Bester Schutz für Erfindungen - warum Patente wichtig sind

Klebstoff aus Abfall, solarbetriebene Eisfreihalter für den Gartenteich oder ein Traktor-Anhängesystem mit Ultraschall - technische Neuerungen erleichtern uns den Alltag und treiben die Forschung an. Wer etwas Neues erfunden hat, kann für seine Erfindung ein Patent erhalten. Was genau dahintersteckt, erklärt Dir TK-Logo.

 

Ein aufgeschlagenes Kochbuch mit einem Rezept für Heilbutt im Tomaten-Basilikum-Bett.Rezepte einfach nachkochen? Nicht mit den Griechen! © icomedias700 Jahre vor Christi Geburt gab es im alten Griechenland erstmals Menschen, die auf die Idee kamen, Erfindungen zu schützen. Schützen bedeutet in diesem Zusammenhang, dafür zu sorgen, dass niemand außer dem Erfinder selbst behaupten darf, die Idee dahinter sei seine gewesen.

Die Griechen liebten edel zubereitetes Essen und ersannen unzählige pfiffige Rezepte aus den erlesensten Köstlichkeiten. Die Rezept-Erfinder wollten nicht, dass auch andere Menschen ihre Rezepte nutzen konnten. Schließlich waren es ihre eigenen Ideen. Also verboten sie Außenstehenden, die Gerichte nachzukochen. Das waren die Anfänge des heutigen Patentschutzes.

 

Erfindungen sind "geistiges Eigentum"

Im Mittelalter galten Erfindungen als Gemeingut einer Zunft - also der Gemeinschaft von Handwerkern. Erste Aufzeichnungen über die Vergabe eines Patentes stammen aus dem Jahre 1421. Seitdem schützen Patente die Erfinder und verhindern, dass eine neue Idee "geklaut" wird. Schließlich ist sie das "geistige Eigentum" des Erfinders. "Geistiges Eigentum" bedeutet: Was ein Mensch mit seinem Geist oder Verstand erschaffen hat, das gehört ihm auch. Das kann ein selbstgeschriebenes Buch, ein Kunstwerk oder eine Erfindung sein. Oder eben ein Kochrezept.

Der Eingang des Deutschen Patent- und Markenamts in Berlin-Kreuzberg.Der Eingang des Deutschen Patent- und Markenamts in Berlin-Kreuzberg. Der Hauptsitz der Behörde ist in München. © icomediasEs gibt sogar ein eigenes Amt, das sich darum kümmert, dieses "geistige Eigentum" zu verwalten. Jeder kann seine Ideen im "Deutschen Patent- und Markenamt" (DPMA) anmelden. Ist eine Idee patentierbar, schließt der Erfinder mit dem Staat einen Vertrag. So entsteht ein Patent.


 

Was steht in einem Patentvertrag?

Das Patent sichert dem Erfinder für eine bestimmte Zeit die Rechte an seiner Erfindung: Nur er ist berechtigt, aus der Erfindung ein richtiges Produkt zu machen, zum Beispiel eine Maschine herzustellen und zu verkaufen. Gäbe es keinen Patentschutz, könnte jeder die Neuigkeit des Erfinders einfach nachbauen. Der Patentschutz verbietet das.


Patent hin, Patent her: Will der Erfinder mit seiner Idee Geld verdienen, hat er nicht ewig Zeit. Denn der Patentschutz besteht bei den meisten Erfindungen nur 20 Jahre. Danach dürfen andere Menschen oder Unternehmen die Idee nutzen und Erfindungen nachbauen.

 

Du bist ein Erfinder?

Wenn Du selbst schon etwas erfunden hast, das wirklich neu ist und einen praktischen Nutzen hast, kannst Du versuchen, Deine Erfindung beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) anzumelden. Umfassende Tipps und Beispiele, wie Jungforscher zu ihrem Patent kommen und ihre technische Idee dahinter schützen können, gibt es auf der Internetseite von "Jugend forscht". Der bundesweite Nachwuchswettbewerb fördert besondere Leistungen in Naturwissenschaften, Mathematik und Technik. Mehr als 11.000 Kinder und Jugendliche haben sich 2015 mit ihren Ideen angemeldet. Schülerinnen und Schüler bis 14 Jahre treten in der Juniorensparte "Schüler experimentieren" an.

Gute Ideen entstehen im Alltag

Egal, ob die Erfindung aus der Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Medizin, Mathematik/Informatik oder Physik kommt - täglich entwickeln Menschen unzählige Erfindungen. Ein berühmtes Beispiel ist die Entwicklung des Kaffeefilters. Bis vor etwa hundert Jahren goss man den Kaffee noch direkt in der Tasse auf. Beim Trinken hatte man also nicht nur den Kaffee im Mund, sondern auch etwas vom Kaffeepulver. Dann kam die Hausfrau Melitta Bentz aus Dresden auf die Idee, das lästige Kaffeepulver vorher abzufangen. Sie durchlöcherte einen Messingtopf, legte Löschpapier hinein und ließ Kaffee hindurch laufen.

Gute Ideen nutzen vielen Menschen

Viele Erfinder haben sich ihre Ideen patentieren lassen und einige sind - wie die Kaffeefamilie aus Dresden - dadurch reich und sogar berühmt geworden. Doch Erfindungen nützen nicht nur dem Erfinder. Auch für den Staat und die Gesellschaft sind Patente wichtig. Sie sorgen dafür, dass sich die Wissenschaft und Technik immer weiter entwickeln. Ein Patent auf eine technische Neuerung dient irgendwann wieder als Maßstab und Basis für weitere Entwicklungen.