Schmeckt's? - Wie unser Geschmackssinn funktioniert ...

Ist Dir schon einmal aufgefallen, dass alles fade schmeckt, wenn Du erkältet bist? Woran liegt das? Welche Rolle spielt die Zunge für den Geschmackssinn? Und brauchen wir eigentlich die Nase zum Schmecken? TK-Logo hat's herausgefunden.

 

Fruchtjoghurt, Kekse, heiße Schokolade - Süßigkeiten mögen wir schon, wenn wir noch ganz klein sind. Bereits im Mutterleib entwickelt sich diese Vorliebe für süße Sachen und Forscher wissen genau, woher sie kommt: Süße Lebensmittel enthalten Energie, und die braucht das Baby zum Wachsen.

verschiedenes GemüseWelches Essen schmeckt Dir am besten? © icomedias/MenzelWerden wir älter, lernen wir immer mehr Lebensmittel und damit auch Geschmäcker kennen - und gewöhnen uns an sie. Selbst der bittere Saft einer Pampelmuse, den Kleinkinder noch ausspucken, schmeckt vielen Menschen irgendwann richtig gut. Dein Geschmack hängt also einerseits davon ab, welche Lebensmittel Du im Laufe Deines Lebens auf den Teller bekommst. Andererseits erbst Du aber auch von Deinen Eltern und Großeltern bestimmte Vorlieben, zum Beispiel ob Du es lieber salzig oder sauer magst. Außerdem gibt es Menschen, die intensiver schmecken können als andere. Sie haben mehr Geschmackszellen.

 

Tausende Zellen kontrollieren, was wir essen

Die menschliche Zunge ist mit Schleimhaut und feinen Erhebungen bedeckt, hier liegen die Geschmacksknospen. Erwachsene Menschen haben etwa 9000 Geschmacksknospen, jede dieser Knospen ist mit zehn bis 50 Geschmackszellen ausgerüstet. Insgesamt schmecken wir also mit mindestens 90.000 Zellen und unterscheiden zwischen süß, salzig, bitter und sauer.

 

Unser Geschmackssinn kontrolliert aber nicht nur mithilfe der vier Geschmacksrichtungen, ob unsere Nahrung frisch, giftig oder verdorben schmeckt. Die Zellen sorgen auch dafür, dass der Körper genug Speichel und Magensaft bildet, damit er die gerade aufgenommene Nahrung verdauen kann.

 

Kaum Geschmack bei Erkältung

Doch was passiert bei einer Erkältung? Wir schmecken wenig und können kaum zwischen süßem Kuchen oder salzigen Kartoffeln unterscheiden. Warum das so ist? Der Geschmackssinn arbeitet eng mit dem Geruchssinn zusammen. Brutzeln bei Euch also Pfannkuchen in der Pfanne, zieht der Duft nicht nur durch die Wohnung, sondern auch über die Nase und deren Nervenfasern weiter in Dein Gehirn. Beim Essen verarbeitet es sowohl die Duftinformationen aus der Nase als auch die Informationen der Geschmacksknospen auf der Zunge. Anschließend entscheidet das Gehirn, ob wir den wahrgenommenen Geschmack als angenehm oder unangenehm empfinden.

 

Der Geruchsinn spielt dabei übrigens eine viel wichtigere Rolle als der Geschmackssinn: Essen wir einen Teller Kürbissuppe, nehmen wir das Gemüse nur etwa zu einem Fünftel über die Zunge wahr, den Rest erledigt unser Geruchssinn. Kann er seiner Arbeit nicht nachkommen - wie bei einer Erkältung, bei der die Nasenschleimhaut rot und geschwollen ist - schmecken wir kaum etwas.