In kaum einem anderen Bereich der Medizin ist es so wie in der Zahnheilkunde möglich, Erkrankungen zu vermeiden oder kontrolliert mit ihnen zu leben. Zahnmediziner und Patienten in Deutschland wenden sich deshalb immer mehr der Vorsorge zu: Prävention statt Reparaturmedizin mit Füllungen, Kronen, Brücken und Prothesen.

Es gibt kein Lebensalter, in dem die Prophylaxe unwichtig ist: Sie beginnt schon vor der Geburt, setzt sich im Kleinkindalter fort und ist selbst beim zahnlosen Gebiss noch von Bedeutung. Viele Zahnärzte helfen ihren Patienten, regelmäßig ihr Gebiss kontrollieren zu lassen und zu pflegen, zum Beispiel, indem sie sie telefonisch an ihre Vorsorgetermine erinnern oder individuelle prophylaktische Maßnahmen anbieten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) formulierte unter dem Schlagwort "22-77-99" als Fernziel der Prophylaxe, dass 99 Prozent der Bevölkerung mit 77 Jahren noch mindestens 22 Prozent der eigenen Zähne nutzen können. Jeder Mensch sollte über Risiken und Möglichkeiten für seine Mundgesundheit informiert sein. Besonders muss er in die Lage versetzt werden, die für ihn notwendigen und sinnvollen Maßnahmen auszuführen. Dabei hilft ihm der Zahnarzt und sein Team mit individueller Beratung.

Durch einen Speicheltest kann der Zahnarzt zum Beispiel die individuelle Anfälligkeit gegen Karies und Parodontitis gezielt bestimmen. Bei einem individuellen Termin in der Praxis kann er - im Gegensatz zu einer Beratung in Gruppen - auch gleich die Ursachen für mögliche Gesundheitsprobleme beseitigen, zum Beispiel Zahnstein, schlechte Füllungen und Kronen, defekte oder zerstörte Zähne.