Wie wird ein ärzt­li­cher Behand­lungs­fehler fest­ge­stellt?

Um Behandlungsfehler nachzuweisen, ist immer ein medizinisches Gutachten erforderlich. Sie haben verschiedene Möglichkeiten, ein Gutachten einzuleiten.

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Erste Möglichkeit - Einschaltung der Schlichtungsstelle

Die Schlichtungsstellen sind Einrichtungen der Landesärztekammern. Sie unterstützen Patienten bei der Überprüfung, ob ein Behandlungsfehler vorliegt.

Die Zuständigkeit der Schlichtungsstelle richtet sich danach, in welchem Bundesland sich der mögliche Behandlungsfehler ereignet hat. Das Schlichtungsverfahren über eine Schlichtungsstelle können nur Sie selbst veranlassen. Nur in Sachsen können Sie die Schlichtungsstelle der Sächsischen Landesärztekammer erst einschalten, wenn der zuständige Haftpflichtversicherer zu dem Arzthaftungsanspruch Stellung genommen hat.

Schlichtungs- und Gutachterstellen bei ärztlicher Behandlung anzeigen

Dieses Verfahren hat für Sie mehrere Vorteile:

  • Sie erhalten ein medizinisch-juristisches Fachgutachten.
  • Alle notwendigen Unterlagen fordert die Schlichtungsstelle für Sie an.
  • Es entstehen Ihnen grundsätzlich keine Kosten

Sie können sich mit einem formlosen schriftlichen Antrag an die Schlichtungsstelle wenden. Bitte fügen Sie ein Gedächtnisprotokoll über Ihre Behandlung bei. 

Wichtig zu wissen: Die Bearbeitungszeit bis zum abschließenden Gutachten beträgt erfahrungsgemäß etwa zwölf bis 18 Monate.

Zweite Möglichkeit - Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK)

Bei einem vermuteten Behandlungsfehler kann die Techniker für Sie ein kostenfreies medizinisches Gutachten über den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung - kurz MDK - erstellen lassen.

Für dieses Gutachten benötigen wir folgende Unterlagen von Ihnen:

  • Ein Gedächtnisprotokoll
  • Alle medizinischen Behandlungsunterlagen und Bildaufnahmen, die im Zusammenhang mit der vermuteten fehlerhaften Behandlung von den behandelnden Ärzten angefertigt wurden wie etwa die Patientenakte, Ergebnisse von Befunden und Laboruntersuchungen, Dokumentationen der verabreichten Medikamente oder Röntgenbilder. Um Ihre Patientenakte anzufordern, können Sie dieses Einsicht in Behandlungsunterlagen fordern (PDF, 74 kB) nutzen.
  • Eine unterschriebene Schweigepflicht-Entbindungserklärung. Wir stellen Ihnen gern einen Vordruck zur Verfügung.

Bitte sammeln Sie zunächst alle Unterlagen und reichen Sie sie dann an die Techniker weiter:

Techniker Krankenkasse
Expertenteam Medizinrechte
Wismarsche Str. 300
19055 Schwerin

Wenn Sie uns alle Unterlagen eingereicht haben, beauftragen wir den MDK damit, ein Gutachten zu erstellen. Bis das Gutachten vorliegt, dauert es in der Regel sechs Monate.

Anschließend setzen wir uns mit Ihnen in Verbindung und beraten Sie zur weiteren Vorgehensweise. Außerdem stellen wir Ihnen das Gutachten zur Verfügung.

Alternativ können Sie über den TK-Wegweiser Behandlungsfehler erfahren, an wen Sie sich wenden können, um Ihre Beschwerde zu klären.

Zum Wegweiser Behandlungsfehler