Ein Teich voller Leben

Vielleicht hast Du schon mal an einem Teich gestanden und beobachtet, was dort alles vor sich geht? Im Wasser, auf der Wasseroberfläche und am Ufer kannst Du allerhand entdecken. TK-Logo hat sich ein paar interessante Pflanzen und Tiere genauer angeschaut und stellt sie Dir vor.

 


Querschnitt eines TeichesIn einem Teich ist ganz schön viel los. Kennst Du die Bewohner? © icomedias/D. Nagengast 

(1) Libelle

Sie schweben ruhig in der Luft - dann bewegen sie sich ruckartig ein paar Zentimeter nach links oder rechts, oben oder unten: Libellen sind wahre Flugkünstler. Etwa 80 Arten sind in Deutschland bekannt. Die meisten Libellenlarven wachsen ein oder sogar zwei Jahre heran, bis sie fliegen können. Danach leben sie nur sechs bis acht Wochen. Einige Menschen fürchten sich vor den Insekten mit dem langen, oft bunten Körper. Dabei sind sie ganz harmlos: Sie stechen und beißen nicht.

(2) Rohrkolben


Manche Menschen nennen sie Lampenputzer, Schlotfeger oder Pompesel, aber ihr biologischer Name ist Rohrkolben. Die Pflanzen mit den braunen Kolben wachsen dort, wo es feucht ist. Einige Arten können mehrere Meter hoch werden. Ihre Wurzeln, die waagerecht durch den Boden kriechen, festigen den sumpfigen Uferboden.
Libelle am TeichDie zarten Libellen können sehr gut fliegen. © icomedias

(3) Bitterling


Die kleinen, maximal neun Zentimeter langen Fische leben in Gewässern, in denen auch Muscheln, zum Beispiel Teichmuscheln, leben. Warum? Der Bitterling braucht sie, um Nachwuchs aufzuziehen. Die Weibchen legen ihre Eier in das Atemloch einer lebenden Muschel. Dadurch sind die Eier gut vor Fressfeinden geschützt. Erst wenn sie schwimmen können, verlassen die jungen Fische ihren Geburtsort. Die Muscheln leiden übrigens nicht unter den Fischeiern. Und warum heißt der Bitterling so? Ganz einfach: Sein Fleisch schmeckt bitter.

BitterlingDer Bitterling braucht Muscheln, um sich zu vermehren. © Wikipedia/Ostjan

(4) Teichmuschel

Diese Muschelart dient nicht nur als Geburtsort für den kleinen Bitterling, sondern auch als Wasserfilter. Teichmuscheln ernähren sich von winzigen Pflanzenteilchen und Tierchen. Dazu nehmen sie Wasser auf, fischen mit den Kiemen die essbaren Teilchen heraus und stoßen das gefilterte Wasser wieder aus. Teichbesitzer freuen sich, wenn die Muscheln auf diese Weise ihren Teich sauber halten. Teichmuscheln stehen in Deutschland unter Naturschutz, Menschen dürfen sie also nicht aus natürlichen Gewässern entfernen.

(5) Gelbrandkäfer

Käfer krabbeln über den Boden? Nicht alle! Der Gelbrandkäfer schwimmt lieber durchs Wasser. Zwei bis drei Zentimeter groß wird der Schwimmkäfer, der unter seinen Flügeldecken einen Luftvorrat zum Atmen hat, um unter Wasser bleiben zu können. Dort nutzt er seine Hinterbeine, die viele kleine Borsten haben, als Ruder. Aber er kann nicht nur gut schwimmen, sondern auch fliegen. Meistens macht sich der Gelbrandkäfer nachts auf den Weg, um andere Gewässer zu erreichen. Wie der Name schon sagt, trägt der Gelbrandkäfer einen gelben Rand an seinem dunklen Körper.

(6) Stockente


Bestimmt hast Du diese Ente schon mal gesehen. Stockenten gehören zu der bekanntesten und weit verbreitesten Entenart Europas. Das liegt vor allem daran, dass diese Enten wenig Ansprüche haben. Sie ernähren sich meist von Pflanzen, fressen aber auch kleine Tiere, wie Schnecken oder Würmer. Stockenten brüten am liebsten am Ufer, finden sie dort keinen geeigneten Platz, sind ihnen Baumhöhlen und verlassene Vogelnester ebenfalls recht. Sogar auf Balkonen sind schon einige Küken geschlüpft! Entenküken können übrigens von Beginn ihres Lebens an schwimmen.

Gelbrandkäfer unter WasserGelbrandkäfer können mit ihren Hinterbeinen durchs Wasser rudern. © Wikipedia/Evanherk (gemeinfrei)

(7) Seerose


Weiß, gelb, rosa oder sogar blau sind die Blüten einer Seerose. Die Wasserpflanze mit den großen grünen Blättern, die auf der Wasseroberfläche liegen, blüht im Sommer. Auch wenn man es meist nicht sieht: Die Wurzeln der Seerose reichen in den Erdboden des Teiches. Zur Seerosen-Gattung gehören weltweit 40 verschiedene Arten, manche von ihnen blühen übrigens nur in der Nacht. Seerosen vermehren sich mit Hilfe von Wasservögeln: Die Samen der Seerosen schwimmen auf dem Wasser und heften sich an das Gefieder von Enten und anderen Wasservögeln. Wenn die Tiere andere Teiche und Seen besuchen, verbreiten sie dort die Samen.


Text: Daniela Dorsch
Blühende SeeroseSeerosenblätter besitzen eine Wachsschicht, wodurch das Wasser abperlt. © pixelio.de/Günter Schüttauf