Eine Hebamme ist immer dabei, wenn ein neuer Erdenbürger das Licht der Welt erblickt. Doch nicht nur während der Geburt unterstützt sie die Mutter (und den Vater). Wochen vor und nach der Niederkunft steht sie mit Rat und Tat zur Seite.

Es gibt eine Menge zu entscheiden, bevor ein Kind auf die Welt kommt. Wo soll es geboren werden? Wie soll die Geburt vonstatten gehen? Ist der Vater dabei oder nicht? Eine Frage ist auch die nach der Hebamme. Man kann es dem Zufall überlassen, welche Hebamme gerade im Krankenhaus zur gegebenen Stunde arbeitet, oder man sucht sich eine sogenannte Beleghebamme als ganz private Geburtsunterstützung.

Beleghebamme oder doch normale Hebamme?

Es spricht eine Menge dafür, eine Beleghebamme zu buchen. Gerade Erstgeburten dauern im Schnitt an die zwölf Stunden, sodass man das wechselnde Personal des Schichtbetriebs eines Krankenhauses kennenlernt.

Eine Beleghebamme dagegen bleibt die gesamte Zeit bei der Schwangeren. Die Situation muss somit nicht jedes Mal neu geschildert werden, wie man sich fühlt, welche Ängste man hat. Die Beleghebamme kennt die Frau bereits aus der vorgeburtlichen Zeit, weiß, wie die werdende Mutter mit der Schwangerschaft umgeht, welche Bedenken sie hat und was sie auf keinen Fall möchte. In der Regel besteht zwischen Beleghebamme und werdender Mutter ein enges Vertrauensverhältnis.

Welche Leistungen bieten Hebammen bei der Schwangerenvorsorge?

Die Hebamme kann in Absprache mit dem betreuenden Gynäkologen einen Teil der Schwangerenvorsorge übernehmen. Sie kann möglichst früh Abweichungen vom normalen Schwangerschaftsverlauf, zum Beispiel Lageanomalien, Mehrlingsschwangerschaften oder drohende Frühgeburten, erkennen.

Die Hebamme übernimmt Untersuchungen, prüft zum Beispiel Kindslage, Blutdruck, Größe, Gewicht oder berät in Ernährungsfragen. Eventuell untersucht sie den Muttermund, um festzustellen ob er noch fest geschlossen ist, oder sich schon auf die Geburt eingestellt hat. Die Herztöne des Babys misst sie mit einem dafür vorgesehenen Gerät, dem CTG (Kardiotokograf), per Ultraschall. Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Hebamme über ein tragbares CTG verfügt: Dann besucht sie die Schwangere ganz einfach zu Hause.

Beratung in der Schwangerschaft

Zu jedem Zeitpunkt Ihrer Schwangerschaft können Sie mit der Hebamme Ihrer Wahl in Verbindung treten und sie um Rat fragen. Sie wird Sie zu allen Fragen der Schwangerschaft, der Geburt, des Wochenbetts und der Zeit danach beraten.

Sie weiß Bescheid über Ernährung und Lebensweise in der Schwangerschaft, Partnerschaft und Sexualität, Möglichkeiten der Geburtsvorbereitung und die ersten Wochen mit dem Baby. Auch mit sozialen Hilfen in der Schwangerschaft und nach der Geburt kennt sie sich aus.

Auch bei Ihnen zu Hause

Bei Schwangerschaftsbeschwerden und Vorwehen hilft Ihnen Ihre Hebamme auch bei Ihnen zu Hause.

Schwangerschaftsbeschwerden können sich in vielfältiger Art äußern, zum Beispiel als Unwohlsein, Schmerzen oder Ängste. Auch der Verdacht auf vorzeitige Wehen, Blasensprung oder Geburtsbeginn sind Gründe für Hebammenhilfe. Bei vorzeitigen Wehen oder schwangerschaftsspezifischen Erkrankungen (Gestose) betreut Sie Ihre Hebamme in Zusammenarbeit mit Ihrem Arzt.

Was bieten Hebammen in Vorbereitungskursen an?

Hebammen bereiten Schwangere und ihre Partner in speziellen Kursen auf die Geburt und die Zeit danach vor.

Da diese sehr beliebt sind, sollte man sich frühzeitig anmelden. Zur Vorbereitung auf die Geburt können Sie zwischen verschiedenen Kursformen wählen, allein oder gemeinsam mit Ihrem Partner. Die Partnergebühr wird von den Krankenkassen allerdings nicht übernommen.

In diesen Kursen werden Sie über körperliche und psychische Veränderungen während der Schwangerschaft informiert. Sie lernen Atem- und Entspannungsübungen zur Geburtserleichterung. Körperübungen stärken die Körperwahrnehmung und Ihre Mobilität. Gespräche rund um die Schwangerschaft, die Geburt und das Wochenbett gehören zu den Kursinhalten. Nebenbei lernen Sie andere Frauen und Paare kennen, die auch ein Kind erwarten.

