Bekassine ist Vogel des Jahres 2013

Manche Menschen nennen die Bekassine auch "Meckervogel" oder "Himmelsziege". Das liegt am Verhalten der Männchen zur Paarungszeit: Bei ihren kunstvollen Sturzflügen machen ihre Schwanzfedern ein Geräusch, das wie das Meckern einer Ziege klingt. Naturschützer haben den bedrohten Schnepfenvogel zum Vogel des Jahres 2013 gewählt.

 

Bekassine an schlammigem UferSo sieht die Bekassine aus. Sie mag Matsch. © Wikipedia/ Marek Szczepanek/ cc-by-sa-1.2Die Bekassine ist ungefähr so groß wie eine Taube und hat ein beige-braunes Federkleid mit hellen Streifen. Besonders auffällig ist ihr fünf bis sieben Zentimeter langer Schnabel. Mit diesem praktischen Werkzeug stochert der Schnepfenvogel im schlammigen Boden nach seiner Lieblingsnahrung: kleinen Fischen, Würmern, Krebsen, Schnecken und Insekten. Die Bekassine ist scheu. Wenn Du Glück hast, bekommst Du den gut getarnten Vogel mit den langen Beinen bei einem Spaziergang durch feuchte Wiesen oder Moorgebiete zu Gesicht.

 

Der Ruf der Himmelsziege

Wahrscheinlicher ist, dass Du die Bekassine hörst. "Tick, tick, tick, tick, tick" oder "tick-er, tick-er, tick-er, tick-er" - so klingt ihr Ruf. Ihren Spitznamen hat die "Himmelsziege" einer Spezialität der Männchen zu verdanken: Wirbt ein Männchen um ein Weibchen, fliegt es zunächst 50 bis 100 Meter hoch und lässt sich dann senkrecht zehn bis zwanzig Meter in die Tiefe fallen. Dabei flattern seine äußeren Schwanzfedern im Wind und rufen ein Geräusch hervor, das an das Meckern einer Ziege erinnert.

 

Bekassine im hohen Gras.Im Gras ist die Bekassine gut getarnt. © Wikipedia/ Marek Szczepanek/ cc-by-sa-1.2Männchen und Weibchen sehen nahezu gleich aus: Die Weibchen sind ein bisschen größer und schwerer. Bei Gefahr duckt sich die Bekassine zu Boden, um sich zu verstecken. Raubvögel wie der Sperber oder der Habicht, Möwen und Füchse zählen zu ihren Feinden. Wenn Du beim Spazierengehen aus Versehen eine Bekassine aufscheuchst, fliegt sie im Zickzack steil empor und lässt sich nach einigen Metern ins schützende Gras fallen. Der Meckervogel ist ein Zugvogel und überwintert in Südeuropa und Afrika.


 

Wusstest Du, dass ...

  • die Bekassine mit ihrem Schnabel Würmer und Larven im Schlamm ertasten kann. Weil sie ihre Schnabelspitze abspreizen kann, frisst sie ihre Beute, ohne den Schnabel ganz zu öffnen. Praktisch, oder?
  • männliche Bekassinen das Nest bewachen, während die Weibchen brüten. Bei Gefahr lenken die Männchen die Aufmerksamkeit der Feinde auf sich.
  • die Jungen der Bekassine Nestflüchter sind? Schon wenige Stunden nachdem sie aus dem Ei geschlüpft sind, verlassen sie das Nest.

 

Vom Aussterben bedroht

Bekassine sucht in flachem Gewässer nach Nahrung.In Deutschland gibt es immer weniger Bekassinen. © Wikipedia/ Marek Szczepanek/ cc-by-sa-1.2Der größte Feind der Bekassine ist der Mensch. Er zerstört den natürlichen Lebensraum der Tiere, indem er Flüsse begradigt, Moore trockenlegt, Feuchtwiesen entwässert und in Felder oder Weiden verwandelt. Nach den Angaben von Naturschützern leben in Deutschland nur noch 5.500 bis 6.700 Bekassinen-Paare. Vor zwanzig Jahren waren es noch doppelt so viele. Heute kannst Du die Vögel vor allem in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg beobachten. In Süddeutschland kommen sie nur noch selten vor.

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Bayern fordern deshalb von den Politikerinnen und Politikern, dass die letzten Moore und Feuchtgebiete in Deutschland streng geschützt werden. Sie bieten nicht nur Bekassinen Lebensraum und Nahrung, sondern auch vielen anderen seltenen Vögeln wie dem Grauen Kranich, dem Großen Brachvogel oder der Uferschnepfe.