Die Impfung

Art des Impfstoffs

Es handelt sich um Totimpfstoffe, die aus Teilen der Kapsel (Hülle) bestimmter HPV-Typen bestehen. Die Impfstoffe enthalten kein Erbgut des Erregers und besitzen damit kein krebserregendes Potenzial. Das heißt, sie selbst können keine Krebserkrankung verursachen, regen aber die Bildung von Antikörpern gegen humane Papillomaviren an.

Wirksamkeit

Die verfügbaren Impfstoffe schützen nicht vor allen potenziell krebsauslösenden HPV-Typen, sondern lediglich vor den am häufigsten für Gebärmutterhalskrebs verantwortlichen. Daher sollten auch Mädchen und Frauen, die gegen HPV geimpft wurden, die Früherkennungsuntersuchungen beim Arzt regelmäßig wahrnehmen.

Die HPV-Impfstoffe schützen zu fast 100 Prozent vor Infektionen mit den HPV-Typen 16 und 18, die für etwa 70 Prozent der Krebserkrankungen am Gebärmutterhals verantwortlich sind. Das gilt allerdings nur für Mädchen und junge Frauen, die sich bisher nicht mit HPV infiziert haben. Die Impfung wirkt bei bereits HPV-infizierten Frauen deutlich schlechter als bei nicht HPV-Infizierten. Die Grundimmunisierung mit zwei beziehungsweise drei Einzeldosen (siehe unten) sollte daher vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein.

Nebenwirkungen

Es kann an der Einstichstelle zu lokalen Reaktionen wie etwa Rötung, Schwellung, Juckreiz und Schmerzhaftigkeit kommen. Bei einem bis zehn Prozent der Geimpften tritt auch Fieber auf. Darüber hinaus können Kopf- und Gliederschmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden auftreten.

Sehr selten kann es zu Nesselausschlag - medizinisch Urtikaria - kommen. Schwerwiegende Reaktionen, die auf die getesteten Impfstoffe zurückzuführen waren, sind bislang nicht beobachtet worden.

Wer sollte sich gegen HPV impfen lassen und wann?

Altersbezogene Impfempfehlung - über TK-Gesundheitskarte

Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut - kurz STIKO - empfiehlt in ihrer neuesten Impfempfehlung vom 25. August 2014 die HPV-Impfung für alle Mädchen im Alter von neun bis 14 Jahren, das heißt, ab dem neunten Geburtstag bis einen Tag vor dem 15. Geburtstag. Spätestens bis zum vollendeten 18. Lebensjahr, das heißt, bis einen Tag vor dem 18. Geburtstag, sollen laut der STIKO versäumte Impfungen gegen HPV nachgeholt werden.

Abhängig vom Alter bei der ersten Impfung werden zum vollständigen Impfschutz zwei oder drei Spritzen verabreicht. Nach dem heutigen wissenschaftlichen Stand ist noch unklar, ob später eine Auffrischimpfung notwendig ist.

Altersbezogene Mehrleistung der TK

Die TK erstattet die Kosten der Impfung - abzüglich der Zuzahlung für den Impfstoff - für Frauen ab dem 18. Geburtstag bis einen Tag vor dem 27. Geburtstag als sogenannte Mehrleistung.

HPV - ein Auslöser von Gebärmutterhalskrebs

Als Ursache für Gebärmutterhalskrebs sind verschiedene Typen des humanen Papillomavirus (HPV) von Bedeutung. Papillomaviren sind kleine, unbehüllte DNA-Viren, die weltweit verbreitet sind. Die Übertragung erfolgt durch Hautkontakt, bei einigen HPV-Typen durch ungeschützte Sexualkontakte.

Humane Papillomviren verursachen neben Gebärmutterhalskrebs noch verschiedene andere Krankheiten, nämlich:

  • Genitalwarzen
  • gutartige Wucherungen an Haut oder Schleimhaut, sogenannte Papillome
  • bösartige Tumore der Zervix (Gebärmutterhals)
  • bösartige Tumore am Penis und an den äußeren weiblichen Geschlechtsorganen
  • bösartige Tumore im Mund-Rachen-Raum
  • bösartige Tumore der Haut
  • bösartige Tumore des Anus 

Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs

In Deutschland erkranken derzeit jährlich fast 5.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Im Jahr 2011 sind nach der Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamtes etwa 1.600 Frauen hierzulande an dieser Erkrankung gestorben.

Die Erkrankungshäufigkeit variiert stark mit dem Alter: Am häufigsten sind Frauen zwischen 40 und 49 Jahren betroffen.