So funktioniert die Atmung

Über das Ein- und Ausatmen müssen wir nicht nachdenken, das geschieht ganz automatisch. Und zwar 20.000 bis 30.000 Mal jeden Tag. Etwa 15.000 Liter Luft pumpen wir so in den Körper und wieder heraus! Hier erfährst Du, was dabei passiert und wofür wir die ganze Luft brauchen.

 

Kind bläst SeifenblasenKinder atmen 20 bis 30 Mal in einer Minute. © flickr.de / Tim PierceMenschen und Tiere müssen atmen, um zu leben. Wir können ein paar Wochen ohne Essen auskommen, ein paar Tage ohne Trinken, aber nur wenige Minuten ohne Luft. Das merkst Du ganz schnell, wenn Du tauchst und nach kurzer Zeit an die Wasseroberfläche musst, weil Du dringend atmen musst.

 

Tief einatmen!

In der Luft steckt Sauerstoff, und diesen Stoff benötigt Dein Körper um zu funktionieren. Du atmest ihn entweder über die Nase oder den Mund ein. Besser ist der Weg durch die Nase. Warum? Zum Beispiel, weil die Nase einen eigenen Filter eingebaut hat: Dreck und Staub aus der Luft bleiben in den Nasenhärchen und an der Schleimhaut hängen und gelangen so nicht weiter in den Körper hinein. Auf dem Weg durch die Nase erwärmt sich außerdem die Luft, und die Nasenschleimhaut sorgt dafür, dass sie beim Vorbeiströmen angefeuchtet wird. Das ist sehr praktisch, denn in dieser Form kann Deine Lunge die Luft am besten verarbeiten.

 

Das Ende der Reise - die Lunge

Die nächste Station nach Nase oder Mund ist die Luftröhre. Das schlauchförmige Gebilde leitet die Luft weiter zur Lunge, wo ihre Reise schließlich endet. Die Lunge besteht aus zwei Lungenflügeln, die unter Deinen Rippen gut geschützt sind. Ein Lungenflügel liegt auf der rechten Körperseite, der andere auf der linken. Der linke Lungenflügel ist etwas kleiner als der rechte, da er sich den Platz mit dem Herz teilen muss.

Grafik der Lunge mit LungenbläschenDie Verästelungen in der Lunge heißen Bronchien. An ihrem Ende sitzen die Lungenbläschen. © exozet / D. NagengastDie Luftröhre verzweigt sich in den Lungenflügeln in immer feinere Äste. Das kannst Du Dir wie einen umgedrehten Baum vorstellen. Die kleinen Äste sind die Bronchien. An deren Ende befinden sich kleine Kügelchen, die Lungenbläschen. Ein Mensch hat weit über 300 Millionen Lungenbläschen. Die Kugelform der Bläschen ist ideal, denn sie bringt viel Oberfläche platzsparend unter. Stell Dir vor: Wenn man die Lunge und alle Lungenbläschen eines Menschen auffalten würde, wäre die Fläche ungefähr so groß wie ein Tennisplatz. Die Frage der Lungenoberfläche ist wichtig, denn je größer sie ist, desto mehr Sauerstoff können wir "tanken".

 

Übrigens

Pflanzen produzieren den Sauerstoff in der Luft. Sie verwandeln Kohlendioxid mithilfe von Sonnenlicht und Stärke zu Sauerstoff. Diesen Vorgang nennt man Photosynthese.

 

Der Sauerstoff: Aus der Luft ins Blut

Die Lungenbläschen haben eine ganz feine Haut, so wie ein stark aufgeblasener Ballon. Wenn Du einatmest, gelangt die Luft mit dem Sauerstoff in der Lunge bis in die Lungenbläschen. Direkt hinter der Haut liegt ein Netz von Blutgefäßen. Die Haut der Luftbläschen ist so dünn, dass der Sauerstoff einfach hinaus zu den Blutgefäßen gleiten kann. Die roten Blutkörperchen im Blut nehmen den Sauerstoff auf und transportieren ihn zu den Stellen im Körper, wo er benötigt wird.

Egal, ob Gehirnzelle, Muskelzelle oder Hautzelle: Alle Zellen benötigen Energie, um zu funktionieren. Der Sauerstoff liefert diese Energie mithilfe der Nährstoffe, die wir über unser Essen zu uns nehmen. Der Sauerstoff "verbrennt" sozusagen unser Essen und wandelt es in Kraft und Wärme um, so ähnlich wie bei einem Motor. Und wie bei einem Motor entsteht dabei auch ein Abgas, nämlich Kohlendioxid. Mit dem Kohlendioxid kann unser Körper nichts anfangen, deshalb kommt es zu einem sehr praktischen Tausch: Die Lungenbläschen geben den Sauerstoff ins Blut ab und nehmen im Gegenzug Kohlendioxid aus dem Blutkreislauf auf. Das "Abgas" wird dann einfach über die Lunge wieder ausgeatmet.


 

TeKalino informiert: Kann man ohne Lunge atmen?

TeKalinoAber ja! Es gibt Tiere, die gar keine Lunge besitzen. Wie bekommen sie den Sauerstoff, den ihre Zellen benötigen? Insekten zum Beispiel haben statt einer Lunge ein Netz aus Röhren, die sogenannten Tracheen. Das sind sozusagen ganz viele einzelne Luftröhren. Diese Röhren haben Atemöffnungen, in die Luft hineinströmt. Der Sauerstoff wird von den Zellen aufgenommen, das angesammelte Kohlendioxid fließt währenddessen wieder hinaus.

Quallen haben gar keine speziellen Organe für die Atmung. Der im Wasser befindliche Sauerstoff gelangt über die gesamte Haut in den Körper, während sich die Tiere fortbewegen. Auch Fische holen sich den Sauerstoff aus dem Wasser. Dafür nutzen sie Kiemen: Wasser strömt in ihren Mund und verlässt ihn durch Kiemenspalten, die kurz hinter dem Mund liegen. Die Kiemen sind stark durchblutet und die Haut ist hier ganz dünn, genau wie bei unseren Lungenbläschen. Dadurch kann der Sauerstoff aus dem Wasser ganz leicht in die Blutgefäße strömen und wird von dort durch den Körper geleitet.