Taucherglocken

Schwimmst und tauchst Du gerne? Dann hast Du sicher selbst schon fest gestellt, dass die Taucherei schnell ihre Grenzen erreicht. Ohne Hilfsmittel schaffst Du vielleicht das Tauchen über zehn Meter Entfernung für das silberne Schwimmabzeichen oder in 3,80 Meter Tiefe für das goldene Abzeichen, kaum mehr. Denn länger als zwei Minuten können die wenigsten Menschen mit angehaltenem Atem unter Wasser bleiben.

 

Erstaunliche Rekorde gibt es dabei natürlich wie in allen Sportarten. So hält beispielsweise in der Disziplin "Statisches Apnoe" der Hamburger Tom Sietas den Weltrekord: Er blieb im Juni 2004 ganze 8:12 Minuten mit angehaltenem Atem unter Wasser!

Doch da die meisten Menschen sich das noch nicht mal vorstellen können, behelfen sie sich seit der Antike mit Taucherglocken. Das Prinzip ist ganz einfach: Ein offener Behälter wird mit der Öffnung nach unten ins Wasser gedrückt. Dabei kann die Luft nicht entweichen.

Sie wird im oberen Teil des Behälters durch den Druck des Wassers zusammengepresst. In dieser Luftblase kann ein Mensch einige Zeit atmen, bis der Sauerstoff aufgebraucht ist. Auch heute dienen stählerne Taucherglocken, die durch Druckluft wasserfrei gehalten werden, als beweglicher Arbeitsraum für Arbeiten unter Wasser, beispielsweise bei Schiffsreparaturen. Das erspart den Arbeitern das tragen schwerer Pressluftflaschen.

Im Kleinformat kannst Du dir das Taucherglockenprinzip ganz einfach anschauen. Du brauchst: Ein große Glasschüssel mit Wasser, ein mittelgroßes Glas, Papier und Schere und ein Teelicht.

Zünde das Teelicht vorsichtig an. Bitte Deine Eltern um Hilfe, wenn Du noch nicht alleine eine Kerze anzünden darfst. Lass das Teelicht dann in der Wasserschüssel schwimmen. Stülpe langsam das Wasserglas über das Teelicht und drücke es bis zum Boden der Wasserschüssel.

Was passiert? Das Teelicht brennt in der Luftblase weiter. Natürlich nur so lange, bis die Flamme den Sauerstoff in der Luftblase Deiner Taucherglocke aufgebraucht hat und erlischt.

Schneide jetzt mal einen bunten Papierstreifen zu und schiebe ihn bis zum Boden Deines Glases. Drehe es nun um, und drücke das Glas nochmals mit der Öffnung nach unten in die Wasserschüssel. Wieder kannst Du beobachten, dass keine Luft entweicht, die Luft im Behälter aber zusammengedrückt wird.

Nimm Deine Taucherglocke wieder heraus. Ist der Papierstreifen trocken geblieben? Ja, denn auch er befand sich in der Luftblase, die uns Menschen in Taucherglocken das Atmen ermöglicht.

Text und Bilder: Birgit Bender
VersuchsutensilienDas brauchst Du.
brennendes TeelichtUnter Deiner Taucherglocke brennt das Teelicht weiter.
Glas mit PapierstreifenSchieb einen Papierstreifen ins Glas.
umgestülptes Glas mit Papierstreifen im WasserIn der Taucherglocke bleibt das Papier trocken!