Vernetzte Welt

Die Geschichte des Internets

Wer heutzutage etwas wissen möchte, sagen wir: über Indianer, setzt sich einfach vor einen Computer und gibt den Begriff bei einer Internetsuchmaschine ein. Nur ein paar Sekunden später taucht eine Flut von Internetseiten am Bildschirm auf, die sich alle mit dem Thema Indianer beschäftigen. Unser Wissen können wir uns heute ganz einfach per Mausklick aneignen. Das war nicht immer so. Früher war es schwierig, ja oft sogar unmöglich, an bestimmte Informationen heranzukommen. Die Erfindung des Internets hat unsere Welt verändert. Aber wie genau hat das eigentlich alles angefangen mit dem Internet?

 

Das Internet, wie wir es heute kennen, haben wir dem englischen Physiker Tim Berners-Lee zu verdanken. Im Jahr 1989 kam dieser auf die Idee, Computer für den Austausch von Informationen zu nutzen. Dabei war die Erfindung des Internets im Prinzip ein Zufall. Der Physiker hatte eigentlich etwas anderes im Sinn: Er wollte bei seiner Arbeit als Physiker komplizierte Daten mit anderen Wissenschaftlern austauschen und teilen. Dazu benutzte er Computer und Netzwerke. Daher auch der Name "Internet". Das Wort kommt aus dem Englischen und ist eine Abkürzung für "interconnected Networks", was im Deutschen etwa soviel bedeutet wie "untereinander verbundene Netzwerke".

Netzwerke sind wie Straßen und Häuser


Netzwerke kannst Du Dir wie Straßen vorstellen, die verschiedene Städte und Häuser miteinander verbinden. Die Städte und Häuser sind die Computer. Auf den Straßen fahren viele Autos – das sind die Informationen, die von einem Computer zum anderen transportiert werden. Berners-Lee fand einen Weg, Informationen zur gleichen Zeit auf verschiedenen Computern in verschiedenen Ländern abrufbar zu machen. Der Fachbegriff dafür lautet "World Wide Web", also "Weltweites Netz". Berners-Lee entwickelte auch den ersten Webbrowser, sprich: Webb-Brau-sa. Ein Browser ist ein Programm, mit dem Du Dir Internetseiten wie TK-Logo ansehen kannst.
Flachbildschirm mit Tastatur und MausComputer machen den Austausch von Informationen leicht - den Grundstein dafür legte Tim Berners-Lee. © icomedias

Die erste Internetseite

Die ersten Seiten, die man sich im Internet anschauen konnte, waren sehr einfach und sahen für heutige Verhältnisse ziemlich langweilig aus. Sie bestanden nämlich nur aus Text. Die erste Internetseite, die es jemals gab, hat übrigens auch Tim Berners-Lee erstellt. Auf ihr hat der Physiker versucht zu erklären, was er mit der Erfindung des "World Wide Web" bezwecken wollte. Wenn Du wissen möchtest, wie diese Internetseite aussah, dann schau mal IMAGE XLINKLINK.

Eine rasante Entwicklung

Die Methode des Datenaustausches, die Tim Berners-Lee vor etwa 20 Jahren erfand, war noch sehr einfach. Computer kosteten zu diesem Zeitpunkt viel Geld - nur große wissenschaftliche Organisationen konnten sich solche Geräte anschaffen. Im Laufe der Zeit wurden sie jedoch immer preiswerter, auch Firmen und Privatleute leisteten sich einen Computer. Was als kleines wissenschaftliches Experiment in der Nähe der Stadt Genf in der Schweiz begann, hat sich seitdem wie eine riesige Lawine verselbstständigt.

Freies Wissen

Das Internet soll für jeden zugänglich sein - dieser Gedanke war dem Erfinder besonders wichtig. Deshalb gibt es auch kein Patent auf die Erfindung des Internets, wie es zum Beispiel bei vielen Computerprogrammen der Fall ist. Jeder Mensch, der Interesse hat, das Internet weiterzuentwickeln, soll dies auch tun. Wie das funktioniert, zeigt zum Beispiel das Internetlexikon IMAGE
Das Internet ist vor allem deshalb so ein großer Erfolg geworden, weil es den Austausch von Informationen weltweit so einfach macht. Um an bestimmtes Wissen zu kommen, muss man heute nicht mehr zwingend an den Ort fahren, wo die Information herkommt oder zum Telefonhörer greifen. Jeder kann sie ganz bequem mit einem Mausklick von seinem Schreibtisch oder Sofa zu Hause abrufen. Das ist natürlich sehr praktisch, wenn man sich für andere Länder oder Kontinente interessiert.

