Lichtverschmutzung

Helligkeit kann schädlich sein

Es ist hell in einer Stadt und das hat Vorteile. Wir haben weniger Angst, wenn wir abends durch die Straßen gehen. Aber einige Tiere und Pflanzen brauchen Dunkelheit – für sie ist das Licht aus Lampen schlecht. Und auch für uns Menschen ist es manchmal besser, weniger Licht einzuschalten. TK-Logo erklärt Dir, warum.

 

Wenn Du abends draußen bist, achte einmal darauf, was dort alles leuchtet! Die meisten Straßen sind hell. Fabriken leuchten, damit die Arbeiter besser sehen können. Geschäfte beleuchten ihre Schaufenster. Autos machen Licht und ebenso die Flutlichter von Fußballplätzen. Viele Leute finden das gut. Kein Wunder: Wenn es hell ist, gibt es draußen keine unheimlichen dunklen Ecken. Die Autofahrer können Dich besser sehen, wenn Du über die Straße gehst. Aber Tiere und Pflanzen haben es schwer – für sie ist Lichtverschmutzung schädlich.

Kann Licht schmutzig sein?


"Lichtverschmutzung" bedeutet nicht, dass das Licht schmutzig ist. Sicher kennst Du das Wort "Umweltverschmutzung". Ein Umweltverschmutzer ist zum Beispiel einer, der seinen Müll in einen Fluss oder See wirft statt in den Mülleimer. Für Fische ist das gefährlich. Wenn sie Müll fressen, können sie sterben. Das Wort "Lichtverschmutzung" soll zeigen, dass auch das Licht aus Lampen und Scheinwerfern der Umwelt schadet.

Viele Städte sind einfach zu hell: Wenn Du abends in der Nähe einer Stadt bist, wirst Du sehen, dass das Licht dort bis hinauf in den Himmel strahlt. Es sieht aus, als würde es einen Bogen über der Stadt bilden.
Stadt mit vielen LichternEine Stadt ist immer hell beleuchtet, das hat nicht nur Vorteile. © icomedias

Tiere brauchen echtes Licht

Früher gab es kein elektrisches Licht. Tiere und Pflanzen waren es gewohnt, dass es tagsüber hell und nachts dunkel ist. Sie passten ihr Leben an diesen Wechsel an. Kleine Meeresschildkröten zum Beispiel schlüpfen nachts am Strand aus ihren Eiern und krabbeln ins Meer. Sie können nicht gut sehen, deshalb hilft ihnen das Mondlicht. Auf dem Meer scheint es heller als an Land. Wenn aber elektrisches Licht in der Nähe ist, dann krabbeln die Schildkröten in die falsche Richtung. Sie können verhungern.

Bestimmt ist Dir schon aufgefallen, dass um Laternen viele Insekten herumschwirren. Auch sie brauchen das Mondlicht, um sich zurechtzufinden. Sie können nur nicht zwischen Mond und Laterne unterscheiden. Eine Studie hat herausgefunden, dass jede Nacht an einer Straßenlaterne 150 Insekten verbrennen. Ganz schön viel, wenn Du darüber nachdenkst, wie viele Laternen es gibt. Selbst große Vögel, die im Winter in den Süden fliegen, werden von unserem Licht abgelenkt. Sie fliegen gegen Gebäude und können sich schwer verletzen.

Übrigens...

In Städten ist es abends so hell, dass Du viele Sterne am Himmel nicht mehr sehen kannst. Versuch' einmal zu vergleichen: Wie viele Sterne siehst du auf dem Land und wie viele in der Stadt?

Pflanzen und Menschen sind durcheinander


Viele Pflanzen brauchen Licht zum Wachsen. Doch wenn es rund um die Uhr hell ist, wachsen sie zu schnell und werden krank. Ähnlich geht es Laubbäumen. Sie werfen im Herbst ihre Blätter ab. Sie brauchen dann weniger Wasser und können den Winter besser überstehen. In der Nähe einer Straßenlaterne merken die Bäume nicht, dass die kalte Jahreszeit beginnt. Sie werfen die Blätter zu spät ab und werden ebenfalls krank.

Eigentlich geht es uns Menschen genauso. Vielleicht kannst Du nicht einschlafen, wenn es zu hell ist? So geht es vielen Menschen – je mehr Licht nachts in ihre Häuser scheint, desto schlechter schlafen sie. Sie bekommen Kopfschmerzen oder sind ständig müde. Licht ist sogar manchmal richtig gefährlich. Viele Unfälle passieren, weil Autofahrer von hellen Scheinwerfern geblendet werden. Dunkelheit ist manchmal also doch nicht so schlecht.
Straßenlaterne mit DachLaternen sind schlecht für Bäume, die in der Nähe stehen. © icomedias

Was kann man gegen Lichtverschmutzung machen?

Es ist immer noch hell und sicher, wenn weniger Licht eingeschaltet wäre. Auf vielen Straßen würde jede zweite Laterne schon ausreichen. Man könnte auch zum Beispiel in allen Höfen und Treppenhäusern Lampen verwenden, die automatisch ausgehen. Licht sollte immer von oben nach unten strahlen und nicht in den Himmel. Viele Lampen könnten weniger hell leuchten.

Text: Boris Hänßler