Wenn sie digitale Hilfsmittel in Anspruch nehmen, erhalten Versicherte der Techniker Krankenkasse (TK) dafür ab Oktober einen Zuschuss von 300 Euro pro Kalenderjahr. Das hat der ehrenamtliche Verwaltungsrat des Unternehmens auf seiner heutigen Sitzung in Berlin beschlossen.

"Als Selbstverwalter ist es unsere Aufgabe, im Sinne der Beitragszahler daran mitzuwirken, sinnvolle Innovationen ins Gesundheitswesen zu bringen", erläutert Dominik Kruchen, alternierender Vorsitzender des Verwaltungsrats der TK und Vertreter der Arbeitgeber. Das Beispiel "digitale Hilfsmittel" zeige zudem, dass die soziale Selbstverwaltung ein wichtiger Faktor sei, wenn es darum gehe, das Gesundheitssystem für die Zukunft aufzustellen, so Kruchen weiter. "Digitale Hilfsmittel können den Alltag erleichtern. Die über zehn Millionen TK-Versicherten können sich darauf verlassen, dass wir Ehrenamtlichen ihre Versorgung voranbringen", ergänzt Dieter F. Märtens, alternierender Vorsitzender und Versichertenvertreter. Die neue Satzungsleistung muss nach der Entscheidung des Verwaltungsrats noch durch das Bundesversicherungsamt (BVA) genehmigt werden.

Und so kommen die Versicherten zur Leistung

Das digitale Hilfsmittel muss zunächst ärztlich verordnet und vor der Inanspruchnahme von der TK bewilligt werden. Die TK erstattet die Leistung dann, wenn sie festgelegten Qualitätskriterien entspricht und die Art des Produkts in ein entsprechendes Verzeichnis für die Satzungsleistung aufgenommen ist. Bevor eine Produktart berücksichtigt werden kann, muss das BVA zustimmen. Die erste Leistung, die die TK über die neue Satzungsleistung bezuschussen wird, ist eine Online-Sehschule zur Behandlung von Amblyopie (Sehschwäche) bei Kindern.

Als Gast beim TK-Verwaltungsrat: Gesundheitsminister Jens Spahn

Zu Beginn der Sommersitzung des TK-Verwaltungsrates gab es die Gelegenheit zum Dialog mit einem besonderen Gast. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zeigte sich als "Fan einer funktionierenden Selbstverwaltung" und dankte in seiner Ansprache den Ehrenamtlichen für ihr Engagement: "Für die Kontrolle im Gesundheitswesen ist in erster Linie die Selbstverwaltung zuständig", sagte der CDU-Politiker. Weiterhin betonte er die Wichtigkeit der Digitalisierung im Gesundheitswesen. "Es ist sehr positiv, dass die Kassen die elektronische Gesundheitsakte vorantreiben." Auch zu den Themen Pflege, Wettbewerb und Finanzierung gab es regen Austausch zwischen TK-Verwaltungsrat und dem Minister.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn
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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf der Sitzung des TK-Verwaltungsrates in Berlin.

Verwaltungsrat nimmt Jahresrechnung 2017 ab

Auf seiner Sommersitzung hat der TK Verwaltungsrat auch die Jahresrechnung 2017 abgenommen. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt. Die TK schließt das Haushaltsjahr 2017 mit einem Plus von 632 Millionen Euro ab. Die Einnahmen beliefen sich auf 26,4 Milliarden Euro. Dem standen Ausgaben von 25,8 Milliarden Euro gegenüber.

Versichertenwachstum, eine gute Konjunkturlage, aber auch gestiegene Ausgaben im Gesundheitswesen prägten das Geschäftsjahr. Die Ausgaben für die Versorgung je Versicherten stiegen um 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Größter Ausgabenposten bei den Leistungen blieben auch 2017 die Krankenhausbehandlungen mit rund 7,4 Milliarden Euro. Das bedeutet je Versicherten einen Anstieg von 2,5 Prozent. Deutlich stärker stiegen die Kosten für ärztliche Behandlungen, nämlich um 4,9 Prozent je Versicherten.

Deutlich unter Durchschnitt: Verwaltungskosten

Die TK weist für 2017 rückläufige Verwaltungskosten aus, die mit 103 Euro je Versicherten auch deutlich unter dem GKV-Durchschnitt von 151 Euro liegen. Von dieser schlanken Verwaltung profitieren die TK-Versicherten: Der Zusatzbeitrag, den die Kassen individuell festlegen, wurde vom TK-Verwaltungsrat zum Jahreswechsel 2017/2018 um 0,1 Prozentpunkte auf 0,9 Prozent gesenkt - und bleibt so weiterhin unter dem amtlichen Durchschnitt.

Zahl der Versicherten steigt weiter

Im vergangenen Jahr wuchs die Zahl der TK-Mitglieder um rund 228.300, die der Versicherten um 248.400. Die TK knackte somit 2017 die Marke von zehn Millionen Versicherten. Zum Jahresende versicherte die TK exakt 10.045.075 Versicherte und 7.570.421 Mitglieder. Das entspricht einer Steigerung von 2,5 beziehungsweise 3,1 Prozent.

Pflegeversicherung: Ausgaben für Pflegegeld steigen um 59 Prozent

Die Leistungsausgaben der TK-Pflegeversicherung betrugen rund 1,9 Milliarden Euro. Davon machte erstmals das Pflegegeld noch vor den stationären Leistungen mit rund 612 Millionen Euro den größten Anteil aus. Die TK-Pflegeversicherung ist eine eigenständige Organisation mit separater Jahresrechnung unter dem Dach der TK.

Innovation und Verantwortung - Geschäftsbericht 2017 erschienen

Diese und weitere Zahlen zum TK-Geschäftsjahr 2017 stellt der aktuelle Geschäftsbericht des Unternehmens vor, der heute in Berlin erschien. Darüber hinaus informiert der Geschäftsbericht unter dem Motto "Innovation und Verantwortung" über aktuelle Entwicklungen des Unternehmens und erläutert neue Angebote wie den TK-Pflege-Coach und das Start-up-Programm der TK.

Sitzungstermine des TK-Verwaltungsrats