Was sind die Aufgaben einer Hebamme bei der Geburt?

Die Hauptaufgabe der Hebamme ist natürlich, das Kind gut auf die Welt zu bringen und die Mutter so zu unterstützen, dass die Geburt möglichst ohne Komplikationen verläuft.

Sie hilft, Ängste und Sorgen abzubauen und kann Risiken erkennen. Gleichzeitig wird die Hebamme alles tun, um die werdende Mutter auf den großen Moment vorzubereiten, indem sie ihr Möglichkeiten der Entspannung anbietet (etwa ein wärmendes Bad).

Voll auf die Geburt konzentrieren

Hat sich ein echtes Vertrauensverhältnis zwischen Frau und Hebamme aufgebaut, kann sich die werdende Mutter ganz fallen lassen und auf die Geburt konzentrieren. Die Hebamme wird sich um alles kümmern. Sie steht auch mit ihrem Erfahrungsschatz zur Seite, wenn es zu Komplikationen oder Diskrepanzen zwischen den Vorstellungen von Eltern und Ärzten kommt.

Übernimmt die TK die Kosten einer Entbindung zu Hause oder in einem Geburtshaus?

Auch die Kosten für eine Hausgeburt sowie die Kosten für eine ambulante Geburt in einem Vertragsgeburtshaus übernimmt die TK.

Wie können Hebammen Mutter und Kind zu Hause unterstützen?

Junge Eltern stehen vor einem Berg von Fragen, die die Hebamme oft beantworten kann: Warum schreit das Kind jetzt? Was sind das für Pickel auf der Haut? Wie reinige ich den Popo möglichst schonend?

Eine Hebamme kann Tipps geben, die sich jahrelang bewährt haben und die häufig in keinem Buch zu finden sind. Bis zehn Tage nach der Geburt haben Mütter Anspruch auf mindestens einen täglichen Besuch durch die Hebamme. Ab dem elften Tag bis acht Wochen nach der Geburt können bei auftretenden Fragen und Schwierigkeiten wie verzögerter Nabelheilung oder Stillproblemen noch 16 weitere Besuche der Hebamme erfolgen.

Stillbeziehung

Die Betreuung im Wochenbett bis zum Ende der Stillzeit gibt der Hebamme die Möglichkeit, die Frau in ihrer häuslichen Umgebung zu unterstützen und in ihrer neuen Aufgabe als Mutter zu bestärken. Sie kann mögliche Probleme ansprechen und mit der Frau Lösungswege erarbeiten.

Die Hebamme spricht mit den Eltern über den weiteren Verlauf der Stillbeziehung. Die junge Mutter kann sich mit beginnenden Stillschwierigkeiten sofort mit ihrer Hebamme in Verbindung setzen. Dies setzt natürlich voraus, dass die Mutter über mögliche Anfangsschwierigkeiten Bescheid weiß. Ihre Hebamme wird sie über alles informieren, sie greift auf jahrelange praktische Erfahrung zurück.

Im Verlauf der Betreuung informiert die Hebamme auch über die Einführung der Beikost, sie kann auf Stillgruppen und Mutter-Kind-Gruppen hinweisen, in denen die Mutter noch mehr Hilfe und Unterstützung für den Alltag mit einem Neugeborenen erhält.

Was bieten Hebammen in Rückbildungskursen an? 

Ähnlich wie die Vorbereitungskurse führen Hebammen auch sogenannte Rückbildungskurse durch. Durch die Geburt des Kindes hat sich im Körper der Frau vieles verändert. Um die Rückbildung zu fördern, gilt es nach der Geburt, den Beckenboden zu kräftigen. Es handelt sich dabei nicht, wie oft vermutet, um Abnehmkurse, um den aus der Form geratenen Bauch wieder in seinen Ursprungszustand zurückzuversetzen.

Wie finde ich meine Hebamme?

Werdende Eltern sollten sich möglichst frühzeitig um eine Hebamme kümmern - mindestens fünf Monate vor dem Termin.

Über unsere Arzt- und Therapeutensuche finden Sie ganz einfach eine Hebamme in Ihrer Nähe.

Alternativ hat der Deutsche Hebammenverband (DHV) eine Liste aufgestellt, wie Schwangere eine Hebamme finden können:

  • Landesverbände der Hebammen
  • Krankenkassen
  • Apotheken
  • Ihr zuständiges Gesundheitsamt
  • Hebammenpraxen und Geburtshäuser
  • Gynäkologen und Geburtshelfer
  • Entbindungskliniken
  • Familienbildungsstätten
  • Die gelben Seiten
  • Hebammensuche im Internet