Zum Zeitpunkt der Geburt kann der kindliche Kopf als größter Körperteil das mütterliche Becken gerade noch passieren.

Bei der Hinterhauptslage, der mit über 90 Prozent der Fälle häufigsten Geburtslage, liegt das Kind längs mit dem Kopf nach unten im Geburtskanal. Der Rücken zeigt auf die linke beziehungsweise rechte Flanke der Mutter mit Tendenz zur Bauchdecke. Der Kopf des Kindes ist gebeugt, das Hinterhaupt führt. Dies ist zugleich auch die günstigste Geburtslage.

Geburtsmechanismus bei vorderer Hinterhauptslage

Der Kopf des Kindes und der nachfolgende Körper müssen sich während des Geburtsvorganges an die anatomischen Verhältnisse des Beckens anpassen. Da der Beckeneingang queroval ist, stellt sich der Kopf quer ein und der Rücken zeigt nach außen. Beim Tiefertreten muss das Kind zwei Drehungen ausführen.

Beim Durchtritt durch die kreisförmige Beckenhöhle beugt sich der Kopf zunehmend auf die Brust. Der Kopfumfang wird dadurch geringer. Das Kind dreht sich um 90 Grad, sodass der Rücken und das Hinterhaupt nach vorne in Richtung Schambein zeigen (erste Drehung). Das Hinterhaupt wird zum tiefsten Punkt.

Beim Austritt aus dem längsovalen Beckenausgang streckt sich der Kopf des Kindes zunehmend. Das mütterliche Schambein dient als Anstemmpunkt. Es werden nacheinander Hinterhaupt, Vorderhaupt, Stirn, Gesicht und Kinn über dem Damm geboren. Zu diesem Zeitpunkt passen die Schultern genau in den querovalen Beckeneingang hinein.

Zur Geburt der Schultern muss eine weitere 90-Grad-Drehung erfolgen, damit diese am Beckenausgang längs stehen (zweite Drehung). Das Kind dreht sich meistens in die ursprüngliche Stellung zurück. Von außen sichtbar ist die äußere Drehung des Kopfes auf die Seite. Schließlich werden zuerst die vordere, dann die hintere Schulter und der Körper des Babys geboren.