Erstaunliches über Pfeffer

Wusstest Du, dass Pfeffer vor langer Zeit so kostbar war wie Gold? Dass nicht überall, wo Pfeffer drauf steht, auch Pfeffer drin ist, manche Lebkuchen aber tatsächlich Pfeffer enthalten? Und dass grüner, roter, weißer und schwarzer Pfeffer von ein und derselben Frucht stammen? TK-Logo stellt Dir das erstaunliche Gewürz vor...

 

"Hm, irgendwie schmeckt die Suppe fad. Vielleicht noch ein wenig Pfeffer...?" Pfeffer gehört heutzutage ähnlich wie Salz für viele Menschen zu einem gut gewürzten Essen dazu. Das war nicht immer so. Denn in Zeiten, in denen es weder Flugzeuge noch Frachtschiffe zum Transport gab, galten Pfeffer und andere Gewürze aus Asien und Südamerika in Europa als exotisch und wertvoll.

Das teuerste Gewürz der Welt


Viele Jahrhunderte lang war Pfeffer das teuerste Gewürz der Welt, das sich nur reiche Leute leisten konnten und das so kostbar war wie Gold. Das lag vor allem daran, dass Gewürze nur auf langen und gefährlichen Reisen per Schiff oder auf Kamelrücken nach Europa gelangten. Außerdem wollten pfiffige Pfefferhändler ihren Kunden in Europa nicht verraten, wo die Pfefferpflanzen wuchsen. So konnten sie sicher sein, dass sie die einzigen waren, die Geschäfte mit dem wertvollen Gewürz machten. Im Laufe des 15. und 16. Jahrhunderts fanden europäische Entdecker aber doch heraus, woher der Pfeffer kam und brachten ihn nach Europa. Immer mehr Menschen konnten sich nun das Gewürz leisten.
schwarzer PfefferGemahlener schwarzer Pfeffer © icomedias/Dorsch

Verschiedene Farben, eine Pflanze

Die schwarzen, grünen oder weißen Pfefferkörner, die ganz oder gemahlen in der Küche zum Einsatz kommen, sind die Früchte der Kletterpflanze "Piper nigrum" (das ist lateinisch und heißt "schwarzer Pfeffer"). Diese Pflanze war ursprünglich in den Wäldern Indiens zu Hause. Heute bauen Landwirte Pfefferpflanzen aber auch in anderen asiatischen Staaten und in Südamerika an.

Die unterschiedlichen Farben der Pfefferkörner haben jedoch nichts mit unterschiedlichen Arten zu tun, sondern nur mit der Reife und der Verarbeitung der Früchte. Für schwarzen Pfeffer ernten die Pfefferbauern die unreifen Früchte kurz bevor sie reif sind und trocknen sie ganz langsam. Dabei schrumpelt die Fruchthülle und färbt sich allmählich braun bis schwarz. Für weißen Pfeffer verwenden die Bauern hingegen die reifen Früchte. Sie entfernen die äußere Hülle der Früchte, so dass nur der weiße Samen übrig bleibt. Um grünen Pfeffer zu erhalten, ernten sie die Früchte noch weniger reif als für schwarzen Pfeffer. Anschließend legen sie die Früchte in salziges oder saures Wasser ein oder trocknen sie sehr schnell, wodurch die grüne Farbe erhalten bleibt.

Warum ist Pfeffer scharf?

Für die Schärfe des Pfeffers sorgt ein besonderer Inhaltsstoff, das sogenannte Piperin. Es ist auch dafür verantwortlich, dass wir niesen müssen, wenn uns gemahlener Pfeffer in die Nase steigt. Pfeffer sorgt nicht nur für den würzigen Geschmack eines Gerichts, sondern regt auch die Verdauung und den Kreislauf an. Doch Vorsicht: Menschen mit empfindlichem Magen sollten Pfeffer und andere scharfe Gewürze nur sparsam verwenden.

Nicht überall, wo Pfeffer draufsteht, ist auch Pfeffer drin

Vielleicht hast Du schon einmal von dem scharfen Gewürz Cayenne-Pfeffer gehört und Dich gewundert, wieso er rötlich statt schwarz oder weiß ist? Der Name des Gewürzes ist irreführend, denn es handelt sich dabei nicht um eine bestimmte Pfefferart, sondern um getrocknete und zu Pulver gemahlene Chillischoten. Auch der so genannte Rosa Pfeffer, auch "Rosa Beeren" genannt, stammt nicht von "Piper nigrum" und schmeckt ganz anders als Pfeffer. Übrigens findest Du solche irreführenden Bezeichnungen auch in anderen Sprachen. Das englische Wort "pepper" heißt nicht nur Pfeffer, sondern auch Paprika. Und auch in dem englischen Begriff für Chilischote, "chili pepper", begegnet uns der Pfeffer wieder.

Pfeffer im Pfefferkuchen?


Und was hat es mit dem Namen Pfefferkuchen auf sich? Das weihnachtliche Gebäck trug das scharfe Gewürz lange Zeit tatsächlich nicht nur im Namen. Früher wurden Lebkuchen nicht nur mit Gewürzen wie Zimt, Muskat und Anis, sondern auch mit Pfeffer gewürzt. Heute enthalten die meisten Pfefferkuchen allerdings keinen Pfeffer mehr – der Name ist jedoch geblieben. Das Gewürz ist aber so vielseitig, dass Köche es auch heutzutage nicht nur im Braten oder in der Suppe, sondern auch für Süßspeisen verwenden, zum Beispiel in Kombination mit Schokolade oder Erdbeeren.
bunte PfefferkörnerPfefferkörner können ganz schön bunt sein - das hängt von dem Zeitpunkt der Ernte ab. © icomedias/Dorsch

Pfeffrige Sprichwörter
  • Vielleicht hast Du schon einmal jemanden von "gepfefferten Preisen" sprechen hören? Damit wollte derjenige ausdrücken, dass etwas sehr teuer ist. Diese Redewendung ist entstanden, weil Pfeffer lange das teuerste Gewürz der Welt war.
  • Das Sprichwort "Da liegt der Hase im Pfeffer" ist schon über 200 Jahre alt. Sein Ursprung liegt in einem deutschen Gericht, für das Köche im Mittelalter Hasenfleisch in Pfefferbrühe zubereiteten. Weil in dem Gericht oftmals so viele andere Zutaten enthalten waren, war das Fleisch darin nicht so leicht zu finden. Das Sprichwort heißt so viel wie: "das ist die Schwierigkeit" oder "daran hängt es".
  • Wenn Du jemanden aufforderst: "Bleib doch / Geh hin, wo der Pfeffer wächst", dann wünschst Du Dir, dass der- oder diejenige möglichst weit weg ist, zum Beispiel weil er oder sie Dich geärgert hat. Diese Redewendung beruht darauf, dass Pfeffer so weit entfernt von uns wächst.

Text: Dörte Eppelin