Wie entsteht Hautfarbe?

"Du hast aber Farbe gekriegt", so werden viele Menschen nach ihrem Urlaub begrüßt, wenn sie mit gebräunter Haut nach Hause kommen. Andere haben von Geburt an eine dunkle Hautfarbe. Beides hängt mit der Sonne zusammen. Warum und wie sich unsere Haut färbt, erklärt Dir TK-Logo.

 

Fünf Kinder mit unterschiedlicher HautfarbeEs gibt viele verschiedene Hautfarben.
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Um etwas zu färben, braucht man einen Farbstoff - logisch! Der wissenschaftliche Ausdruck für Farbstoff lautet „Pigment". Der Farbstoff oder das Pigment, das unsere Haut färbt, heißt Melanin. Es ist auch verantwortlich für unsere Haar- und Augenfarbe. Melanin ist nicht zufällig in der Haut, sondern hat die Funktion, sie vor schädlichen Sonnenstrahlen zu schützen. Denn die ultravioletten Strahlen (UV-Strahlen) der Sonne, die für uns Menschen nicht sichtbar sind, dringen in die Haut ein und können sie schädigen. Als Reaktion auf zu viele UV-Strahlen bekommen wir einen Sonnenbrand.

 

Farbe als natürliche Abwehr

Der Farbstoff Melanin wird in speziellen Hautzellen, den Melanozyten, produziert. Wenn wir in die Sonne gehen, beginnt der Körper mit seiner Abwehr: Die Melanozyten produzieren dann mehr Melanin als sonst. Du kannst Dir die Melanozyten wie kleine Kraken vorstellen. Mit den langen "Krakenarmen" verteilen sie das Melanin in viele benachbarte Hautzellen.

 

Grafik einer MelanozyteSpezielle Hautzellen, die Melanozyten, produzieren den Farbstoff der Haut und verteilen ihn in andere Hautzellen.
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Diese mit Melanin versorgten Hautzellen wandern zur Hautoberfläche und werden dort für uns sichtbar: Wir werden nach und nach braun. So entsteht ein leichter Sonnenschutz: Das Melanin an der Hautoberfläche nimmt die UV-Strahlen auf und verhindert so, dass die UV-Strahlen in tiefere Hautschichten eindringen und dort Hautzellen zerstören können. Aber Vorsicht: Einen ausreichenden Schutz vor Sonnenbrand bietet eine solche Sommerbräune nicht.


Manche Menschen haben die Eigenschaft, dass ihre Melanozyten an einzelnen Stellen besonders viel Melanin produzieren. Das sieht man als sogenannte Pigmentflecken - Du kennst sie auch als Sommersprossen. Sie heißen so, weil viel Sonne im Sommer die Bildung des Farbstoffs verstärkt.

 

Der Hautton steht fest

Wenn Du ein hellhäutiger Mensch bist, würdest Du auch nach einem ganz langen Urlaub in der Sonne nicht so dunkel werden wie ein Mensch, der von Geburt an dunkelhäutig ist. Der Grund: In unserer DNA ist festgelegt, welche Hautfarbe wir haben. Wir erben unsere Hautfarbe von unseren Eltern und ihren Vorfahren. Das heißt, jeder Mensch hat eine bestimmte Grundmischung von Farbstoff im Körper. Man spricht auch von verschiedenen Hauttypen. Je heller ein Mensch ist, desto niedriger ist der körpereigene Sonnenschutz. Können auch dunkelhäutige Menschen einen Sonnenbrand kriegen? Ja, aber nicht so schnell.

 

Übrigens

Ist Dir schon mal aufgefallen, dass Deine Handinnenflächen nicht braun werden? Der Grund ist, dass die Haut dort nur wenige Melanozyten enthält, also Zellen, die den Farbstoff Melanin produzieren. Vor Sonnenbrand schützt uns dort eine dicke Hornhaut, die die UV-Strahlen nicht durchlässt.

Warum haben Menschen unterschiedliche Hautfarben?

Das liegt daran, dass die Sonne auf der Erde unterschiedlich stark scheint. Somit kommen die Menschen auch mal mehr und mal weniger mit Sonnenstrahlen in Kontakt. Daran hat sich die Haut der Menschen im Laufe von sehr vielen Jahren angepasst. In Gegenden, in denen die Sonne viel und stark scheint, haben die Menschen dunkle Haut, damit sie sozusagen rund um die Uhr vor den schädlichen UV-Strahlen geschützt sind. Im südlichen Teil von Afrika haben die meisten Bewohner zum Beispiel eine sehr dunkle Haut, in Nordeuropa dagegen eine sehr helle. Dazwischen gibt es viele Zwischentöne.


Die Gegend, aus der ein Mensch kommt, bestimmt also seine Hautfarbe. Es gibt aber natürlich auch hellhäutige Menschen, die in Afrika leben, und dunkelhäutige Menschen, die in Europa wohnen. Denn der Grundton der Haut wird von Eltern, Großeltern und Urgroßeltern vererbt - unabhängig davon, wo man tatsächlich aufwächst oder lebt.