Ein Geburtsvorbereitungskurs macht vor allem Sinn, weil gut vorbereitete und informierte Mütter die Abläufe bei der Geburt besser verstehen und sie dann bewusster, angstfreier und oft auch mit weniger Schmerzen erleben können.

Ein Säuglingspflegekurs wendet sich vor allem an Paare, die ihr erstes Kind erwarten und bislang noch keine Erfahrung im Umgang mit Neugeborenen sammeln konnten.

Geburtsvorbereitungskurs

Geburtsvorbereitungskurse finden in der Regel einmal pro Woche statt. Neben gezielter medizinischer Information über den Verlauf von Schwangerschaft und Geburt werden Informationen über Geburtsmethoden und Hilfsmittel vermittelt.

Im Geburtsvorbereitungskurs erhalten die werdenden Mütter und Väter Antworten auf ihre Fragen und ihre Erfahrungen miteinander teilen.

Wann und wo?

Die meisten Frauen beginnen mit den Kursen im sechsten bis siebten Monat. Die Schwangerschaft ist zu diesem Zeitpunkt schon so weit fortgeschritten, dass die Übungen intensiv erlebt werden, es bleibt aber noch genug Zeit, sich in Ruhe vorzubereiten. Erkundigen Sie sich rechtzeitig, welche Kurse in Ihrer Nähe angeboten werden. Viele Kurse sind früh ausgebucht.

Geburtsvorbereitungskurse werden von Kliniken, Hebammen und Krankengymnastinnen angeboten. Erkundigen Sie sich zum Beispiel bei Familienzentren, Familienbildungsstätten, Mütterberatungsstellen, Geburtskliniken oder bei Ihrem Arzt nach Adressen in Ihrer Nähe.

Die meisten Kurse schließen auch Informationen zum Stillen und zur Babypflege der ersten Wochen nach der Geburt mit ein.

Es gibt die verschiedensten Ansätze zur Geburtsvorbereitung. Sie orientieren sich an Methoden, die bekannte Geburtshelfer entwickelt haben, zum Beispiel:

  • Atemtechniken für die einzelnen Geburtsphasen (nach Lamaze, einem französischen Geburtshelfer)
  • Kombinierte Atem- und Haltungsübungen (nach Zilgrei, entwickelt von Adriana Zillo und Doktor Hans Greising)
  • Das gemeinsame Geburtserlebnis mit dem Partner (nach Sheila Kitzinger)
  • Erfahrungsaustausch, Atmen und Singen (nach Leboyer/Odent)

Die meisten Geburtsvorbereitungskurse greifen Ideen von verschiedenen Richtungen auf. Erkundigen Sie sich vorher, welche Richtung bevorzugt wird und entscheiden Sie dann, was Ihnen persönlich am meisten liegt.

Die wichtigsten Elemente sind in den meisten Kursen Atem- und Entspannungsübungen. Sie lernen, während der Wehenarbeit weiter durchzuatmen und nicht schmerzbedingt den Atem anzuhalten. Mit der richtigen Atmung unterstützen Sie den Geburtsvorgang, versorgen sich und Ihr Baby mit genügend Sauerstoff und können die Schmerzen besser kontrollieren.

Wenn Sie sich selbst unter extremer Belastung entspannen können, sind Sie in der Lage, während der Wehenpausen neue Kräfte zu sammeln. Entspannungsübungen können Sie auch bereits während der Schwangerschaft einsetzen, zum Beispiel gegen Schlaflosigkeit.

Manche Geburtsvorbereitungskurse bieten gezielte Schwangerschaftsgymnastik an. Sie können so den Rücken kräftigen, den Beckenboden dehnen oder auch das Pressen üben.

Ein zentraler Bestandteil jedes Kurses sollte das Gespräch und der Erfahrungsaustausch sein, um Ängste abzubauen und das Selbstvertrauen zu stärken.

Säuglingspflege

Ein Säuglingspflegekurs wendet sich vor allem an Paare, die ihr erstes Kind erwarten und bislang noch keine Erfahrung im Umgang mit Neugeborenen sammeln konnten.

Neben Themen wie Wickeln, Baden und Anziehen werden auch Tipps zum Stillen, der Säuglingsernährung und dem Umgang mit kleinen und großen Wehwehchen vermittelt.

Hinweise zur Erstausstattung, den Anschaffungen des ersten Jahres und der Handhabung von Tragetüchern runden das Angebot eines guten Kurses ab. Säuglingspflegekurse werden von Elternschulen, Zentren für Geburtsvorbereitung, Familienbildungsstätten oder Kliniken angeboten.