Schwebende Kartoffeln

Was passiert, wenn Du eine Kartoffel ins Wasser fallen lässt? Logo, sie geht unter wie ein Stein. Es gibt aber auch Stoffe und Gegenstände die regelrecht im Wasser schweben. Und welche, die auf dem Wasser schwimmen. Das alles weißt Du sicher schon. Aber kennst Du auch Tricks, wie Du "Nichtschwimmer" schweben oder schwimmen lassen kannst?

 

Du brauchst: Einen Wasserbehälter aus Glas, einen Esslöffel, Salz, Kartoffeln und Knete sowie einen Bernstein, falls vorhanden.

Aufstieg der Kartoffel

Hast Du oder jemand aus Deiner Familie einen Bernstein oder ein Schmuckstück aus Benstein? Diese Steine entstanden aus dem Harz von Bäumen, die vor etwa 50 Millionen Jahren wuchsen. Manchmal enthält er sogar eingeschlossene Insekten. Du kannst ihn mit Glück an der Ostsee finden, seltener an der Nordsee. Und was passiert, wenn Du ihn ins Wasser legst? Er schwimmt zwar nicht, geht aber auch nicht unter: Er schwebt!

Wenn Du keinen Bernstein hast oder Deine Mutter ihre Bernsteinkette nicht hergibt, dann lass mit einem raffinierten Trick einfach eine Kartoffel schweben wie Bernstein. Fülle einen Wasserbehälter aus Glas (beispielsweise ein Einmachglas) mit Wasser. Lege Deine Kartoffel ins Wasser. Sie wird untergehen. Macht nichts, das Experiment hat ja erst angefangen.

Jetzt nimm das Salzpaket. Schütte so viel Salz ins Wasser, bis es am Boden des Wasserbehälters eine Schicht von zwei bis drei Zentimeter Höhe bildet. Rühre das Wasser dabei immer weiter um, damit sich das Salz in ihm löst.

Dabei wird die Kartoffel richtig hochgewirbelt. Und was passiert, wenn nach dem Rühren Ruhe einkehrt? Wenn die Kartoffel jetzt zur Ruhe kommt, geht sie nicht mehr unter: Sie schwebt! Und wenn Du noch mehr Salz einrührst, dann schwimmt sie schließlich an der Wasseroberfläche.

Was ist passiert? Die Kartoffel ist schwerer als das Wasser, das sie verdrängt. Wenn im Wasser viel Salz aufgelöst wurde, wird das Wasser "schwerer". Das heißt, dass seine Dichte zunimmt. Salzwasser lässt sich durch das Gewicht der Kartoffel nicht so gut verdrängen. Und so erhält die Kartoffel Auftrieb und schwebt oder schwimmt. Bei der Kartoffel ändert sich also nichts, aber das umgebende Wasser wurde dichter.

Knete als Boot

Leg mal eine Knetstange ins Wasser. Auch sie geht unter. Und der Trick mit dem Salz will bei ihr auch nicht recht fruchten. Möchtest Du sie auch mal schwimmen lassen?

Dann forme aus der Knete einfach eine hohle Form, die einer Schale oder einem Boot gleicht. Lege diese Form in die Schüssel mit Wasser. Jetzt kann die Knete schwimmen wie ein Boot. Du kannst sie nach und nach sogar mit weiteren "Nichtschwimmern" wie Murmel oder Geldmünze beladen. Sie schwimmen im Kneteboot auf dem Wasser. Genauso kannst Du es in einem Boot. Aber Vorsicht: Zu viele Gegenstände im Kneteboot, und es geht mit seiner Ladung unter.

Das Prinzip vom Auftrieb hat der griechische Mathematiker Archimedes übrigens schon vor über 2000 Jahren entdeckt. Ein Gegenstand schwimmt in einer Flüssigkeit, wenn sein Auftrieb gleich seinem Eigengewicht ist.

Für den Auftrieb sind aber nicht nur das Gewicht, sondern Größe und Form der Gegenstände wichtig. Die runde schwere Knetstange erfährt zu wenig Auftrieb und sinkt zu Boden. Eine Hohlform, wie Dein Kneteboot, erhält hingegen viel Auftrieb, schwimmt und transportiert auch noch "Ladung".

Text und Bilder: Birgit Bender
Kartoffel am Boden einer wassergefüllten SchüsselDie Kartoffel geht unter?!