Die Impfung

Impfstoff

Die im Grippe-Impfstoff verwendeten Viren werden jährlich von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) neu festgelegt.

Wirksamkeit

Die Grippe-Impfung muss jährlich erneuert werden, da jedes Jahr andere Grippeviren mit unterschiedlichen Eigenschaften auftreten. Jedes Jahr wird daher eine Prognose erstellt, mit welchen Viren zu rechnen ist. Dementsprechend setzt sich der Impfstoff zusammen. Der Impfschutz beginnt circa zwei Wochen nach der Impfung.

Je nach Übereinstimmung mit den tatsächlich zirkulierenden Viren schützt die Impfung gesunde Erwachsene bis zu 90 Prozent vor der Erkrankung. In der älteren Bevölkerung über 60 Jahren ist die Schutzwirkung im Vergleich zur jüngeren deutlich geringer.

Dennoch ist die Impfung gerade in dieser Altersgruppe besonders wichtig, da es vor allem bei älteren Menschen während des Krankheitsverlaufs zu Komplikationen wie zum Beispiel bakteriellen Lungenentzündungen kommen kann, die tödlich enden können.

Gegenanzeigen

Die Herstellung der meisten Grippe-Impfstoffe erfolgt in Hühnereiern, daher dürfen Personen mit einer Allergie gegen Hühnereiweiß diese Impfstoffe nicht erhalten. Der in Hundezellkulturen hergestellte Impfstoff ist für diese Personen jedoch geeignet.

Nebenwirkungen

Es kann an der Einstichstelle zu Reaktionen wie Rötungen, Schwellungen oder Schmerzen kommen, gelegentlich auch zu Verhärtung oder Schwellung der umliegenden Lymphknoten. Des Weiteren können Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Fieber, Übelkeit, Unwohlsein, Schwitzen, Frösteln, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen auftreten.

Allergische Reaktionen an der Haut und im Bronchialsystem treten nur sehr selten auf.

Wer sollte sich gegen Grippe impfen lassen und wann?

Altersbezogene Impfempfehlung - über TK-Gesundheitskarte

Entsprechend der Schutzimpfungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) wird die Impfung gegen Influenza allen Menschen über 60 Jahren empfohlen.

Jährlich zu Beginn der Grippesaison im Herbst sollte gegen Grippe geimpft werden. Wenn Epidemien auftreten oder zu erwarten sind, können Influenza-Impfungen aufgrund von Empfehlungen der Gesundheitsbehörden erfolgen.

Eine erneute Impfung wird auch dann empfohlen, wenn die aktuelle Zusammensetzung des Impfstoffs in einer Saison identisch ist mit der der letzten Saison. Denn man geht davon aus, dass der Impfschutz zeitlich nur begrenzt ist.

Altersbezogene Impfempfehlung - Mehrleistung der TK

Die Impfung kann aber auch bei Menschen unter 60 Jahren sinnvoll sein. Als Satzungs- oder Mehrleistung übernimmt die TK daher auch bei Menschen unter 60 Jahren die Kosten für die Grippeschutzimpfung.

Medizinische Impfempfehlung - über TK-Gesundheitskarte

Impfen lassen sollten sich nach der Schutzimpfungsrichtlinie (SiR) auch gesundheitlich besonders gefährdete Personen, zum Beispiel Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einem Grundleiden, wie

  • chronische Krankheiten der Atmungsorgane (inklusive Asthma und COPD),
  • chronische Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten,
  • Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten,
  • Multiple Sklerose mit durch Infektionen getriggerten Schüben sowie weitere in Schwere vergleichbare chronische neurologische Krankheiten, die zu Beeinträchtigungen in den Atemwegen führen können,
  • angeborene oder erworbene Immundefekte mit T- und/oder B-zellulärer Restfunktion,
  • HIV-Infektion,
  • Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens ab dem ersten Trimenon,
  • Bewohner in Alters- oder Pflegeheimen. 

Berufliche Impfempfehlung - über TK-Gesundheitskarte

Bei beruflich bedingter erhöhter Ansteckungsgefährdung sollte nach der Schutzimpfungsrichtlinie (SiR) ebenfalls gegen Influenza geimpft werden, insbesondere bei folgenden Berufen und Expositionsbedingungen:

  • Medizinisches Personal
  • Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr
  • Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute ungeimpfte Risikopersonen fungieren können
  • Personen mit erhöhter Gefährdung durch direkten Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln

Berufliche Impfempfehlung - Leistung des Arbeitgebers

Nach der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge [r1] (ArbMedVV) ist in den folgenden, dem Anhang der ArbMedVV zu entnehmenden Bereichen bei den aufgeführten Expositionsbedingungen der Arbeitgeber für die Kostenübernahme verantwortlich:

  • Forschungseinrichtungen/Referenzlaboratorien (regelmäßige Tätigkeiten mit Kontaktmöglichkeiten zu infizierten Tieren/Proben, Verdachtsproben beziehungsweise krankheitsverdächtigen Tieren sowie zu erregerhaltigen oder kontaminierten Gegenständen oder Materialien, wenn dabei der Übertragungsweg gegeben ist)

Sprechen Sie Ihren Arbeitgeber am besten vor der Impfung wegen einer etwaigen Kostenübernahme an, da er nach der ArbMedVV verpflichtet ist, die Kosten der Impfung zu übernehmen.

Reiseschutzimpfung bei privaten Auslandsreisen - Mehrleistung der TK

Reisende in Regionen mit hoher Grippe-Prävalenz wird ebenfalls zur Impfung geraten.

Reisende werden gebeten, sich rechtzeitig auf den Seiten des Auswärtigen Amts zu informieren:

Für Schutzimpfungen im Zusammenhang mit einer privaten Auslandsreise gilt bei der TK folgende Regelung: