0
            Fax 02 28 - 729 90-11
            www.krebshilfe.de

  • Robert Koch-Institut

             Nordufer 20
            13353 Berlin
            Tel. 030 - 187 54 0
            Fax 030 - 187 54 23 28
            www.rki.de

            Informationsplattform des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

            Gut verständliche medizinische Informationen der Universität Witten/Herdecke. Die Inhalte wurden anhand von wissenschaftlichen Studien entwickelt.