Die ostfriesische Rakete

Ostfriesenwitze kennst Du sicher auch einige. Doch weißt Du, wie die Ostfriesen ihre erste Rakete erfanden? Die Geschichte geht folgendermaßen: Ostfriesen trinken ja bekanntlich gerne Tee. Ein Ostfriese behauptete aber, dass sich sein Teebeutel in eine Rakete verwandeln werde. Für einen Ostfriesen gar keine abwegige Theorie.

 

Er holte seinen Teebeutel aus der Einzelverpackung heraus und legte ihn vor sich auf den Tisch. Die Ostfriesen zählten den Count-down: 5, 4, 3, 2, 1 - nichts passierte. Die Vermutung lag nahe, dass die Rakete zu schwer war. Die Zündschnur wurde zur Gewichtseinsparung entfernt, der Faden also vom Teebeutel abgerissen. Erneut kam es zum Count-down: Wieder passierte nichts.

Lag es daran, dass die Rakete immer noch zu schwer war? Die Metallkammer des Teebeutels wurde entfernt, um ihn zu öffnen und auszuleeren. Danach wurde er zu einer schlauchartigen Zylinderwand entfaltet und aufgestellt. Doch dann stellte der ostfriesische Ingenieur resigniert fest, dass diese leere Hülle ohne technisches Innenleben ja eigentlich gar keine Rakete mehr darstellen konnte. Aus lauter Frust beschloss er es abzufackeln. Ganz ohne Count-down. Und was passierte? Seine Rakete flog!

Das bekommst Du genauso gut hin, wie die Ostfriesen. Du brauchst: Feuerfeste Unterlage, Teebeutel beliebiger Sorte und Streichhölzer. Nimm möglichst Teebeutel, die sich zu einer schlauchartigen Zylinderwand entfalten lassen und nicht durch eine Kammerunterteilung daran gehindert werden.

Leere den Teebeutel wie beschrieben aus, falte ihn auseinander und stelle ihn als Zylinder auf die feuerfeste Unterlage, beispielsweise einen Porzellanteller oder die Spüle. Zünde ihn oben an und beobachte, was passiert: Er brennt ab und steigt dabei tatsächlich in die Luft.

Warum? Warme Luft besitzt eine geringere Dichte als kältere. Darauf beruht beispielsweise auch die Tragfähigkeit von Heißluftballons, bei denen die in einer leichten Hülle befindliche Luft mit einem Gasbrenner erhitzt wird.

Beim Abbrennen der Teebeutel-Hülle neigt sich das entstehende Aschenetz nach innen und erschwert damit das Hinaufströmen der heißen Luft. Als Folge davon wird der Teebeutel in die Luft getragen. Mit dem ausgeleerten Tee kannst Du in einem Sieb natürlich immer noch einen Tee aufbrühen.

Text und Bilder: Birgit Bender
Teebeutel, Schere, StreichhölzerDas brauchst Du.
TeebeutelhülleStelle die "Rakete" auf.
angezündeter TeebeutelZünde den leeren Teebeutel an.
fliegender TeebeutelDie Rakete hebt ab!