Für wen gilt der durch­schnitt­liche Zusatz­bei­trags­satz?

Die meisten Mitglieder tragen ihre Beiträge ganz oder teilweise selbst. Für sie gilt der kassenindividuelle Zusatzbeitragssatz. Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz dagegen ist vor allem für Personen gültig, deren Beiträge - inklusive des Zusatzbeitrags - von Dritten getragen und bezahlt werden, etwa von der Agentur für Arbeit oder von einem Rehabilitationsträger. Die Träger überweisen die Beiträge direkt an die Krankenversicherung.

Weitere Details

 Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz gilt für

  • versicherungspflichtige Empfänger von Arbeitslosengeld II (Hartz IV).
  • Jugendliche in einer sogenannten Einstiegsqualifizierung und Auszubildende, die monatlich nicht mehr als 325 Euro Arbeitsentgelt erhalten.
  • Auszubildende, die ihre Ausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung absolvieren, etwa in Jugend- und Bildungswerken der Arbeiterwohlfahrt.
  • Teilnehmer an einem gesetzlich geregelten freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahr oder am Bundesfreiwilligendienst.
  • Versicherte, deren Mitgliedschaft während des Wehrdienstes oder während einer Eignungsübung für angehende Zeitsoldaten erhalten bleibt.
  • Jugendliche, die sich in berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen in einer Einrichtung der Jugendhilfe auf einen besseren Einstieg in das Berufsleben vorbereiten.
  • Versicherte, die wegen eines Unfalls oder einer Erkrankung Verletztengeld, Versorgungskrankengeld, Übergangsgeld oder ähnliche Entgeltersatzleistungen von der Unfallversicherung, einem Rehabilitationsträger oder aus der Kriegsopferversorgung erhalten.
  • Teilnehmer an Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Darunter versteht man Maßnahmen zur beruflichen Rehabilitation für Menschen, die nach Krankheit oder Unfall wieder ins Berufsleben zurückkehren oder Arbeitslosigkeit vermeiden wollen.
  • Behinderte Menschen in anerkannten Werkstätten, Anstalten und Einrichtungen, die im Jahr 2018 für ihre Arbeit monatlich nicht mehr als 609 Euro Entgelt erhalten.

Haben Versicherte aus den genannten Personengruppen weitere beitragspflichtige Einnahmen, zum Beispiel Renten oder Versorgungsbezüge, gilt für diese Einnahmen der kassenindividuelle Zusatzbeitragssatz.