Schöne Bescherung - woher kommen die Geschenke?

Wer bekommt nicht gerne Geschenke? Bestimmt freust Du Dich auch schon seit Wochen auf all die Päckchen und Leckereien unter dem Weihnachtsbaum. Aber hast Du schon einmal darüber nachgedacht, warum wir beschenkt werden und woher die Geschenke kommen?

 

Geschenkepakete unter einem Weihnachtsbaum"Die hat das Christkind in der Nacht heimlich unter den Baum gelegt", sagen Deine Eltern vielleicht. Oder Dein bester Freund schwört: "Bei uns bringt der Weihnachtsmann die Geschenke, ich hab's selbst gesehen". Wer denn nun: Weihnachtsmann oder Christkind? TK-Logo hat für Dich nachgeforscht.

 

Mit Nikolaus von Myra fing alles an

Angefangen hat der Brauch des Schenkens vor etwa 1.700 Jahren an der türkischen Mittelmeerküste. Hier lebte im 4. Jahrhundert der Bischof Nikolaus von Myra. Der Überlieferung nach wurde er bereits mit 17 Jahren Bischof. Er setzte sich sein Leben lang für arme und kranke Menschen ein, aber für die kleinsten unter ihnen schlug sein Herz ganz besonders. Er soll vielen Kindern das Leben gerettet haben, indem er armen Familien Geld und Lebensmittel schenkte.

Nikolaus von Myra starb am 6. Dezember 345. Nach seinem Tod wurde der Bischof heiliggesprochen. Im Gedenken an seine guten Taten wurden bereits im Mittelalter an seinem Todestag kleine Geschenke an arme Menschen und Kinder verteilt. Wenn wir also heute am 6. Dezember Mandarinen, Süßigkeiten und kleine Geschenke in unserem Stiefel finden, haben wir das dem Heiligen Nikolaus zu verdanken.

 

Knecht Ruprecht

Der Nikolaus wird häufig von einem finsteren Burschen begleitet. Vielleicht bist Du ihm schon einmal begegnet? Je nach Region heißt er Knecht Ruprecht, Beelzebub, Belznickel, Bullerklas, Krampus oder Schmutzli wie in der Schweiz. Knecht Ruprecht trägt eine Rute und erschreckt damit unartige Kinder, während der Nikolaus artigen Kindern Geschenke bringt.

Wann ist Weihnachten?

An Weihnachten feiern die Christen die Geburt von Jesus Christus: Nach ihrem Glauben brachte die Jungfrau Maria in einem Stall in Bethlehem den Sohn Gottes zur Welt. Weihnachten wurde nicht immer am selben Tag gefeiert. Das liegt daran, dass wir aus der Bibel nicht genau erfahren, an welchem Tag Jesus Christus geboren wurde. Vor sehr langer Zeit wurde der 6. Januar als einheitlicher Weihnachtsfeiertag festgelegt.

Darstellung der Geburt Jesu auf einem Kirchenfenster: Maria, Josef und das Jesuskind in einem Stall in Bethlehem. Die Geburt Jesu: Maria, Josef und das Jesuskind in einem Stall in Bethlehem. © istockphoto.com336 nach Christus beschloss der Papst in Rom, das Weihnachtsfest zu verlegen. Der Grund: Die nicht-christlichen Römer feierten am 25. Dezember ihren Sonnengott. Forscher nehmen an, dass der Papst das römische Sonnenfest zum Weihnachtsfest umdeutete, weil die Christen Jesus als das "wahre Licht der Welt" ansahen. In Deutschland feiern die meisten Menschen am 24., 25. und 26. Dezember Weihnachten. Die Kirchen in Russland und Osteuropa feiern Christi Geburt aber bis heute am 6. Januar. Das Wort "Weihnachten" stammt übrigens aus dem Althochdeutschen und bedeutet "Heilige Nacht".

 

Die Geburt des Christkinds

Der Heilige Nikolaus, über den Du schon einiges erfahren hast, hat indirekt auch mit der Geburt des Christkinds zu tun: Im 16. Jahrhundert war es den Gründern der evangelischen Kirche ein Dorn im Auge, dass die katholische Kirche Heilige verehrte. Der Mönch und Theologe Martin Luther wollte den christlichen Glauben erneuern und alle Heiligen abschaffen, so auch Sankt Nikolaus. Da die Angehörigen der evangelischen Kirche aber nicht auf ihre Geschenke verzichten wollten, soll Luther die Bescherung 1535 auf Weihnachten verlegt haben.

"Der heilige Christ" sollte fortan die Geschenke bringen, verfügte er. So wurde Weihnachten zum Tag der Geschenke. Aus dem "heiligen Christ" wurde im Laufe der Zeit das Christkind. Ob die Figur des Christkinds, wie wir sie heute kennen, ursprünglich Jesus Christus verkörpert, ist nicht sicher. Forscher vermuten, dass die himmlische Figur mit Engelsflügeln aus weihnachtlichen Krippenspielen übernommen wurde. Fest steht, dass das Christkind seine Geschenke immer nur nachts und immer nur heimlich bringt, ähnlich wie der Nikolaus.

Im 16. Jahrhundert glaubten vor allem evangelische Familien an das Christkind. Bei den Katholiken brachte weiterhin der Nikolaus am 6. Dezember die Geschenke. Etwa um 1900 war es dann soweit, dass das Christkind auch Einzug in katholische Haushalte fand. Und nicht nur das - der Nikolaus und das Christkind tauschten allmählich die Seiten. 1930 glaubten die Kinder im katholischen Süden und Westen von Deutschland überwiegend an das Christkind, im evangelischen Norden und Osten an den Nikolaus.

 

Und der Weihnachtsmann?

In den Vereinigten Staaten von Amerika heißt der Weihnachtsmann "Santa Claus", die Russen nennen ihn "Väterchen Frost". Genau genommen ist der Weihnachtsmann ein Nachkomme des Nikolaus. Wieso das? Ursprünglich wurde der Nikolaus als Bischof - also als ein kirchlicher Würdenträger - dargestellt. Im Laufe der Zeit verschmolz die Figur des Nikolaus immer mehr mit seinem Gehilfen, Knecht Ruprecht. Von ihm übernahm er die Stiefel, den Sack mit den Geschenken und die Rute. Das rote Bischofsgewand verwandelte sich in einen mit Pelz besetzten Mantel, die Bischofsmütze wurde zur Zipfelmütze.

Schokoladen-WeihnachtsmannSo kennen wir den Weihnachtsmann heute: weißer Rauschebart, roter Mantel und ein Sack voller Geschenke. © icomedias/ bboAb Mitte des 19. Jahrhunderts klopfte der Weihnachtsmann immer häufiger an die Türen der Kinder. Ein Weihnachtsmann konnte damals noch schlank und jung sein und einen blauen Mantel tragen. 1931 verpasste der Schwede Haddon Sundblom dem Weihnachtsmann im Auftrag einer Getränkefirma einen langen weißen Bart, einen runden Bauch und kleidete ihn in Rot und Weiß - die Farben von "Coca-Cola". Durch Hollywood-Filme und die "Coca-Cola"-Werbung fand der Weihnachtsmann schließlich auch den Weg nach Deutschland. Hier ist er bis heute ein gern gesehener Gast.