Die betreuende Nachsorgehebamme inspiziert den Damm regelmäßig. Ab dem dritten Wochenbetttag können kurze Sitzbäder mit Kamillenlösung oder Eichenrindenextrakt gemacht werden.

Die Anwendung von Narbensalben empfiehlt sich nicht. Um die frische Naht zu entlasten, sollte die Frau in den ersten Tagen nach der Geburt möglichst wenig sitzen, lieber stehen oder liegen, auch beim Stillen.

Die erste Milch

Zwischen dem dritten und fünften Wochenbetttag findet der sogenannte Milcheinschuss statt. Nun kommt die Milchproduktion, die sogenannte Laktation, so richtig in Gang. Bis dahin produziert die Brust die besonders nährstoffreiche Vormilch, das Kolostrum. Zum Zeitpunkt des Milcheinschusses kann die Mutter auch wenige Stunden lang Fieber bekommen.

Das Stillen ist die beste Unterstützung für eine gute Rückbildung der Gebärmutter. Das Hormon Oxytocin, das beim Stillen ausgeschüttet wird, bewirkt, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht. Besonders beim Anlegen des Kindes an die Brust ist ein krampfartiges Ziehen im Unterbauch zu spüren. Diese Nachwehen sind wichtig für die Rückbildung der Gebärmutter.

Wochenbett und Depression

Die Hormonschwankungen der jungen Mutter sind meist am dritten Tag nach der Geburt am stärksten. Obwohl sie sich körperlich gut erholt hat und die Milch zu fließen beginnt, kann der geringste Anlass zu einem Tränenausbruch führen. Man nennt diesen Zustand auch Baby-Blues.

Die junge Mutter fühlt sich müde und leidet eventuell unter Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen oder Konzentrationsschwäche. Manchmal kann auch eine gewisse Entfremdung vom Neugeborenen eintreten. Typisch sind eine milde depressive Verstimmung und Ängstlichkeit. Dieser Zustand ist ganz normal und geht meist nach wenigen Tagen vorüber. Sollte das Stimmungstief länger anhalten, helfen die Hebamme oder der betreuende Arzt weiter.