Hier ein kleines Beispiel: Wenn Du wissen möchtest, welches das Land mit den meisten Menschen in Afrika ist, musst Du nicht zwingend nach Afrika fliegen. Stattdessen gibst Du in einer Internetsuchmaschine die Begriffe Afrika und Bevölkerung ein und weißt sofort, dass Nigeria mit über 140 Millionen Einwohnern das Land mit der größten Bevölkerung in Afrika ist. Das ist nur möglich, weil das Internet weltweit viele einzelne Computer miteinander verbindet und uns auf diese Weise Zugang zu Informationen ermöglicht.

Zu viel surfen ist ungesund

Auch wenn das Internet unheimlich spannend und aufregend ist, achte darauf, dass Du nicht zu viel vor dem Computer sitzt. Wenn Du etwas Bestimmtes wissen möchtest, dann frag doch erst einmal Deine Eltern, Freunde oder Deinen Lehrer. Falls sie Dir nicht weiterhelfen können, mach Dir vorher eine genaue Liste und suche gezielt nach Antworten auf Deine Fragen im Internet.

Internet ist aktuell - meistens


Das Internet ist auch deshalb so praktisch, weil diese Informationen meistens sehr aktuell sind. Denn im Gegensatz zu einem Lexikon, können Einträge auf einer Internetseite schnell geändert oder aktualisiert werden. So bekommst Du immer die neuesten Daten und Fakten ohne Dir ständig neue Bücher kaufen zu müssen. Allerdings hat dieser Vorteil auch einen Haken: Oft ist es schwierig festzustellen, ob eine bestimmte Information auch wirklich stimmt. Schließlich kann jeder Internetnutzer im Internet alles Mögliche behaupten, ob es nun richtig oder falsch ist.

Du solltest also nicht alles glauben, was Du im Internet liest. Tipp: Versuche herauszufinden, woher eine Information stammt. Das siehst Du oft schon auf den ersten Blick an der Internetadresse im Browser oder auch im "Impressum" der Website.

Generell gilt eine Faustregel: Glaubwürdige Informationen bekommst Du meistens auf Internetseiten von Schulen, Universitäten, Ministerien und Verbänden.
Reihe von LexikaLexika können nicht so aktuell sein wie das Internet © icomedias

Zahlen und Fakten

1,83 Milliarden Menschen werden im Jahr 2010 voraussichtlich weltweit das Internet nutzen. 2,1 Milliarden Menschen werden es vermutlich schon im Jahr 2012 sein. 44,38 Millionen Deutsche ab 14 Jahren nutzten das Internet allein im Jahr 2009, das sind 68,5 Prozent aller Deutschen ab 14 Jahren. 1.000.000.000.000 (eine Billion) Internetseiten hat die Internetsuchmaschine Google allein im Jahr 2008 registriert. 93,2 Prozent aller Isländer benutzen das Internet. Nur auf den Falklandinseln, einer Inselgruppe an der südlichen Spitze Südamerikas, ist die Rate noch höher. Dort sollen nämlich alle Inselbewohner das Internet nutzen.

Das Internet in Farbe und Ton

Seit den Anfängen des Internets hat sich eine Menge getan. Heute kannst Du im Internet nicht nur auf Webseiten "surfen", sondern auch Bilder anschauen, Musik hören oder Videos hochladen. All das war am Anfang undenkbar. Mittlerweile gibt es sehr viele Webseiten – so genannte Portale – auf denen Du Musik, Fotos sowie Videos nutzen und austauschen kannst. Viele dieser "Multimedia-Portale" nutzen wir heute fast täglich. Oft gehen wir auch ins Internet, um uns mit unseren Freunden in Chats zu treffen. Wenn sie gerade nicht "online", also im Internet sind, kannst Du ihnen meist auch persönliche Nachrichten hinterlassen. All diese Erfindungen waren nur möglich, weil das Internet für jeden offen und zugänglich ist. Jeder Mensch kann es nutzen und weiterentwickeln - ganz im Sinne von Tim Berners-Lee.

Text: Alsino Skowronnek