Sie ist Schutzmantel gegen Schäden und zugleich Schleuse für Wasser, Salz und Abfallstoffe des Körpers. Die Haut verhindert, dass der Körper austrocknet, und schützt ihn vor schädlichen Einflüssen von außen, vor Hitze, Kälte, Strahlung und vor Verletzungen.

UV-Strahlung gilt aufgrund der derzeitigen Erkenntnisse als der bedeutsamste Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs. Die drei häufigsten Hautkrebsarten sind das Basalzellkarzinom, das Plattenepithelkarzinom und das maligne Melanom.

Mit ihrem hohen Säuregehalt macht die Haut es Bakterien schwerer, in den Körper einzudringen. Zugleich regelt sie den Temperaturausgleich des Körpers: Wenn es heiß ist, schwitzt sie und kühlt so den Körper. Bis zu zehn Liter Flüssigkeit kann die Haut an einem Tag abgeben, dazu Salz und weitere Stoffe. Winzige Äderchen in der Haut dehnen sich aus und sorgen für weitere Kühlung.

Wenn es kalt ist, ziehen sich die Äderchen wieder zusammen, um die Wärme zu halten, und die Härchen der Haut sträuben sich zur "Gänsehaut“ - eine Erinnerung an die Zeit, als die Vorfahren der Menschen noch ein Fell trugen, das bei Kälte zwischen den gesträubten Haaren eine Warmluftschicht um den Körper erhalten konnte.

Schicht für Schicht - Wie ist die Haut aufgebaut?

Die Haut besteht aus drei Lagen:

  1. Aus der dreischichtigen Oberhaut mit der für uns sichtbaren Hornzellschicht als Abschluss nach außen, der Stachelzellschicht darunter und der Basalzellschicht. In der Basalzellschicht sitzen verteilt auch die "Schattenspender“ der Haut - die Melanozyten. Diese besonderen Pigmentzellen produzieren den dunklen Farbstoff Melanin. Ihm verdanken wir, dass sich die Haut unter Sonnenbestrahlung bräunt und so das empfindliche Erbgut der Hautzellen schützt.
  2. Unter der Oberhaut liegt die Lederhaut. Sie ist zugleich elastisch und kräftig - zart an den Augenlidern oder Lippen, kräftig an den Handinnenflächen, Fußsohlen oder Ellenbogen. In der Lederhaut liegen zum Beispiel Adern, Schweißdrüsen, Lymphgefäße oder Talgdrüsen. Die Lederhaut bildet Ausläufer in die Tiefe und verbindet so den Körpermantel mit den Muskeln und Knochen.
  3. Ganz innen liegt die Unterhaut. Besonders hier sitzen neben Fett-und Wasserpölsterchen eine ganze Reihe von spezialisierten Sensoren für Kälte, Hitze oder Verformung der Haut. So sorgen zum Beispiel die sogenannten "Meißner-Körperchen“ dafür, dass wir Streicheln, Kratzen oder Klopfen auf der Haut unterscheiden können.

Warum "häuten" sich auch Menschen?

Die Haut ist der sichtbarste Teil des Körpers. Nicht zuletzt deshalb ist sie auch Spiegel unseres seelischen Befindens. Farbe, Falten und Furchen zeigen, wie wir uns fühlen, und bestimmen, wie wir auf den ersten Blick wirken. Das zeigen die Redensarten, mancher sei "dünnhäutig“, ein anderer dagegen habe sich "ein dickes Fell“ angeschafft. Wieder andere wünschen sich sogar, einmal "in einer anderen Haut“ zu stecken. Tatsächlich geht dieser Wunsch ungefähr alle 27 Tage in Erfüllung. Menschen häuten sich fast monatlich.

Während an der Hornzellschicht der Oberhaut ständig abgestorbene, verhornte Hautzellen abgestoßen werden und als winzige Hautstückchen unbemerkt abfallen, bilden sich in der Basalzellschicht der Oberhaut laufend neue Zellen: Einige Basalzellen teilen sich, wobei eine der beiden Tochterzellen den Platz der Mutter einnimmt, die andere eine vierwöchige Reise an die Oberfläche der Haut beginnt.

Während diese Tochterzelle aufsteigt, entstehen durch weitere Teilungen zahlreiche Nachkommen, die sich untereinander zur Stachelzellschicht verbinden. Diese Stachelzellen sind das feste Gewebe, dessen Zellen auf der letzten Etappe ihrer Reise absterben, verhornen und die "Epidermis“ bilden, jene Schicht, die wir als unsere Haut wahrnehmen. So wächst die Haut ständig von unten her nach.

Die Schattenspender der Haut, die Melanozyten, beteiligen sich nicht an der Wanderung. Sie können sich zwar auch teilen, bleiben jedoch in der Nähe der Basalzellschicht und lassen die Stachelzellen an sich vorbeiwandern.