Ab dem Alter von 20 Jahren wird jeder Frau eine jährliche gynäkologische Krebsvorsorge von der TK bezahlt. Dabei handelt es sich vor allem um die Früherkennung von möglichen Krebsvorstufen am Gebärmutterhals. Veränderungen in der Gebärmutter oder an den Eierstöcken werden durch den PAP-Abstrich nicht erkannt.

Was ist ein PAP-Abstrich?

Benannt ist der PAP-Abstrich nach dem griechischen Arzt George Papanicolaou, der diesen Test schon 1928 entwickelte. Mithilfe von Bürstchen und Spatel streicht der Gynäkologe Zellen von der Oberfläche des Muttermundes sowie aus dem Gebärmutterhalskanal ab und trägt sie auf eine kleine Glasplatte (Objektträger) auf. Die Zellen werden unter dem Mikroskop auf Veränderungen untersucht (Zytologie) und nach den PAP-Gruppen bewertet.

Während der Menstruationsblutung sind die Zellen schlechter zu beurteilen. Deshalb empfiehlt es sich, die Früherkennung in die ersten beiden Wochen nach der Regelblutung zu legen.

Was bedeutet ein auffälliger PAP-Befund?

Viele Frauen werden im Laufe ihres Lebens irgendwann einmal mit einem auffälligen PAP-Befund konfrontiert. Das ist kein Grund zur Panik. Damit Sie den Befund besser einordnen können, finden Sie in der folgenden Liste eine Beschreibung der PAP-Gruppen mit Empfehlungen der Fachgesellschaften für das weitere ärztliche Vorgehen.

Diese Empfehlungen sind für die gynäkologischen Praxen nicht verbindlich. Anders ist es bei der zytologischen Bewertung eines PAP-Abstrichs. Sie ist seit 2007 durch verbindliche Richtlinien geregelt.

  Befund

Empfehlung

PAP I/II

Unauffälliger Befund. Bei PAP II Anzeichen für eine Scheiden- oder Gebärmutterhalsentzündung oder für nicht ausgereifte oder im Umbau befindliche Zellen.

Bei Entzündung lokale Behandlung.

PAP III

Unklarer Befund. Schwere Zellveränderungen, zum Beispiel entzündlicher Art oder als Reifungsstörung, die eine Beurteilung zwischen gut- und bösartig nicht zulassen, oder schwer zu beurteilende Zellprobe.

Kurzfristige Wiederholung des PAP-Tests, Lupenbetrachtung der Scheide und des Muttermundes (Kolposkopie).

PAP III D

Zellen weisen nicht mehr alle Merkmale gesunder Zellen des Gebärmutterhalses auf (leichte bis mittelschwere Dysplasie).

Lupenbetrachtung (Kolposkopie) und erneute PAP-Kontrolle nach drei bis sechs Monaten. Bei wie-derholtem PAP III D: Entnahme von Gewebe. Danach Entschei-dung über weiteres Vorgehen.

PAP IV a

Zellen mit schweren Dysplasien, die möglicherweise auf eine Krebsvorstufe, das sogenannte "Carcinoma in situ“ (CIS), hindeuten können.

Lupenbetrachtung (Kolposkopie) und Entnahme von Gewebe. Danach Entscheidung über weiteres Vorgehen.

PAP IV b

Zellen mit schweren Dysplasien, die auf die Krebsvorstufe "Carcinoma in situ“, aber auch auf invasiven Gebärmutterhalskrebs hindeuten können.

Lupenbetrachtung (Kolposkopie) und Entnahme von Gewebe. Danach Entscheidung über weiteres Vorgehen.

PAP V

Zellen eines invasiven Gebärmutterhalskrebses oder eines anderen bösartigen Tumors.

Lupenbetrachtung (Kolposkopie) und Entnahme von Gewebe. Danach Entscheidung über weiteres Vorgehen.